23.11.2017 Unternehmen gehen zu einem „Cloud-First“-Ansatz über

SD-WAN, die neue Normalität

Von: David Hughes

Ein Kommentar von David Hughes, Gründer und CEO von Silver Peak, zum Umstieg von traditionellen WAN-Infrastrukturen auf Software-basierte Weitverkehrsnetze.

David Hughes, Gründer und CEO von Silver Peak

David Hughes, Gründer und CEO von Silver Peak

Bereits in Laufe dieses Jahres traten Software-basierte Weitverkehrsnetze zunehmend an die Stelle von traditionellen WAN-Infrastrukturen. Dieser Trend zum SD-WAN wird sich 2018 drastisch beschleunigen, da sie Cloud-Anwendungen optimal unterstützen und keine Router mehr in Niederlassungen erfordern.

Denn die Cloud wird 2018 zum Maß aller Dinge im WAN-Bereich, weil ein Großteil des Datenverkehrs, der über „Wide Area Networks“ zu Niederlassungen läuft, aus Cloud-Rechenzentren stammt oder dafür bestimmt ist. Herkömmliche WAN-Architekturen sind dafür nicht ausgelegt. Sie unterstützen den klassischen Ansatz: Alle Daten und Anwendungen werden von einem zentralen Unternehmens-RZ bereitgestellt. Das ändert sich 2018: Unternehmen gehen zu einem „Cloud-First“-Ansatz über. Die Grundlage dafür bildet das SD-WAN.

Herkömmliche Router nicht mehr erste Wahl

Das heißt auch: Herkömmliche Router sind in Niederlassungen nicht mehr erste Wahl. Das hat mehrere Gründe: die hohen Kosten, die Komplexität solcher Systeme und die Notwendigkeit, Endgeräte mühsam über die Kommandozeile zu konfigurieren. SD-WANs in Verbindung mit WAN-Edge-Systemen machen damit Schluss. Deren Endgeräte lassen sich zentral verwalten und berücksichtigen die individuellen Anforderungen von Applikationen.

Nicht nur in Niederlassungen verlieren herkömmliche Router und Switches vom Marktführer Cisco an Boden. Dieselbe Entwicklung wird sich 2018 in Rechenzentren abspielen. Auch dort setzen Unternehmen verstärkt auf innovative Netzwerktechnologien anderer Anbieter. Die Folge: Das gesamte „Ökosystem“ im Netzwerk-Bereich ändert sich.

Ein Vorteil ist der Gewinn an Sicherheit durch die WAN-Edge-Router neuer Prägung. Jahrelang waren Unternehmen gezwungen, den Datenverkehr von und zu Niederlassungen über spezielle Hubs zu lenken. Dort überprüften Firewall-Systeme die Datenpakete und Verkehrsströme. Die Alternative war, solche IT-Sicherheitskomponenten in jeder Außenstelle zu installieren - ein teurer „Spaß“.

Das ändert sich 2018 mit dem SD-WAN und WAN-Edge-Routerm. Nun können Netzwerkmanager für jede Anwendung festlegen, auf welche Weise Daten übermittelt und geschützt werden. Vertrauenswürdige Informationen werden direkt in eine Außenstelle weitergeleitet. Andere laufen über ein Web-Service-Gateway in einer Cloud. Besonders sensible Informationen lassen sich dagegen mit Sicherheitslösungen schützen, die in einem RZ implementiert sind. Ein noch höheres Sicherheitsniveau bietet eine Mikrosegmentierung des WAN-Verkehrs, durch die sich der Effekt von Cyber-Angriffen auf ein Minimum begrenzen lässt.

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