29.11.2017 Künstliche Intelligenz soll helfen

Mit KI will Snapchat Freunde sortieren

Die Foto-App Snapchat wird laut Anbieter nach ihrer Neugestaltung klarer zwischen Beiträgen von Freunden und Medieninhalten trennen – und zwar mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI).

Die App Snapchat soll neugestaltet werden. ((Foto: Richard Drew))

Die App Snapchat soll neugestaltet werden. ((Foto: Richard Drew))

Dass in sozialen Medien aktuell alles in einer Ansicht vermischt werde, sorge oft für Verwirrung und erleichtere auch die Verbreitung gefälschter Nachrichten, argumentierte der Mitgründer und Chef der Entwicklerfirma Snap, Evan Spiegel. Snap hatte den Umbau der App nach schwachen Quartalszahlen angekündigt. Die zügige Präsentation des neuen Konzepts legt aber nahe, dass daran schon seit einiger Zeit gearbeitet wird.

Gegen Konkurrenz wie Facebook und dessen Fotoplattform will Snapchat auch mit einer «dynamischen Freundesliste» punkten, in der die Kontakte eines Nutzers mithilfe Künstlicher Intelligenz (KI) ständig umsortiert werden. Dafür soll die Software mit der Zeit nicht nur lernen, mit wem ein Nutzer besonders häufig kommuniziert, sondern auch, welche Freunde er in jedem einzelnen Moment am ehesten anschreiben würde. Diese Kontakte sollen dann höher in der Liste angezeigt werden.

Auch bei der neuen Snapchat-App werden die Nutzer zunächst die Kamera-Ansicht sehen. Die Freundesliste ist links davon, die Medieninhalte rechts. Snap hatte bei der Ankündigung des Umbaus auch betont, die Neugestaltung solle dem Dienst mehr ältere Nutzer im Alter über 34 Jahren bringen. Ein Problem für Snapchat ist auch, dass Instagram einige populäre Snapchat-Funktionen kopierte und damit bei einer größeren Nutzerbasis erfolgreich ist.

Im vergangenen Quartal legte die Zahl täglich aktiver Nutzer bei Snapchat binnen drei Monaten nur um drei Prozent auf 178 Millionen zu. Der Verlust erreichte 443,2 Millionen Dollar nach 124,2 Millionen vor einem Jahr. Snap musste zudem rund 40 Millionen Dollar auf liegengebliebene Geräte seiner Kamera-Sonnenbrille abschreiben, die eigentlich ein Verkaufsschlager werden sollte.

dpa/ls

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