24.11.2017 RZ-Projekt der EU in Schweden

Das Ziel: Höhere Energieeffizienz im Rechenzentrum

Rechenzentren verbrauchen viel Energie und sind kostenintensiv. In Nordschweden wollen europäische Partner deshalb nun ein besonders energie- und kosteneffizientes Rechenzentrum entwickeln.

RZ-Projekt in Nordschweden

In Nordschweden will ein europäisches Konsortium ein zukunftsträchtiges Konzept für Rechenzentren entwickeln und validieren.

Das dreijährige Projekt wird vom EU-Forschungs- und Innovationsprogramm „Horizon 2020“ gefördert. Im Projekt „BodenTypeDC“ werde im Zuge dessen ein europäisches Konsortium ein zukunftsträchtiges Konzept für Rechenzentren entwickeln und validieren. Beteiligt sind das deutsche Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB, der ungarische Rechenzentrumsspezialist H1 Systems, der englische Kühlungssystemhersteller Eco Cooling, das schwedische Forschungsinstitut SICS und der Infrastrukturentwickler Boden Business Agency.
 
Aktuell wächst die Nachfrage nach Rechenzentrumskapazität im Zuge von Cloud Computing und Digitalisierung kontinuierlich. Gleichzeitig gilt es, die ökologischen Auswirkungen zu minimieren. Vor diesem Hintergrund hat sich das EU-Projekt zum Ziel gesetzt, die Entwicklung so weit voranzutreiben, dass sich beide Anforderungen verbinden lassen. Dabei sei ein Alleinstellungsmerkmal von „BodenTypeDC“ ein nachhaltiges Rechenzentrumsgebäude: Dieses soll energie-und ressourceneffizient über seinen gesamten Lebenszyklus sowie besonders kostengünstig in Bau und Betrieb sein. Zudem werde es auch in entfernteren Regionen Europas für Arbeitsplätze und Know-how sorgen, heißt es in einer Pressemitteilung.
 
Die Prototypanlage mit 500 Kilowatt Leistungsaufnahme soll als experimentelles Labor und Demonstrationszentrum dienen. Das Rechenzentrum wird von Dienstleistern und Endanwendern als reales Arbeitsumfeld genutzt, dabei werden alle Betriebsparameter erfasst. Die Projektpartner untersuchen Machbarkeit, Energieeffizienz und Nutzbarkeit des Prototyps. Weiterhin entwickeln sie Vorhersagemodelle, die künftig bei der Planung und Inbetriebnahme des Konzeptes helfen sollen. Für Endanwender, die an dem Forschungsprojekt teilnehmen wollen, ist ein begrenzter Server-Raum verfügbar.

Belastungstests made in Karlsruhe

„Im Rahmen von Industrie 4.0 und dem industriellen Internet der Dinge wird die Menge und Varianz an Produktions- und Prozessdaten explodieren und riesige Datenvolumina – Stichwort Big Data – erzeugen“, erklärt Thomas Usländer vom Fraunhofer Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB. „Alle diese Daten müssen gemanagt, analysiert und ausgewertet werden. Daher werden effiziente Rechenzentren eine immer wichtigere Rolle spielen“, erklärt Usländer weiter.
 
Die Abteilung für Informationsmanagement und Leittechnik am Fraunhofer IOSB, die Usländer leitet, wird Belastungstests zur Erstellung realistischer Testläufe des Rechenzentrums generieren. „Hoch performante Architekturen, die alle Ebenen von den Sensoren bis hin zu hochskalierbaren Datenspeichern (Edge-, Fog- und Cloud-Level) integrieren, sind eine wichtige Technologie für das industrielle Internet der Dinge“, so Usländer abschließend.

Bildquelle: Thinkstock/Stockbyte

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