06.11.2017 Interxion eröffnete FRA11 und FRA12

Zwei neue Rechenzentren in Frankfurt

Von: Ina Schlücker

Interxion, europäischer Anbieter von cloud- und carrier-neutralen Rechenzentrumsdienstleistungen für Colocation, hat kürzlich sein 11. und 12. Rechenzentrum auf dem Frankfurter Campus eröffnet. Zudem ist nun das neue Umspannwerk in Betrieb.

  • Brandschutz in FRA11 von Interxion

    Der Brandschutz im neuen FRA11 von Interxion basiert u.a. auf Argon-Gas.

  • Jens Prautzsch, Interxion

    Jens Prautzsch, Geschäftsführer der Interxion Deutschland GmbH: „Zunehmend werden größere RZ-Flächen an wenige große Kunden vermietet.“

  • Grundwasserbrunnen im FRA11

    Der Grundwasserbrunnen im neuen Rechenzentrum FRA11

„Mit beiden Rechenzentren haben wir an unserem Frankfurter Campus insgesamt 5.900 Quadratmeter neuen Raum für das digitale Wachstum unserer Kunden geschaffen“, resümiert Jens Prautzsch, Geschäftsführer der Interxion Deutschland GmbH. „Über 130 Millionen Euro investierten wir in diese Expansionsstufe und das neue Umspannwerk, was unser hohes Engagement am Standort Frankfurt zeigt.“

Künftig wird Frankfurt als Standort vieler Data Center weiter an Bedeutung gewinnen. Denn laut Prautzsch schlägt in der hessischen Metropole das Herz der digitalen Wirtschaft von Kontinentaleuropa. „Hier möchten wir die stark wachsende Nachfrage unserer Kunden nach hochverfügbaren und sicheren Rechenzentrumskapazitäten für ihre digitale Transformation bestmöglich bedienen“, so der Geschäftsführer weiter. Einer der jüngsten Kunden ist beispielsweise die chinesische Tencent Cloud, die den europäischen Cloud-Markt von Frankfurt aus bedient. In die Karten spielt diesen und anderen Kunden dabei auch die Nähe zum DE-CIX, dem mittlerweile größten Internet-Knoten der Welt.

Glaubt man Branchenkennern wird Frankfurt insbesondere durch den Brexit zur wichtigsten europäischen Finanzmetropole werden. In der Folge könnten in der Stadt dann rund 600.000 Quadratmeter an Rechenzentrumsfläche in Betrieb sein. Die Energieversorgung gewährleisten dabei regionale Dienstleister wie Mainova. Bereits heute versorgt Mainova 80 Prozent der Frankfurter Rechenzentren mit fast 700 Mio. kWh an Strom. Dabei ist der Stromdurchsatz der Rechenzentren in der Main-Metropole mittlerweile höher als der vom Frankfurter Flughafen. Nicht zuletzt sollen mit der künftigen Verbreitung von Elektromobilität bzw. Elektroautos neue Dimensionen der Stromverteilung hinzukommen.

Hochverfügbare Stromversorgung im RZ

Das nun eröffnete elfte Rechenzentrum (RZ) von Interxion, kurz FRA11, verfügt im Endausbau über eine Netto-Rechenzentrumsfläche von 4.800 Quadratmetern und eine Stromkapazität von zehn Megawatt. Die ersten beiden Bauabschnitte sind nun fertiggestellt und in Betrieb, die verbleibenden Teilabschnitte werden voraussichtlich im zweiten Quartal 2018 eröffnet. Die Investitionen für den kompletten Bau von FRA11 belaufen sich auf rund 95 Mio. Euro. Generell erkennt Jens Prautzsch einen Trend dahingehend, dass immer größere RZ-Flächen an wenige große Kunden vermietet werden. Parallel dazu würde man aber mittels „Cage-Lösungen“ auch den RZ-Anforderungen kleinerer und mittlerer Unternehmen entsprechen können.

Darüber hinaus wurde FRA12 in einer Phase aufgebaut. Das Data Center bietet den Colocation-Kunden eine Netto-Rechenzentrumsfläche von etwa 1.100 Quadratmetern sowie eine Stromkapazität von zwei Megawatt. FRA12 ergänzt das Rechenzentrum FRA11. In dieses neue Rechenzentrum wurden rund 19 Mio. Euro investiert.

Für die hochverfügbare Stromversorgung des Frankfurter Campus sorgt das neue Umspannwerk in der Weismüllerstrasse, das von der Mainova-Tochter Netzdienste Rhein-Main GmbH (NRM) betrieben wird. Es stellt rund 39 Megawatt zusätzlicher Stromversorgung für Kunden bereit. Über die Versorgung der bestehenden Rechenzentren hinaus soll das Umspannwerk das weitere Wachstum von Interxion in Frankfurt unterstützen. Die Investitionssumme beläuft sich auf rund 20 Mio. Euro.

13. Rechenzentrum angekündigt

Erst vor kurzem hatte der Colocation-Anbieter den Aufbau seines 13. Rechenzentrums, FRA13, angekündigt. Für die weitere Expansion hat man sich bereits zusätzliche Flächen von über 9.000 Quadratmetern in der unmittelbaren Umgebung des Campus an der Hanauer Landstraße gesichert. Damit kann das Cloud-Zentrum, das laut Anbieter einer der größten Internet-Hubs in Europa und einer der führenden Cloud-Hubs in Deutschland ist, auch in Zukunft weiter wachsen.

FRA13 soll in zwei Phasen entstehen und den Kunden nach Fertigstellung insgesamt eine Netto-Rechenzentrumsfläche von etwa 4.800 Quadratmeter sowie eine Stromkapazität von 10 Megawatt bieten. Die erste Bauphase wird voraussichtlich im vierten Quartal 2018 abgeschlossen sein und eine Fläche von rund 2.300 Quadratmeter umfassen. Die Eröffnung des zweiten Abschnitts mit etwa 2.500 Quadratmetern ist für das erste Quartal 2019 geplant. Interxion investiert in FRA13 etwa 90 Mio. Euro.

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