04.12.2017 So erstellt Advola ihre Arbeitnehmer-Überlassungsverträge

Digitaler Vertragsabschluss mit E-Signatur

Die Münchner Zeitarbeitsfirma Advola GmbH erstellt ihre Arbeitnehmerüberlassungsverträge ab sofort digital mit qualifizierter elektronischer Signatur. Unterstützung bei der technischen Umsetzung erhält sie von den Signaturexperten der Secrypt GmbH und der Aveo Solutions GmbH, einem Software-Anbieter für Zeitarbeitsfirmen.

Die Zeitarbeitsfirma Advola erstellt ihre Arbeitnehmerüberlassungsverträge ab sofort digital.

Die Zeitarbeitsfirma Advola erstellt ihre Arbeitnehmerüberlassungsverträge ab sofort digital.

Für die vollständige digitale Abwicklung wurde die Signatur-Software Digiseal Office Pro von Secrypt in die bereits etablierte Zeitarbeits-Software Rimini der Aveo Solutions GmbH integriert. Dadurch können Personaldienstleister ihre Verträge in der gewohnten Arbeitsumgebung über Rimini erstellen. Der Signaturvorgang wird unmittelbar beim Senden des Vertrages durch das einfache Setzen eines Hakens gestartet und über die Eingabe der Signatur-PIN im Kartenlesegerät abgeschlossen. Anschließend wird der vollständige, qualifiziert elektronisch signierte Arbeitnehmerüberlassungsvertrag automatisch als E-Mail-Anhang aufbereitet.

Mit der neuen Lösung reagiert die Advola GmbH auf die Reform des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes vom 1. April 2017. Seither sind Personalver- und -entleiher verpflichtet, bereits vor Beginn einer Arbeitnehmerüberlassung einen schriftlichen Überlassungsvertrag zu schließen (§ 1 Abs. 1 Satz 5 AÜG) – gegebenenfalls auch digital mit qualifizierter elektronischer Signatur. Geschieht das nicht, drohen Bußgelder von bis zu 30.000 Euro und der Entzug der Arbeitnehmerüberlassungserlaubnis. Die Bundesagentur für Arbeit hat bereits Prüfungen vorgenommen – mit ernsthaften Konsequenzen für erste Zeitarbeitsfirmen.

Kurzfristig Personal bereitstellen


„Für uns war von Anbeginn klar: Wir benötigen dringend eine Lösung, die es uns trotz des bürokratischen Mehraufwandes erlaubt, weiterhin kurzfristig und flexibel Personal zur Verfügung zu stellen. Ohne die digitale Signatur wären wir gezwungen, den Vertrag per Post an unseren Kunden zu übersenden und auf den Rückversand des unterzeichneten Originaldokumentes zu warten. Erst dann könnte der Zeitarbeitnehmer seine Arbeit aufnehmen. Durch den digitalen Vertragsabschluss mit qualifizierter elektronischer Signatur vermeiden wir diese zeitlichen Verzögerungen und können gleichzeitig die hohen formalen Anforderungen erfüllen“, sagt Fabian Prudencia De Almeida, Geschäftsführer der Advola GmbH.

Das Unternehmen übersendet das digital signierte Dokument nun dank des neuen Systems per E-Mail an seine Kunden, so z.B. an den Autozulieferer Avocarbon. Anschließend unterzeichnet dieser den Vertrag ebenfalls digital über die am Einzelarbeitsplatz installierte Signatur-Software und sendet ihn sofort per E-Mail an Advola zurück. „Der digitale Vertragsabschluss mit E-Signatur ohne Medienbruch ermöglicht uns eine Arbeitnehmerüberlassung innerhalb von wenigen Minuten. Der bestellte Mitarbeiter kann sofort bei uns anfangen, was entscheidend zu unserer Produktivitätssicherung beiträgt“, freut sich Corinna Kaup-Huwer, Personalchefin der Avocarbon in Frankfurt.

Mix aus digitaler und handschriftlicher Signatur


Doch auch für Entleiher, die über keine elektronische Signaturausstattung verfügen, existiert eine Lösung: Sie drucken den von Advola digital signierten Vertrag aus und senden diesen handschriftlich unterschrieben per Post zurück. „Diese Vorgehensweise erlaubt § 126 Abs. 2 S. 2 BGB. Danach müssen beide Vertragsparteien ein gleich lautendes Dokument erstellen und signieren – egal, ob digital oder handschriftlich. In beiden Fällen ist das Schriftformerfordernis nach § 12 Abs. 1 S. 1 AÜG eingehalten“, erläutert Rechtsanwalt Dr. Kilian Friemel von Taylor Wessing.

Wenn der Verleiher darüber hinaus im Vertrag auf die Erklärung der Annahme verzichtet, lässt sich der Prozess sogar noch etwas beschleunigen. „Sobald der Entleiher den ihm übersandten Vertrag unterzeichnet hat, ist er wirksam zustande gekommen. Der Leiharbeiter kann seine Arbeit direkt aufnehmen. Dennoch ist es für den Nachweis sinnvoll, den Vertrag entweder postalisch oder in eingescannter Form per E-Mail an den Verleiher zurückzusenden“, ergänzt Dr. Friemel. In jedem Fall profitieren beide Parteien von der digitalen Umsetzung, da durch den Postweg nicht mehrere Tage verloren gehen.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

©2017 Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH