20.12.2017 Wie Dell die Weltmeere säubern will

Es geht auch ohne Plastikmüll

Gemeinsam starteten Dell und Lonely Whale jetzt eine branchenübergreifende Vereinigung zur Müllbekämpfung in den Weltmeeren.

Plastikmüll in den Weltmeeren

Wenn es schlecht läuft, wird es 2025 mehr als 150 Millionen Tonnen Plastikmüll in den Meeren geben.

Unter dem Namen Next Wave haben der IT-Anbieter Dell und die gemeinnützige Stiftung Lonely Whale eine gemeinsame open-source-basierte Initiative gegründet. Diese soll Technologie- und Konsumunternehmen zusammenbringen, um die erste kommerzielle Lieferkette für Kunststoffteile aus den Ozeanen zu entwickeln und damit die Verschmutzung der Meere zu reduzieren. Zu den Mitgliedern gehören momentan General Motors, Trek Bicycle, Interface, Van de Sant, Humanscale, Bureo und Herman Miller. Unterstützung erhält die Vereinigung zudem von der UNO-Agentur UN Environment, dem 5Gyres Institute, der Zoological Society of London und dem New Materials Institute, heißt es in einer Pressemeldung.

Bedauerlicherweise schwimmt in den Meeren genug Plastikmüll, um eine eine ganze Lieferkette damit aufbauen: Neueren Untersuchungen zufolge gelangten allein 2010 schätzungsweise acht Millionen Tonnen Kunststoffabfälle in die Ozeane. Sollte sich dieser Trend weiter fortsetzen, wird es bis 2025 mehr als 150 Millionen Tonnen Plastikmüll in den Meeren geben. Dieser stellt nicht nur eine Bedrohung für lebenswichtige Ökosysteme des Meeres, für Fischzuchtanlagen und Korallenriffe dar, sondern hat auch negative Auswirkungen auf Gesundheit und Lebenserwartung von Meerestieren und Menschen.

Nutzung von Kunststoffen grundsätzlich vermeiden

Vor diesem Hintergrund wollen Mitglieder von Next Wave die Verantwortung für die Entwicklung eines nachhaltigen Modells übernehmen, das die Verschmutzung der Ozeane durch Plastik messbar reduziert und zugleich wirtschaftliche sowie soziale Vorteile verschiedene Interessengruppen schafft. Darüber hinaus soll die Initiative sicherstellen, dass die daraus entstehende Lieferkette die erforderliche Infrastruktur, um die Anforderungen auch hinsichtlich weltweit anerkannter Sozial- und Umweltstandards zu erfüllen und der Überprüfung durch unabhängige Instanzen standzuhalten.

Einberufen wird die Vereinigung von The Lonely Whale, einer NGO, die sich mit Schul- und Verbraucherkampagnen für die Rettung der Meere einsetzt. Die neue Initiative wird Wissenschaftler und Aktivisten, die sich mit Meeresverschmutzung und dem Ökosystem der Meere befassen, aktiv einbeziehen, um ein Modell zu entwickeln, das die Bedürfnisse der Umwelt und der Anwohner von Küstenregionen berücksichtigt. Die Initiative wird von UN Environment unterstützt- Außerdem sind Partner aus der Privatwirtschaft eingeladen, sich für die Kampagne „Saubere Meere“ zu engagieren. Dabei geht man davon aus, dass man innerhalb von fünf Jahren mehr als 1,3 Millionen Kilogramm Plastik umleiten können – das entspricht 66 Millionen Wasserflaschen, die nicht in die Weltmeere gelangen.

Die Mitgliedsunternehmen sind nicht zuletzt übereingekommen, die Kunststoffnutzung in ihren Betrieben und Lieferketten zu reduzieren. Neben der Vermeidung von Kunststoffen, die in die Meere gelangen könnten, ist es wichtig sicherzustellen, dass jedes Unternehmen seinen eigenen „Plastic Footprint“ bewertet und die Nutzung von Einweg- und nicht recycelbaren Kunststoffen beendet oder signifikant reduziert.

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