06.12.2017 Steuerung von Energieinfrastrukturen

Neues Datenfunknetz im Großraum Aachen

In den nächsten neun Monaten wird für den Großraum Aachen ein neues Datenfunknetz zur Steuerung von Energieinfrastrukturen errichtet.

Neues Datenfunknetz im Großraum Aachen

Das neue Kommunikationsnetz basiert auf 14 Funkstandorten und deckt die Stadt und Städteregion Aachen sowie die Kreise Heinsberg und Düren ab.

Das Zauberwort heißt „Energiewende“. Mit einem entsprechenden Konzept und konkret formulierten Projekten hat die Bundesregierung nicht weniger als eine grundsätzliche Erneuerung der Energieversorgungsinfrastruktur angestoßen. Ziel ist es, eine der umweltschonendsten und energiesparsamsten Volkswirtschaften zu werden, bei wettbewerbsfähigen Energiepreisen und einem hohen Wohlstandsniveau.

Dieses Ziel bedingt verschiedene Aktionsfelder – in der Erzeugung, der Verteilung und beim ressourcenschonenden Energieverbrauch. Gemein ist allen Handlungsfeldern das verbindende Element der Digitalisierung. Energienetze der Zukunft brauchen dezentrale Monitoring- und Steuerungskomponenten und damit eine Kommunikationsinfrastruktur zur Vernetzung aller Bausteine. Vom Erzeuger bis zum Verbraucher muss die gesamte Kette überwacht und gesteuert werden können. Im Sinne der Zielsetzung werden alle Energieflüsse transparent und somit beeinflussbar.

Generell gilt: Bei Energienetzen handelt es sich um kritische Infrastrukturen, zumal ihre Funktion für unser tägliches Leben unverzichtbar ist. Öffentliche Kommunikationsnetze sind zur Überwachung und Steuerung nur bedingt geeignet und darüber hinaus nicht überall, wo sie benötigt werden, verfügbar.

Unabhängiges Datenfunknetz auf CDMA-Basis


Als sichere Lösung bietet sich ein unabhängiges Datenfunknetz auf Basis der CDMA-Technik (Code Division Multiple Access, ein Codemultiplex-Verfahren, das die gleichzeitige Übertragung verschiedener Datenströme auf einem gemeinsamen Frequenzbereich ermöglicht) im Frequenzband 450 MHz an. Gute Ausbreitungseigenschaften gepaart mit hoher Übertragungssicherheit machen dieses Netz geeignet für die Informationsübertragung in Energienetzen.

Für die 450-MHz-Frequenz haben sich auch das Stawag-Tochterunternehmen Infrawest GmbH und die Regionetz GmbH, eine hundertprozentige Tochter der EWV Energie- und Wasser-Versorgung GmbH, entschieden. Geplant und umgesetzt wird die neue Infrastruktur gemeinsam von der 450connect GmbH und dem Telekommunikationsdienstleister Netaachen GmbH.

Das neue Kommunikationsnetz basiert auf 14 Funkstandorten und deckt die Stadt und Städteregion Aachen sowie die Kreise Heinsberg und Düren ab. Ausgelegt für eine große Anzahl von Funkempfängern kann so jedes Gebäude im Verbreitungsgebiet versorgt werden. Das neue Netz wird in den nächsten neun Monaten von 450connect und Netaachen errichtet und in Betrieb genommen, so dass es bereits ab Mitte 2018 zur Verfügung stehen wird. Die Kooperation der Partner ist entsprechend langfristig ausgelegt.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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