23.10.2017 Mixed Teams gehört die Zukunft

Personalkonzepte für die erfolgreiche Digitalisierung

Von: Thomas Götzfried*

Neue Personalkonzepte: Warum sogenannten Mixed Teams in Zeiten der Digitalisierung die Zukunft gehört

Erfolgreich mit gemischten Projektteams

Ein gemischtes Projektteam aus internen und externen Fachkräften kann die Digitalisierung in Unternehmen erfolgreich vorantreiben.

Die Nachfrage nach IT-Experten ist angesichts der rasanten technologischen Entwicklung und des großen Bedarfs an digitalen Lösungen ungebrochen hoch. Während sich Java-Entwickler, Data Scientists und IT-Projektmanager ihren Arbeitgeber quasi aussuchen können, sind selbst führende Unternehmen und bekannte Arbeitgebermarken nur noch selten in der Lage, offene Stellen in der geplanten Zeit zu besetzen. Es fehlt schlichtweg an den gesuchten Fachkräften am Arbeitsmarkt.

Um Projekte mit Bedarf an intern nicht verfügbarem Spezial-Know-how flexibel realisieren zu können, wird externe Unterstützung zum Dauerzustand. Diese sollte disziplinübergreifend über die Fachbereiche, Personal und Einkauf geplant und verwaltet werden. Hier kann es für Unternehmen von Vorteil sein, einen externen Dienstleister als Partner zu haben, der kurz- bzw. langfristige Bedarfe decken und bei der gesamten Personalplanung strategisch unterstützen kann.

Erfolgsmodell: Mixed Teams

Moderne IT-Projektteams bestehen heute meist aus einem festen Stamm an internen Mitarbeitern, die bedarfsorientiert durch externe Projektmitarbeiter ergänzt und unterstützt werden. Solche Mixed Teams verbinden verschiedene Vorteile: Zum einen spült die Zusammenarbeit neue Expertisen, Ideen und Ansätze in bestehende Abteilungen und schafft somit einen Wissenstransfer. Zum anderen überwindet der Support durch schneller verfügbare externe Kräfte zeitliche Engpässe und erhöht die Geschwindigkeit beim Umsetzen von Projekten. Auch weil heutzutage Projekte immer öfter von Fachabteilungen direkt angestoßen und finanziert werden, können Abwicklungszeiten auf diese Weise verringert werden. Zugleich lassen sich Mixed Teams gut skalieren und nach erfolgreichem Projektabschluss bedarfsgerecht neu zusammenstellen.

Strategische Personalplanung

Um das Modell der Mixed Teams erfolgreich auf Unternehmensebene umsetzen zu können, ist ein Auflösen traditioneller Sichtweisen der Rekrutierung notwendig: Galt früher, dass die Personalabteilung für interne Stellenbesetzungen zuständig ist und der Einkauf oder die Fachabteilung die externen Personalbedarfe steuert, so löst sich diese Vorgehensweise heute immer stärker auf. Dies ist auch dringend erforderlich, da die funktionale Trennung zwischen den Abteilungen häufig zu Projektverzögerungen führt. Anbieter von sogenannten „Professional Workforce Solutions“ setzen an dieser Stelle an. Sie betrachten den internen Personalbedarf ebenso wie die Projektaufgaben, verfügen über nötige Marktdaten, um Parameter wie etwa die Besetzungswahrscheinlichkeit entsprechend einschätzen zu können, und wissen, welche Vertragsform für welche Aufgabenstellung am besten ist. Gerade vor dem Hintergrund komplexer Compliance-Richtlinien und rechtlicher Unsicherheiten beim Einsatz von Fremdpersonal kann fachlicher Beratung hinsichtlich der Vertragsmodelle große Bedeutung zukommen.

Teams richtig aufstellen

Welche Vertragsform für das jeweilige Projekt die richtige ist, hängt u.a. von den Projektanforderungen, der geplanten Dauer, der Aufgabenstellung und nicht zuletzt auch dem verfügbaren Kandidatenpool ab. Durch eine ganzheitliche Betrachtung aller Personalbedarfe lassen sich Personalengpässe frühzeitig erkennen und vermeiden: Findet sich beispielsweise zunächst kein geeigneter Kandidat für eine Festanstellung, kann diese Rolle durch Beauftragung eines Freiberuflers überbrückt werden, während im Hintergrund die Suche weiterläuft.

Dies kann allerdings nur dann reibungslos funktionieren, wenn auf Unternehmensseite die strukturellen Voraussetzungen geschaffen werden, um dem Servicepartner einen übergeordneten Blick zu ermöglichen. Gerade für Dienstleister ist es dann oftmals leichter, interne funktionale Trennungen zu überwinden. Eine gute übergreifende Kommunikationsstruktur und konsequentes Controlling sind zudem wichtige Voraussetzungen, um die Effizienz und Produktivität der Mixed Teams sicherzustellen.

In der digitalen Umbruchphase kann eine effektive Planung und Steuerung der internen und externen Personalbedarfe für Technologieprojekte ein Wettbewerbsvorteil sein. Dies erfordert von Unternehmen, dass sie sich von der kurzfristigen Ad-hoc-Beauftragung von Dienstleistern und Experten lösen. Anbieter von Professional Workforce Solutions arbeiten gemeinsam mit den Fachabteilungen daran, die passenden Projektteams aus internen und externen Mitarbeitern aufzustellen. Der von den beauftragenden Unternehmen gezeigte Mut zur Transparenz zahlt sich dann in der Regel durch höhere Besetzungsquoten und geringere Wartezeiten aus.

* Der Autor Thomas Götzfried ist Vorstand der Allgeier Experts. Das Unternehmen mit Sitz in Wiesbaden ist ein Anbieter von Professional Workforce Solutions für IT und Engineering.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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