03.08.2017 Post-Tochter testet erfolgreich Datenbrillen für die Logistik

DHL mit Augmented Reality schneller im Lager

Von: Sabine Hartmann / Julia Widmer

Nach Abschluss eines Pilotprogramms mit Testläufen in den USA, Kontinentaleuropa und Großbritannien führt die Bonner Post-Tochter DHL jetzt das Kommissionierverfahren Vision-Picking dauerhaft in seinen Lagern ein. Denn das Pilotprojekt war ein Erfolg – dank durchschnittlich 15 Prozent mehr Produktivität bei geringerer Fehlerquote und besseren Nutzerbewertungen.

  • Der Kommissionierer muss nicht länger auf papierbasierte Auftragsanweisungen zurückgreifen, sondern arbeitet freihändig und somit deutlich effizienter.

    Der Kommissionierer muss nicht länger auf papierbasierte Auftragsanweisungen zurückgreifen, sondern arbeitet freihändig und somit deutlich effizienter.

  • Nach Abschluss eines Pilotprogramms mit Testläufen in den USA, Kontinentaleuropa und Großbritannien führt DHL die Vision-Picking-Lösung jetzt dauerhaft in seinen Lagern ein.

    Nach Abschluss eines Pilotprogramms mit Testläufen in den USA, Kontinentaleuropa und Großbritannien führt DHL die Vision-Picking-Lösung jetzt dauerhaft in seinen Lagern ein.

  • Die neuen Datenbrillen sind leicht

DHL Supply Chain hat seine weltweiten Augmented-Reality-Pilotprojekte erfolgreich abgeschlossen. Für Markus Voss, Chief Information Officer & Chief Operating Officer bei DHL Supply Chain, „ist die Digitalisierung nicht nur eine Vision oder ein Programm, sondern Realität - eine Realität, von der wir im Betriebsalltag genauso profitieren wie unsere Kunden.“ Die in unterschiedlichen Branchen erprobte Technologie sei mittlerweile ausgereift genug, um als standardisierte Kundenlösung eingesetzt zu werden. Sie beschleunige und vereinfache die Abläufe im Lagerbetrieb, was zu einer höheren Produktivität und einer geringeren Fehlerquote in der Kommissionierung führe.

Jetzt folgt die Einführung von „Vision Picking“ in weiteren DHL-Lagern in aller Welt. Die von den DHL-Mitarbeitern getragenen Datenbrillen blenden schrittweise Arbeitsanweisungen und Hinweise ein, zum Beispiel wo sich der gesuchte Artikel befindet und wo er auf dem Wagen zu positionieren ist. Damit entfällt der Bedarf für schriftliche Anweisungen.

Der Kommissionierer hat die Hände frei und kann so effizienter und leichter arbeiten. Wie, das zeigt ein Video. In den internationalen Testläufen hat dies zu durchschnittlichen Produktivitätssteigerungen von 15 Prozent geführt und gleichzeitig die Fehlerquote reduziert. Darüber hinaus hat die leichte, nutzerfreundliche und intuitive Lösung den zeitlichen Aufwand für die Einarbeitung und das Training halbiert.

Zusammenarbeit mit Ubimax, Google und Vuzix

DHL hat im Rahmen der Pilotphase mit drei Partnern zusammengearbeitet. Ubimax stellte die Augmented-Reality-Software xPick bereit. Als Datenbrillen kamen die vor kurzem vorgestellte Google-Brille Glass Enterprise Edition sowie die M100- und M300-Brillen von Vuzix zum Einsatz. Weitere, derzeit noch laufende Machbarkeitsstudien mit anderen Partnern in Asien und Australien signalisieren laut Voss ähnlich vielversprechende Ergebnisse.

Nach dem Erfolg seines Vision-Picking-Programms prüft DHL jetzt weitere Anwendungsmöglichkeiten für die Augmented- und Virtual-Reality-Technologie, zum Beispiel für Schulungen, Wartungsarbeiten oder die Berechnung von Sendungsmaßen.

„Smart Glasses“ in der Logistik

Laut Ubimax-CEO Dr. Hendrik Witt wird der Einsatz von „Augmented Reality“ und „Smart Glasses“ in DHL-Lagern rund um den Globus zum „business-as-usual“. Die bewährte Wearable-Computing-Plattform Frontline xPick sei im Rahmen des „Vision Picking Programms“ bei DHL bereits mehrfach weltweit pilotiert worden und habe dabei  branchenübergreifende Geschäftsprozesse verbessert.

xPick, in Kombination mit Smart Glasses, erzielte laut Witt während des DHL-Pilotprogramms signifikante Vorteile durch freihändiges Arbeiten, die grafische Benutzeroberfläche sowie die Darstellung relevanter Informationen im unmittelbaren Blickfeld. xPick biete intuitive grafische Displays für die Darstellung von Einzel- und Multi-Order-Kommissionierungsaufträgen sowie Informationen über Regal- und Ablagepositionen der Artikel.

Keine Auftragsanweisungen auf Papier mehr

Der Kommissionierer muss nicht länger auf papierbasierte Auftragsanweisungen zurückgreifen, sondern arbeitet freihändig und somit deutlich effizienter. Die Auftragsbestätigung über Ring-Scanner oder die eingebaute Smart-Glass-Kamera trug sowohl zur Leistungssteigerung als auch zur Erhöhung der Ergonomie im Arbeitsumfeld des Kommissionierers bei.

Neben der Produktivitätssteigerung von 15 Prozent sowie der höhere Präzision beim Kommissionieren konnte xPick auch die Einführungs- und Trainingszeiten halbieren. „DHL demonstriert eindrucksvoll, wie das Potenzial, das xPick und Smart Glasses in der Logistik bieten, ausgeschöpft werden kann“, sagte Witt.

Über Ubimax

Ubimax ist ein Bremer Hersteller vollständig integrierter industrieller Wearable-Computing-Systeme, die auf Basis neuester tragbarer Computertechnologien industrieübergreifende Geschäftsprozesse verbessern. Mit Standorten in Deutschland, den USA und Mexiko und über 10 Jahren Erfahrung in den Bereichen Wearable Computing, Augmented Reality, Mixed Reality und Sensor Systems, bedient Ubimax heute mehr als 150 Kunden.

Bildquelle: DHL

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