21.11.2017 Teamübergreifende Zusammenarbeit

UCC: Vereinte Kommunikation

Von: Kathrin Zieblo

Warum UCC-Lösungen die technologische Basis für ein Umdenken im Unternehmen bilden und wie sich bestehende Kommunikationsstrukturen vernetzen lassen, erläutert Jan Hickisch, Vice President Global Solution Management Unify bei Atos Deutschland, im Interview.

Jan Hickisch, Unify

„UCC-Lösungen vereinen alle Kommunikationskanäle auf einer webbasierten, standardisierten Plattform – von Telefon und E-Mail über Instant Message bis hin zur Videokonferenz", fasst Jan Hickisch, Vice President Global Solution Management Unify bei Atos Deutschland, zusammen.

IT-DIRECTOR: Herr Hickisch, die Diskussion um Veränderungen in der Arbeitswelt reißt nicht ab – welche technologische Entwicklung beeinflusst den modernen Arbeitsplatz derzeit besonders?
J. Hickisch:
Der Trend geht aktuell ganz klar in Richtung teamübergreifende Zusammenarbeit. Dafür bilden UCC-Lösungen die technologische Basis. Neben Collaboration verbessern sie auch die Mobilität und tragen zur Work-Life-Balance bei, etwa durch Konzepte für effizientes Arbeiten im Home Office. Das Jahr 2018 steht ganz im Zeichen von „All-IP“: Die Telekom schaltet das ISDN-Netz ab. Unternehmen modernisieren in diesem Zuge ihre IKT-Infrastruktur und berücksichtigen dabei auch verstärkt UCC-Konzepte – UCC wird somit für Unternehmen zum Standard.

IT-DIRECTOR: Wie wirken sich diese Veränderungen auf die IT-Infrastruktur im Unternehmen aus?
J. Hickisch:
UCC-Lösungen ergänzen die bestehende IT-Infrastruktur um neue Funktionen. Bei der Entwicklung unserer Unify-Lösungen, wie Circuit und OpenScape Cloud, achten wir darauf, dass sie sich mühelos in bestehende Strukturen integrieren lassen. Das bedeutet, Unternehmen können Kollaborationslösungen schrittweise einführen und bestehende IT-Komponenten weiterhin nutzen. Diese bieten natürlich einen Investitionsschutz. Das gilt nicht nur in Bezug auf die Hardware, sondern natürlich auch hinsichtlich Software: Eine Integration der UCC-Lösung in ein bestehendes CRM-System sowie der umgekehrte Weg, also das Einbinden der Informationen aus CRM in die UCC-Lösung verbessern Kundenservice und Mitarbeiterproduktivität erheblich. Es versteht sich darüber hinaus von selbst, dass sich eine UCC-Lösung nahtlos in das Security-Konzept eines Unternehmens einfügt und alle gesetzlichen Anforderungen, etwa durch die EU-Datenschutz-Grundverordnung, erfüllen muss.

IT-DIRECTOR: Welche Rolle übernehmen dabei spezielle UCC-Tools? Und welche Vorteile ergeben sich durch den Einsatz?
J. Hickisch:
UCC-Lösungen vereinen alle Kommunikationskanäle auf einer webbasierten, standardisierten Plattform – von Telefon und E-Mail über Instant Message bis hin zur Videokonferenz. Die Nutzeroberfläche ist dabei unabhängig vom Endgerät. Für den Anwender heißt das, er kann vom Schreibtischtelefon, Laptop oder Smartphone aus auf ein und dieselbe Oberfläche zugreifen und hat alle Informationen vorliegen. Für die IT-Abteilung bedeutet dies eine sichere und schnelle Einbindung neuer Mitarbeiter und unterschiedlichster Endgeräte. Selbst BYOD-Konzepte lassen sich auf diese Weise sicher und kosteneffizient umsetzen.

Nicht zuletzt fördern UCC-Lösungen eine bessere Work-Life-Balance und führen damit zu höherer Mitarbeiterzufriedenheit, indem sie das Arbeiten im Home Office oder von unterwegs erleichtern. Die erhöhte Vernetzung der Mitarbeiter steigert zudem die Servicequalität für Partner und Kunden und führt abteilungsübergreifend zu effizienteren Prozessen.

IT-DIRECTOR: Lässt sich im Zuge der digitalen Kommunikation ein Wandel in der Unternehmenskultur wahrnehmen?
J. Hickisch:
Früher stand, wenn es um Unified Communications ging, der einzelne Nutzer im Fokus. Heute geht es im Kern darum, die Zusammenarbeit von ganzen Teams zu verbessern und vorhandenes relevantes Wissen allen Team-Mitgliedern über eine einheitliche Plattform zugänglich zu machen – unabhängig von Unternehmenshierarchien. Bewährte, bislang oft separat geführte Kommunikationstools wie Telefon oder E-Mail spielen weiterhin eine große Rolle, werden aber in einem ganzheitlichen Konzept eingebunden. Dieses ist nicht statisch, sondern so flexibel, dass es selbst bei Projekten ad hoc maßgeblich unterstützen kann. 

Doch die beste UCC-Lösung bringt nichts, wenn Mitarbeiter die neuen Funktionen nicht nutzen. Das bedeutet: Die Mitarbeiter müssen herangeführt und mit den neuen Funktionen und den Vorteilen vertraut gemacht werden. So müssen sie für ein Telefonat nicht am Platz sitzen bleiben, sondern können bei Bedarf dieses nahtlos mit ihrem Mobiltelefon weiterführen, etwa wenn sie während eines Telefonats am Schreibtisch bereits zum nächsten Meeting müssen. Der Kulturwandel erfordert also organisiertes Change Management. Insbesondere ist es wichtig, das Bewusstsein für die Notwendigkeit der Veränderung zu schaffen und die Mitarbeiter auf den Einsatz alternativer Werkzeuge vorzubereiten. Eine Reihe von Schulungen sensibilisiert sie für den bewussteren Einsatz der Kommunikations-Tools. Im Praxiseinsatz wird UCC über Jahre eingeschliffene Geschäftsprozesse entscheidend verändern – darauf  wollen und sollten die Mitarbeiter vorbereitet sein.

IT-DIRECTOR: Inwieweit wird sich die unternehmensinterne Kommunikation in den nächsten Jahren einem Wandel unterziehen müssen, um „modern“ zu bleiben?
J. Hickisch:
Die Unternehmen bewegen sich verstärkt weg vom Denken in Hierarchien und Landesgrenzen. Die Zukunft liegt in der vernetzten Kommunikation, nicht im Aufbau von Silos. Das setzt in Unternehmen enormes Potential für Innovationen frei und trägt damit zum erfolgreichen Bestehen in umkämpften Wettbewerbsfeldern bei. UCC-Lösungen bilden die technologische Basis für dieses Umdenken. Ist das Aufbrechen bestehender Silos geschafft, ist der nächste logische Schritt für Unternehmen das Einbinden von Kunden und Partnern in ihre Kommunikationsstrukturen.

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