10.11.2017 Vertragsbruch?

Dmexco: Warum mussten Muche und Schneider gehen?

Über Details der unschönen Trennung der Koelnmesse und des BVDW von Christian Muche und Frank Schneider wird spekuliert >>>

Christian Muche äußerte sich auf Twitter

Christian Muche äußerte sich auf Twitter

Die fristlose Trennung des Dmexco-Veranstalters Kölnmesse von den Dmexco-Gründern Christian Muche und Frank Schneider bzw. von deren Beratungsgesellschaft KDME – KM Digital Marketing Events GmbH Anfang November war überraschend. Muche und Schneider hoben die Veranstaltung in Düsseldorf einst als Online Marketing Düsseldorf (OMD) aus der Taufe und hatten sie groß gemacht.

Nun kommen weitere Details der unschönen Trennung ans Licht:

Laut einer Mitgliederinformation von BVDW-Präsident Matthias Wahl haben Muche und Schneider "gegen wesentliche vertragliche Vereinbarungen verstoßen".  Welche Verstöße genau sind gemeint?

Auf Nachfragen von Branchenkollegen, über die Horizont berichtet, schrieb Christian Muche auf Twitter am Donnerstagabend: "Behauptungen sind das eine um ein Ziel zu erreichen, jemanden schädigen zu wollen das andere. Natürlich wird dagegen von uns vorgegangen. Interessant dass die Aussage vom BVDW kommt ..." Der letzte Satz bezieht sich darauf, dass der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. "nur" Markeninhaber ideeller und fachlicher Träger der Veranstaltung Dmexco ist, der Veranstalter aber die Koelnmesse.

W&V versucht zu klären, was dahinter steckt, und vermutet, dass Geschäfte von Christian Muche und Frank Schneider in der Schweiz die fristlose Trennung von der Dmexco ausgelöst haben. Dort hatten sie 2017 eine ähnliche Veranstaltung, die Dpulse in Zürich, aufgebaut.

In einer betont unaufgeregten Pressemitteilung erklärt die Koelnmesse heute, dass sich am Zeitplan für die Dmexco 2018 nichts ändern werde. Wie in den zurückliegenden Jahren auch sollen im ersten Quartal die Schwerpunktthemen für die kommende Messe bekanntgeben werden.

Weiterhin betont man die Teamarbeit hinter den Kulissen: An der Dmexco 2017 haben insgesamt 35 Mitarbeiter gearbeitet. "Dieses Team werden wir in den kommenden Monaten sukzessive erweitern", so der Veranstalter. Die Aufgaben der ausgeschiedenen Berater Christian Muche und Frank Schneider sollen in den nächsten Wochen neu verteilt werden.

Die inhaltliche Planung der Dmexco-Konferenz übernimmt laut Koelnmesse das bisherige Team, das in Zukunft aber personell auf eine breitere Basis gestellt werden soll, mit einem "Head of Conference" an der Spitze. Zusätzlich zu dem bereits vorhandenen Beirat der Dmexco wird ein Conference Council ins Leben gerufen, in dem Vertreter von Agenturen, Werbetreibenden, Onlinevermarktern, Technologie, innovationstreibenden Unternehmen, Start-ups sowie des BVDW und der Koelnmesse sitzen. Dieses Council soll bei der Programmgestaltung zur Seite stehen. Die strategische Ausrichtung der Konferenzmesse werde in Zukunft stärker im Beirat besprochen, in dem das Conference Council mit Sitz und Stimme vertreten sein wird, heißt es weiter.

Bildquelle: Dmexco

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