29.11.2017 Streaming dominiert Mobilfunkmarkt

Eine Milliarde 5G-Anschlüsse im Jahr 2023

Bereits in sechs Jahre können mehr als 20 Prozent der weltweiten Bevölkerung 5G nutzen. Dies zeigt der neue Mobility Report von Ericsson.

Weltweiter 5G-Netzausbau

5G-Funknetze entstehen aktuell in dicht besiedelten Städten und in Ländern wie USA, Südkorea, Japan und China.

Schon 2023 werden eine Milliarde Menschen die neue Mobilfunktechnik 5G nutzen. So lautet ein Ergebnis des aktuellen Ericsson Mobility Report. Demnach entstehen 5G-Funknetze als erstes in dicht besiedelten Städten. Dabei sollen sie bis Ende 2023 bereits 20 Prozent der Bevölkerung weltweit abdecken. Erste kommerzielle 5G-NR-Netze (New Radio), also keine Testnetze für die neue Technologie, gehen voraussichtlich 2019 in Betrieb. Diese frühen 5G-Installationen werden u.a. in den USA, Südkorea, Japan und China gebaut.

Laut Studie verachtfacht sich der weltweite mobile Datenverkehr bis 2023 auf 110 Exabyte pro Monat, was einem HD-Videostream entspricht, der 5,5 Millionen Jahre läuft. Am eifrigsten sollen die Nordamerikaner ihr Smartphone nutzen und bis Ende 2017 im Schnitt pro Anschluss die enorme Datenmenge von sieben Gigabyte pro Monat produzieren. Die Westeuropäer kommen mit 4,1 Gigabyte pro Monat auf den zweiten Platz im weltweiten Ranking der Smartphone-Datennutzung. Und sie sollen bis 2023 ein Stück aufholen: Westeuropa wird die größte Wachstumsrate bei der Datennutzung vorausgesagt.

Nicht verwunderlich: der Videokonsum wird explodieren und die mobile Datennutzung nach oben treiben, heißt es. Verantwortlich dafür seien die Millennials (die heute 15- bis 24-jährigen), die 2,5-Mal mehr streamen als die über 45-Jährigen.
 
Der Trend geht auch hin zu Video in noch höheren Auflösungen und zu immersiven Medien, die eine Benutzerinteraktion zulassen, wie 360-Grad-Videos. Da auf Youtube ein 360-Grad-Video vier- bis fünfmal so viel Bandbreite wie ein normales Video der gleichen Qualität benötigt, wachsen die Datenvolumina weiter.

Anhaltende Dynamik bei LTE

Ende dieses Jahres wird LTE die am meisten verbreitete Zugangstechnologie sein. Rund 5,5 Milliarden LTE-Mobilfunkanschlüsse sollen es sogar bis 2023 werden, eine Abdeckung von 85 Prozent der weltweiten Bevölkerung. Dabei soll sich Westeuropa laut Studie im gleichen Zeitraum fast so schnell entwickeln, auf 80 Prozent Abdeckung. In Nordamerika wird diese Abdeckung bereits 2017 erreicht.

Ebenfalls auf 5,5 Milliarden wächst bis 2023 die Zahl der Voice over LTE (VoLTE) Anschlüsse, die es bereits in mehr als 125 Netzen in mehr als 60 Ländern gibt. Das wären dann mehr als 80 Prozent aller kombinierten LTE und 5G-Verträge. Unter anderem nutzen neueste Smartwatches VoLTE. Damit können dank Multi-SIM Sprachanrufe getätigt werden, ohne dass ein Smartphone in der Nähe sein muss. Zudem besteht die Möglichkeit, Anrufe von der Uhr auf das Smartphone umzulegen oder anders herum.

Niklas Heuveldop, Chief Strategy Officer und Head of Technology und Emerging Business bei Ericsson, erklärt: „Unser Report beschreibt die Anstrengungen, die von der Telekommunikationsbranche unternommen werden, um dieser steigende Nachfrage zu begegnen. Ausführlich geht die Studie dabei auf neue Anwendungen ein, die mit den wachsenden Fähigkeiten der Netze entstehen werden, wie Smartwatches, vernetze Geräte im Internet der Dinge (IoT), die Notrufe weiterleiten, und Augmented-Reality-Anwendungen, die Technikern bei Wartungs- und Reparaturaufgaben helfen. Während wir uns auf 5G vorbereiten, werden diese Trends auch in Zukunft die Agenda der Mobilfunkbranche bestimmen."

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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