14.11.2017 Digitale Haftnotizen

Die besten Klebezettel-Apps für Windows

Von: Ingo Steinhaus

Wer keine Lust mehr hat, bunte Zettel an den Monitor zu kleben, sollte diese Apps testen.

Haftnotizen

Haftnotizen sind immer noch ein wichtiges Werkzeug im Büro

Die letzte analoge Bastion in deutschen Büros ist der Klebezettel. Er findet sich überall an Wänden, Türen und auf Tischen, gerne auch auf alle vier Ränder des Monitors geklebt. Wer endlich die digitale Transformation der Schnellnotiz beginnen will, findet auf dem Markt eine Vielzahl unterschiedlicher Notizzettel-Apps, von denen einige hier vorgestellt werden.

Sticky Notes in Windows 10

Eine recht einfache, aber für Gelegenheitsnutzer völlig ausreichende Klebezettel-App liefert Windows 10 direkt mit. Sie wird automatisch installiert und findet sich im Windows-Ink-Arbeitsbereich, der durch Anklicken des entsprechenden Symbols im Systembereich der Task-Leiste geöffnet wird. Wenn es nicht zu sehen ist: Rechtsklick auf die Task-Leiste und den Arbeitsbereich anzeigen. Die Notizen werden auf dem Desktop angezeigt und bleiben auch dort nach einem Neustart. Besonders viele Funktionen hat die App nicht, doch immerhin kann man die Farbe und die Größe des Notizzettels verändern.

Corkboard für Windows 10

Die Windows-App arbeitet als schwarzes Brett, auf dem Haftnotizen angeordnet werden können. Sie besitzt keinen besonders großen Funktionsumfang und ist somit ebenfalls eher für Gelegenheitsnutzer geeignet. Sie hat jedoch einen Vorteil für Besitzer von mehreren Monitoren. Das App-Fenster (also das schwarze Brett) kann auf einem zweiten Monitor als Vollbild angezeigt werden und wird so zur zentralen Ablage für Notizzettel. Jeder Zettel kann eine andere Farbe haben und zudem gibt es oben links ein kreisrundes Feld, dessen Farbe geändert werden kann. Dadurch können unterschiedliche Organisationsschemata auf die Zettel angewendet werden, etwa eine bestimmte Priorität durch die Kreisfarbe zu symbolisieren und ein bestimmtes Thema durch die Zettelfarbe.

Pinup

Die kostenlose Webapp überträgt das Prinzip „Schwarzes Brett“ in die Cloud und ergänzt es um Funktionen für die Zusammenarbeit mehrerer Personen. Jeder Nutzer kann einen oder mehrere schwarze Bretter (Canvas) anlegen, auf denen beliebig viele Notizzettel erzeugt werden können. Die Notizzettel haben alle wichtigen Basisfunktionen wie Farbänderung oder Textformatierung und können sogar als Zeichenfläche dienen, auf die mit Maus oder Stift gekritzelt werden kann.

Praktisch ist die Möglichkeit, Abbildungen und Office-Dokumente (Word, PDF) auf jedem Canvas einzufügen. Für die Dokumente gibt es eine Vorschaufunktion mit Zoom. Dank dieser Funktion gehen die Möglichkeiten von Pinup deutlich über ein normales Notizzettelprogramm hinaus. Es handelt sich hier eher um eine Art Arbeitsbereich für Teams, in dem Aufgaben und Projekte vorbereitet und geplant werden können. Aber trotzdem kann auch eine Einzelperson diese App sinnvoll nutzen und zum Beispiel themengebundene Sammlungen aus Notizen und Dokumenten anlegen.

Schnelle Notizen in OneNote

Wer die (kostenlos erhältliche) Desktop-Version von OneNote benutzt, besitzt ebenfalls eine einfache Möglichkeit, Notizzettel auf dem Monitor zu befestigen: Die Funktion „Schnelle Notizen“, die als Symbol im Systembereich der Task-Leiste zu finden ist. Sie öffnet ein kleines OneNote-Fenster, in dem Text eingegeben wird. Da es keinen Titel und keine sonstigen Elemente der Benutzeroberfläche gibt, erinnert das Fenster optisch tatsächlich an Klebezettel. Die OneNote-Schnellnotizen bleiben immer im Vordergrund, also über allen anderen Anwendungen eingeblendet. Dies kann nach Anklicken der oberen Fensterleiste geändert werden. Der große Vorteil dieser Funktion: Die Notizzettel haben den gesamten Funktionsumfang von OneNote. Normalerweise landen sie im Standardnotizbuch „Schnelle Notizen“, können aber in jedes andere Notizbuch verschoben werden. Praktisch ist diese Funktion in erster Linie für Anwender von OneNote, da sie nun keine zweite App für ihre Notizen einsetzen müssen.

Stickies für Windows

Die kostenlose Standalone-Anwendung für den Windows-Desktop bringt alle für Notizzettel nur denkbaren Funktionen mit. Bei den einzelnen Zetteln handelt es sich eher um ausgewachsene Texteditoren mit Fenstertitel, Text- und Absatzformatierungen, Listen und Checkboxen, unterschiedlichen Farben sowie der Möglichkeit, für einen Notizzettel einen Alarm festzulegen. Eine neue Notiz wird mit einem Symbol im Systembereich angelegt und kann danach beispielsweise auch im Vordergrund über allen anderen Windows-Anwendungen angezeigt werden. Darüber hinaus gibt die Möglichkeit, Notizen zu gruppieren und an bestimmte Anwendungsfenster anzuheften.

Das sind noch längst nicht alle Funktionen. Es dauert sicher eine Zeit, bis man sämtliche Möglichkeiten der Notizzettel-Anwendung im Überblick hat. Eine Integration in bekannte Cloud-Services wie Evernote gibt es nicht, doch der Speicherordner kann beliebig geändert werden. Der ist normalerweise gut versteckt im AppData-Systemordner, kann aber zu jedem anderen Ort auf der Festplatte verschoben werden. Möglich ist deshalb auch ein Unterordner im lokalen Referenzordner von Dropbox oder OneDrive. Dadurch ist zumindest für Windows-Geräte eine Art Cloud-Synchronisation durch die Hintertür möglich.

Bildquelle: Thinkstock

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