02.11.2017 Vieles wandert in die Cloud

Neue Dynamics-Funktionen von Microsoft

Von: Ina Schlücker

Microsoft treibt die Weiterentwicklung von Dynamics 365 voran, wobei neue Funktionen verstärkt in die Cloud wandern. Allerdings ist die betriebswirtschaftliche Standard-Software auch nach wie vor als On-Premise-Lösung verfügbar.

  • Dynamics-Features wandern in die Cloud

    Vieles wandert in die Cloud: Microsoft treibt die Weiterentwicklung von Dynamics 365 voran, wobei viele neue Funktionen in die Cloud wandern.

  • Dynamics 365 von Microsoft

    Einblick in das neue Release von Microsoft Dynamics 365

Seit Jahren bekennen sich die Verantwortlichen von Microsoft zu einer klaren Cloud-Strategie. Von daher verwundert es nicht, dass über kurz oder lang auch die unter der Dachmarke „Dynamics 365“ zusammengefassten Unternehmensanwendungen wie Business Intelligence (BI), ERP oder Customer Relationship Management (CRM) ihren Weg in die Wolke gehen sollen.

Grundsätzlich bieten die Redmonder den – insbesondere hierzulande nicht ganz so cloud-affinen – mittelständischen Kunden jedoch verschiedene Alternativen an. Nach wie vor kann Dynamics als klassische On-Premise-Lösung genutzt werden. Zudem ist „Cloud" nicht immer mit der „Public Cloud“ gleichzusetzen. Vielmehr wird es den Kunden ermöglicht, Dynamics auf technologischer Basis des Azure-Stacks als private Cloud-Umgebung in den eigenen Rechenzentren aufzusetzen.

Nicht zuletzt können Anwender die Software aus der sogenannten „Deutschland Cloud“ beziehen. Dahinter verbirgt sich das bereits im vergangenen Jahr gemeinsam mit T-Systems angestoßene Cloud-Angebot auf Basis eines Treuhändermodells. Dabei liegt der Zugang zu den Kundendaten allein bei T-Systems: Ohne Zustimmung des Datentreuhänders oder des Kunden erhält selbst Microsoft keinen Zugriff darauf. Den einen oder anderen Wermutstropfen muss man dabei allerdings in Kauf nehmen: Zum einen sind die Kosten um rund 25 Prozent höher als für die in den Microsoft-Rechenzentren in Amsterdam oder Dublin bereitgestellten Cloud-Services. Zum anderen werden neue Funktionalitäten meist erst zeitverzögert oder gar nicht im Treuhändermodell verfügbar. Dennoch lohnt sich das Konzept laut Frank Naujoks, bei Microsoft Deutschland verantwortlich für Dynamics, insbesondere für Unternehmen, die aus Compliance-Gründen einen deutschen Rechenzentrumsstandort für ihre Datenhaltung nachweisen müssen.

Künstliche Intelligenz integriert

Über die unterschiedlichen Betriebsmodelle hinaus, kündigt der Anbieter für die nächsten Monate mehrere Neuheiten im Dynamics-Umfeld an. Das Hauptaugenmerk liegt laut Naujoks darauf, eine einzige Plattform für sämtliche Geschäftsprozesse bereitzustellen. Aufgrund dessen soll die Integration von Dynamics mit dem restlichen Microsoft-Portfolio weiter vorangetrieben werden. Vor allem die als „Cognitive Service“ bezeichneten Lösungen für Künstliche Intelligenz (KI) sollen Dynamics-Anwender künftig einfacher nutzen können. Dabei lassen sich standardmäßig Office-Graph- und LinkedIn-Daten ebenso einbinden wie die Datenpools von Drittanbietern. Dies soll den Kunden insbesondere bei der Pflege von Kundendaten, der Rekrutierung neuer Mitarbeiter und dem Talent-Management in die Karten spielen.

Doch nicht nur aus der KI-Ecke erhält die Dynamics-Plattform Zuwachs. Vielmehr umfasst die Integration mit Office 365 nun auch die Verbindung mit den Microsoft Power Apps. Damit können die Geschäftsanwender nun nicht nur selbst Apps erstellen, sondern diese anderen Mitarbeitern, Teams oder ganzen Fachabteilungen zentral zur Verfügung stellen und automatisiert aktualisieren. Dabei sind die Power Apps sowohl unter Windows Mobile als auch unter Android und iOS verfügbar.

Nicht zuletzt erfolgt eine enge Verzahnung mit dem Common Data Service der Redmonder. Damit sollen die Kunden deutlich einfacher als bisher aus Dynamics heraus verschiedenste Datentöpfe wie beispielsweise CAD- und Konstruktionsdaten anbinden können.

Wohin geht die Dynamics-Reise?

Neben einem Ausblick auf die geplanten Neuheiten rund um Dynamics 365 erläutert Christian Geckeis, bei Microsoft Deutschland verantwortlich für das Partnergeschäft, wohin die Reise bei Microsoft grundsätzlich geht. Seinen Worten nach will man bis zum Jahr 2020 in Deutschland einen Umsatz von bis zu 32 Milliarden Euro erwirtschaften. Dabei soll sich der Vertrieb künftig auf die Lösungs- und Technologiekompetenz konzentrieren. Im Klartext bedeutet dies, dass „wir den Markt nicht mehr nach PC-Arbeitsplätzen bemessen, sondern nach dem Digitalisierungspotential der Kunden“, so Geckeis. Dieses bemisst sich daran, inwieweit die Anwenderunternehmen zum Beispiel bereits im Kundenservice oder in den internen Abläufe verschiedene Software-Systeme einsetzen.

Hinsichtlich der Vertriebsausrichtung will man weiterhin mit einem Dreiklang aus Microsoft, Partnern und Kunden agieren, betont Christian Geckeis weiter. Hinzu kämen neuerdings jedoch auch neue Partnertypen. „Wir stoßen bei Projekten immer häufiger auf spezialisierte Agenturen, die sich die Digitalisierung der Geschäftsmodelle der Kunden zur Hauptaufgabe machen.“ An dieser Stelle gelte es für Microsoft und seine Partner, bei der Verschmelzung von betriebswirtschaftlichen und technologischen Themen unterstützend zur Seite zu stehen.

Bildquellen: Thinkstock/iStock, Microsoft

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