04.12.2017 Kommentar: Digital Detox

Always on und das Sehnen nach Entschleunigung

Von: Guido Piech

Wie wäre es, in der Vorweihnachtszeit nicht in hektischen Aktionismus auszubrechen und stattdessen auch mal das Smartphone wegzulegen?

Digital Detox: Sehnen nach Entschleunigung

Immer mehr Menschen wollen dem hektischen Alltag entfliehen und sehnen sich nach Entschleunigung.

Immer wieder gegen Jahresende ist das gleiche Ritual zu beobachten. Die meisten Menschen freuen sich auf Weihnachten, um einige Tage der Ruhe und Entspannung im Kreise der Familie zu genießen. Nicht ohne vorher jedoch in hektischen Konsum zu verfallen. Mittlerweile immer häufiger digital, aber durchaus auch immer noch analog, wie die verstopften Straßen der Innenstädte belegen.

Das Beispiel kann als Synonym für einen gesamtgesellschaftlichen Prozess gesehen werden: Gefühlt dreht sich das Rad der digitalen Entwicklung immer schneller. Digitalisierung, die das Leben bequemer macht, zugleich jedoch extrem beschleunigt. Denn wer immer online ist, ist zwar jederzeit auf dem aktuellsten Stand, wird aber gleichzeitig unter Dauerdruck gesetzt, irgendwie adäquat reagieren zu müssen – im Job wie auch im Privaten. Schnell zu sein hat eben auch Nachteile, was nicht wenige bemängeln. Manche sehnen sich gar nach Entschleunigung ...

Nur um einige Tage nach Silvester wieder in den Galopp des Vorjahres zu verfallen. Angereichert mit einigen guten Vorsätzen geht es wie gehabt weiter. Zwar ahnen viele, dass die Entwicklung nicht nur positiv ist. Doch hat man ja keine Wahl, man muss mitmachen, sonst ist man raus. Das fängt schon in der Schule an: Kein Whatsapp, keine Verabredung, keine Kumpels.

Und dass wieder mehr als ein halbes Jahr vorbei ist, wird spätestens klar, wenn im Spätsommer/Frühherbst das neue iPhone vorgestellt wird, auf dessen neueste (digitalen) Features sich alle freuen. Und dann ist ja auch schon bald wieder Weihnachten und man kann ein paar Tage ausspannen.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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