14.11.2017 Online-Markplätze für Unternehmen

Das Marktpotential von B2B-E-Commerce

Von: Kathrin Zieblo

Warum Alexander Shashin, Country Manager Germany bei Oro, Business E-Commerce nicht als Trenderscheinung betrachtet, sondern als logische Entwicklung des Online-Handels, berichtet er im Interview.

Alexander Shashin, Country Manager Germany bei Oro

„Dank ressourcensparender Infrastruktur und thematischer Spezialisierung erleichtern firmeneigene Marktplätze Unternehmen den Einstieg ins Online-Geschäft oder die Erweiterung der bestehenden E-Commerce-Aktivitäten", schildert Alexander Shashin von Oro.

ITM: Herr Shashin, welche Bedeutung hat der E-Commerce für den B2B-Handel?
Alexander Shashin:
E-Commerce ist ein wichtiges und zukunftsträchtiges Betätigungsfeld für B2B-Unternehmen. Über neue Vertriebskanäle wie Online-Shops, Marktplätze oder Apps können vielfältige Kundengruppen mit unterschiedlichen Ansprüchen erreicht werden. Im komplexen B2B-Geschäft hat Digitalisierung einen hohen Stellenwert. Sie erleichtert die Beziehungspflege zu Kunden und Distributoren, erlaubt die Automatisierung von Vertriebsabläufen und optimiert die Lieferkette. Online-Händler haben außerdem die Möglichkeit, ihre Produkte direkt an den Endverbraucher zu verkaufen (B2B2C).

Eine umfangreiche Analyse der Ist-Situation und vor allem der Soll-Situation, sowie eine klare strategische Ausrichtung für mindestens fünf Jahre, ist im E-Commerce notwendig.

ITM: Verkauft wird inzwischen nicht mehr nur im eigenen Onlineshop, sondern auch auf speziellen Online-Marktplätzen. Welche Relevanz haben diese im B2B-Bereich?
Shashin:
Marktplätze sind spezielle Webseiten, auf denen unterschiedliche Verkäufer Produkte und Dienstleistungen zu verschiedenen Konditionen anbieten können. Dank ressourcensparender Infrastruktur und thematischer Spezialisierung erleichtern firmeneigene Marktplätze Unternehmen den Einstieg ins Online-Geschäft oder die Erweiterung der bestehenden E-Commerce-Aktivitäten.

Es gibt verschiedene Arten von Marktplätzen, auch die sogenannten Einkaufsgemeinschaften sind Marktplätze. Wichtig ist dabei, dass ein solches Online-Geschäftsmodell zum jeweiligen Unternehmen passt. Mit modernen und flexiblen B2B-E-Commerce-Plattformen ist eine Vielzahl von Modellen abbildbar.

ITM: Verliert die eigene Unternehmenswebseite in Bezug auf Marketing-Maßnahmen infolgedessen an Bedeutung?
Shashin:
Die Unternehmenswebseite bleibt nach wie vor relevant, da diese oft als Einstiegskanal verwendet wird. Das Thema Content-Marketing ist dabei sehr wichtig, ebenso die Einbindung und Nutzung von verschiedenen Social-Media-Kanälen.

ITM: Wie wird sich Ihrer Meinung nach der „Business E-Commerce“ in den nächsten Jahren verändern?
Shashin:
Business E-Commerce hat gerade in Deutschland großes Marktpotential. Laut einer aktuellen Umfrage von Ibi Research gehen 73 Prozent der E-Commerce-Entscheider von einem Anstieg der Online-Verkaufsaktivitäten bis ins Jahr 2020 aus. Die Anwendungen von Oro orientieren sich an diesem wachsenden Bedarf. Da teilweise seit Jahrzehnten etablierte und branchenspezifische Strukturen existieren, braucht der Markt neue und flexible Plattformen, die zum einen eine Vielfalt an notwendigen Prozessen, Funktionen und Integrationsmöglichkeiten mitbringen und zum anderen eine einfache und schnelle Anpassung an bereits existierende Geschäftsprozesse durch Konfiguration erlauben. Benachbarte Geschäftsbereiche, wie CRM oder ERP, sollten im direkten Zusammenhang mit E-Commerce stehen, um Kundenbeziehungen optimal pflegen und ausbauen zu können.

Business E-Commerce ist keine Trenderscheinung sondern eine logische Entwicklung des Online-Handels. Neben technischem und branchenspezifischem Know-how gehört letztlich auch etwas Mut zur Erschließung und dem zeitgemäßen Ausbau neuer Geschäftsbereiche.

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