08.11.2017 Getrennte Handelswelten wachsen zusammen

B2B-Marktplatz: Kundenerwartungen voraussagen

Von: Kathrin Zieblo

Auch im B2B-Bereich gewinnt der E-Commerce an Bedeutung – sowohl über den eigenen Online-Shop, als auch auf speziellen Marktplätzen. Mit welchen Software-Tools sich die Kundenerwartungen voraussagen lassen, berichtet Markus Mayer, Senior Director Customer Services Germany bei Axway, im Interview.

Markus Mayer, Axway

„B2B-Marktplätze und Verzeichnisse sind immens relevant für Unternehmen und bieten einen guten Weg, neue Märkte und Möglichkeiten für zusätzliche Geschäfte zu erschließen", beschreibt Markus Mayer von Axway.

ITM: Herr Mayer, welche Bedeutung hat der E-Commerce für den B2B-Handel?
Markus Mayer:
Das Umsatzvolumen und damit die Bedeutung des B2B-E-Commerce wächst seit Jahren ungebrochen. Laut einer Studie von Eco, dem Verband der Internetwirtschaft, und Arthur D. Little betreiben rund 75 Prozent der deutschen Unternehmen schon heute B2B-Handel im Wesentlichen über internetbasierte Prozesse und E-Commerce. Das liegt daran, dass auch traditionelle Unternehmen ihre Produkte immer mehr via B2B-Plattformen absetzen und verstärkt auf Online-Kanäle setzen. Dabei gilt: Flexibilität gewinnt – neue Marktplätze sollten schnell in die etablierten Prozesse eingebunden werden. Strategischen Kunden muss der direkte Zugriff auf die elektronischen Bestellprozesse des Unternehmens möglichst einfach ermöglicht werden.

ITM: Verkauft wird inzwischen nicht mehr nur im eigenen Onlineshop, sondern auch auf speziellen Online-Marktplätzen. Welche Relevanz haben diese im B2B-Bereich?
Mayer:
B2B-Marktplätze und Verzeichnisse sind immens relevant für Unternehmen und bieten einen guten Weg, neue Märkte und Möglichkeiten für zusätzliche Geschäfte zu erschließen – gerade in Regionen, in denen eine Firma noch keine Geschäftsbeziehungen unterhält. B2B-Marktplätze bieten einen kosteneffizienten und risikoarmen Weg, eine kohärente Online-Präsenz zu etablieren, die eigene Reichweite zu vergrößern, die generelle Bekanntheit zu verbessern sowie einträgliche Kundenanfragen zu generieren. Die Anzahl dieser Marktplätze wächst rapide, Unternehmen integrieren sich heute in Netzwerken von Marktplätzen und Direktverbindungen.

ITM: Welche Software-Tools bieten dabei Unterstützung?
Mayer:
Mit Axway Amplify, der cloud-fähigen Datenintegrations- und Engagement-Plattform, ermöglichen wir es Unternehmen, Änderungen von Kundenerwartungen besser vorauszusagen. Unser API-first Ansatz verbindet B2B-Daten aller Systeme, versorgt Millionen von Apps und liefert Analysen in Echtzeit zum Aufbau eines Customer Experience Networks. Axway wird mit dem Amplify Marketplace einen eigenen B2B-Marktplatz rund um API-Tools und -Komponenten einführen.

Die API-Management-Lösung verbindet die traditionelle mit der digitalen Infrastruktur – sicher und schnell. In der digitalen Gegenwart erwarten Menschen personalisierte und dynamische Interaktionen. Nicht immer gelingt das mit den vorhandenen Datenbeständen und Systemen. Mit APIs kann diese Diskrepanz schnell und sicher überwunden werden – sie bilden die Brücke zur modernen Customer Journey.

Die Lösung liefert Entwicklern sowie Sicherheits- und Integrationsteams die benötigten Werkzeuge, um bei Bedarf innerhalb kurzer Zeit neue Apps und Services bereitzustellen. Unter Nutzung interner und externer Ressourcen können sie mobile, cloud-basierte und IoT-orientierte Erfahrungen schaffen, die die Kundenbindung stärken und für einen beschleunigten ROI in der gesamten digitalen Wertschöpfungskette sorgen.

ITM: Wie wird sich Ihrer Meinung nach der „Business E-Commerce“ in den nächsten Jahren verändern?
Mayer:
Die jetzt noch getrennten Handelswelten werden immer mehr zusammenwachsen, Prozesse werden digitalisiert und Kundenverhalten für Händler immer vorhersehbarer. Customer Experience Networks gehen weit über den Omnichannel-Ansatz hinaus und werden den Business E-Commerce verändern. Flexibilität durch API-Konnektivität wird dabei eine zunehmend größere Rolle spielen. Ein Customer Experience Network ermöglicht es Unternehmen, ein Ökosystem bestehend aus internem Personal, externen Businesspartnern, Kunden und anderen Stakeholdern zu entwickeln. So lässt sich eine auf den zentralen Geschäftszweck ausgerichtete Kommunikation, Kollaboration und Co-Innovation zur Verfügung stellen.

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