19.12.2017 Digitalisierungsstrategien der Kunden gezielt unterstützen

Karl Mayer Digital Factory gegründet

Von: Berthold Wesseler

Am 3. November hat der Textilmaschinenhersteller Karl Mayer aus Obertshausen eine neue Firma gegründet: Die Karl Mayer Digital Factory GmbH in Frankfurt/Main soll als Newcomer in der Firmengruppe weiterführende digitale Kompetenzen mit einem agilen Umfeld aufbauen. Ziel ist es, schnell und flexibel neue digitale Lösungen zu entwickeln – und zwar mit wahrnehmbarem Mehrwert für die Kunden.

  • Marion Högg von Karl Mayer bei der Georg + Otto Friedrich GmbH im Gespräch mit Produktionsleiter Walery Albert (2. v. l.) und seinen Mitarbeitern.

    Marion Högg von Karl Mayer bei der Georg + Otto Friedrich GmbH im Gespräch mit Produktionsleiter Walery Albert (2. v. l.) und seinen Mitarbeitern.

  • Antonia Gottschalk, Leiterin Digitalisierung bei Karl Mayer und Geschäftsführerin der Digital Factory

    Antonia Gottschalk, Leiterin Digitalisierung bei Karl Mayer und Geschäftsführerin der Digital Factory

Die anvisierten Geschäftsmodelle, Produkte und Dienstleistungen sollen als Teil der Digitalisierungsstrategie des Textilmaschinenherstellers die Kunden in ihren jeweiligen Märkten unterstützen. „Auch in der digitalen Welt sind nur die Angebote erfolgreich, die die Konsumentenwünsche am besten erfüllen“, weiß Antonia Gottschalk, Leiterin Digitalisierung bei Karl Mayer und Geschäftsführerin der Digital Factory. „Wir konzentrieren uns daher konsequent auf den Kundennutzen und kombinieren unsere langjährigen Erfahrungen als führender Textilmaschinenhersteller mit neuem, digitalen Know-how.“

Ein gutes Beispiel für diese Digitalisierungsstrategie ist die Online-Plattform des Textilmaschinenherstellers zur Ersatzteilbestellung. Benötigen die Kunden Verschleiß- und Standardersatzteile oder auch bestimmte Sonderteile, können sie diese – ganz State of the Art – einfach und bequem über den Webshop Ersatzteile bestellen. Diese B2B-Plattform wird für eine unkomplizierte, fehlerfreie und schnelle Beschaffung seit 2015 angeboten und kontinuierlich weiterentwickelt.

Beim jüngsten Webshop-Upgrade wurde die Anzahl der sichtbaren und bestellbaren Teile nahezu verdoppelt. Damit stehen aktuell knapp 3.000 Artikel zur direkten Bestellung bereit. Zudem bietet der Webshop zwei weitere Funktionen, die den Beschaffungsprozess im Arbeitsalltag erleichtern. Neu ist die Anzeige von Gewicht und Volumen bestellter Teile. Damit liegen den Kunden wichtige Informationen für den Versand vor.

Zudem besteht nunmehr die Möglichkeit, eine Pre-Order-Liste mit Angaben der entscheidungsrelevanten Daten wie Anzahl und Preis aller Positionen vor der Bestellung auszudrucken. Das Dokument kann beispielsweise als Vorlage für den Freigabeprozess durch Vorgesetzte genutzt werden. Die nächste funktionelle Erweiterung wird die Verknüpfung des Ersatzteile-Shops mit der App „Check Parts“ sein. Durch die digitale Verknüpfung lässt sich wie bisher die Echtheit eines Ersatzteils prüfen und, wenn gewünscht, direkt eine neue Bestellung im Webshop für das gerade selektierte Produkt auslösen.

Die Neuerungen werden die Nutzung des Online-Angebotes weiter fördern, ist sich Sales-Managerin Marion Högg sicher; bereits heute generiere man mehr als 10 Prozent der Umsätze im Ersatzteilgeschäft über die Online-Plattform. Was am Webshop Ersatzteile gefällt und was noch gewünscht wird, erfährt Högg am liebsten beim Kunden vor Ort. Im August 2017 besuchte sie zum Beispiel die Georg + Otto Friedrich GmbH für ein Feedback-Gespräch. Der Spezialist für Wirkwaren mit über 65 Jahren Branchenerfahrung bestellt bereits seit November 2016 online Ersatzteile.

„Wir versuchen, in unserem Betrieb viele Abläufe zu digitalisieren, und haben den Webshop einfach mal ausprobiert“, begründet Produktionsleiter Walery Albert den Start der Arbeit mit der Bestellplattform. Deren selbsterklärende Menüführung und der funktionelle Aufbau hätten ihn dann überzeugt. Insbesondere die Bilder – gestochen scharf und detailgetreu – seien hilfreich bei der Identifikation und Beschaffung von Ersatzteilen – speziell auch für ältere Maschinen, deren Bezeichnung nicht mehr geläufig ist. Heute ordern Walery Albert und sein Team von Lochbleien, Platinen und Schiebern bis hin zu Einziehhäkchen und Ölfiltern sämtliche Verschleiß- und Standardersatzteile bei Karl Mayer online.

Auch die erst seit Kurzem gebotene Möglichkeit, Musterscheiben online über den Webshop zu beziehen, wird schon rege genutzt. „Die Bestellung ist jetzt sehr viel einfacher geworden. Die Angaben werden am Ende der Dateneingabe automatisch vom Programm geprüft und die Musterscheibe kann direkt bestellt werden. Wir sind wirklich begeistert“, sagt Albert. Zudem überzeugt ihn der Webshop durch eine „Fehlerrate null“: Was bestellt wird, kommt auch an.

Bildquelle: Karl Mayer

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