05.12.2017 Parallelen zur Künstlichen Intelligenz

Wie intelligent ist das menschliche Gehirn?

In einer neuen Studie von Huawei werden die Ähnlichkeiten zwischen dem menschlichen Gehirn und Künstlicher Intelligenz (KI) beleuchtet.

Das menschliche Gehirn trifft nach aktuellen Erkenntnissen täglich etwa 35.000 Entscheidungen.

Das menschliche Gehirn trifft nach aktuellen Erkenntnissen täglich etwa 35.000 Entscheidungen.

Die Studie verdeutlicht, dass die befragten Deutschen sich bei über 99,76 Prozent ihrer täglichen Entscheidungen nicht bewusst sind. Dies ist ein Zeichen für die erstaunliche Arbeitsleistung des Gehirns, ohne dass der Mensch davon aktiv etwas mitbekommt. Die repräsentative Umfrage wurde im November 2017 von Lightspeed Research im Auftrag von Huawei unter insgesamt 10.000 Befragten aus zehn europäischen Ländern durchgeführt. Mit dabei sind 1.000 Befragte aus Deutschland.

Selbstwahrnehmung trügt


Das menschliche Gehirn trifft nach aktuellen Erkenntnissen täglich etwa 35.000 Entscheidungen. Fragt man jedoch die Teilnehmer der Studie, gehen diese im europäischen Gesamtdurchschnitt von nur 92 Entscheidungen pro Tag aus. Deutsche sind diesbezüglich noch verhaltener: Sie tippen nur auf 82 Entscheidungen, die sie täglich fällen müssen.

„Die Studie zeigt, dass menschliche Intelligenz genauso funktioniert wie Künstliche Intelligenz, nämlich meist im Hintergrund, um unser Leben dadurch zu vereinfachen“, sagt Walter Ji, President der Huawei Western Europe Consumer Business Group. „Unsere Ergebnisse zeigen nicht nur einen signifikanten Unterschied zwischen der Menge der Entscheidungen, die wir unserer Meinung nach täglich treffen, und der tatsächlichen Anzahl. Sie verdeutlichen auch eine Diskrepanz bezüglich unserer Wahrnehmung, wie wir unsere Zeit verbringen, und der Art und Weise, wie wir es tatsächlich tun.“

Ein Beispiel: Laut Befragung glaubt der Durschnittseuropäer, dass er pro Tag 22 Mal auf sein Smartphone schaut – der Durchschnittsdeutsche geht hier sogar nur von neun Mal aus. Tatsächlich checken Konsumenten ihr Gerät täglich jedoch um die 76 Mal.

Digitale Denkhilfen


Ein Teil der Umfrage klärt, ob sich Konsumenten im Alltag Entscheidungshilfen von ihrem Smartphone wünschen. Die allgemeine Tendenz: tun sie. 47 Prozent aller Befragten würden beispielsweise gerne kreative Vorschläge erhalten, wie sie Lebensmittel in ihrem Kühlschrank am besten verbrauchen können. Etwa 39 Prozent sehnen sich nach digitaler Hilfe beim Erlernen neuer Sprachen und mehr als ein Drittel (38 Prozent) wünscht sich Unterstützung beim Fotografieren.

Paul Dolan, Professor am Institut Social Policy der London School of Economics and Political Science: „Die Ergebnisse sind wirklich faszinierend und zeigen, dass der Verstand viele Dinge automatisiert, parallel und oftmals unbewusst verarbeitet. Die Studie zeigt die erstaunliche Kraft und das Potential, das sowohl das menschliche Gehirn als auch Künstliche Intelligenz aufweisen. Letztere imitiert die unbewusste Entscheidungsfindung des menschlichen Gehirns und ist für unsere zukünftige Alltagsbestreitung deshalb enorm wichtig.“

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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