27.12.2017 Weihnachtsgeschäft im Web

Online-Shopping geht auch nachhaltig

Die erhaltenen Online-Gutscheine verbraten? Oder sich mit dem Weihnachtsgeld verschiedene Wünsche erfüllen? Wer 2018 beim Online-Kauf auf Nachhaltigkeit setzen möchte, dem sei ein aktuelles Ranking ans Herz gelegt. Dieses zeigt auf, wie gut die 100 umsatzstärksten Online-Shops über Umwelt- und Sozialverträglichkeit ihres Produktsortiments informieren.

Ranking der nachhaltigsten Online-Shops

Wer beim Online-Kauf auf Nachhaltigkeit setzen möchte, der sollte insbesondere zwei chinesische Online-Handelsplattformen meiden.

Nicht selten stellt sich für Online-Shopper die Frage: Wie leicht wird es Nutzern gemacht, die im Internet nachhaltige Produkte einkaufen wollen? Ein Ranking der 100 umsatzstärksten Online-Shops in Deutschland, das vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung und dem Verbraucherschutzverein „Fokus Konsum, Umwelt und Soziales“ kürzlich veröffentlicht wurde, zeigt, welche Anbieter hierzulande am besten über die Umwelt- und Sozialverträglichkeit ihres Produktsortiments informieren.

„Durch die Geschäfte rund um Weihnachten erwarten viele Online-Händler neue Umsatzrekorde. Schnell und komfortabel im größten Warenhaus der Welt einkaufen gehen, so lautet das Werbeversprechen des Online-Shoppings. Doch für Kunden, die im Web nachhaltige Produkte einkaufen wollen, gilt dies in vielen Shops nicht oder nur eingeschränkt“, kommentiert Studienautor Helmut Hagemann die Ergebnisse.

Am besten gelingt dies laut Ranking bei den fünf Webshops otto.de, quelle.de, conrad.de, bonprix.de und tchibo.de. „Diese Shops haben die meisten Bewertungspunkte erzielt, weil sie besser als ihre Konkurrenten über die Nachhaltigkeit ihres Angebots informieren“, so Hagemann. „Wenn Kunden in diesen Shops nach Öko-Produkten suchen, finden sie in der Tat meistens echte Öko-Produkte – das ist alles andere als selbstverständlich. Diese werden laut Studie oft werblich besonders herausgestellt und ihre Merkmale verständlich erklärt. Zudem gibt es spezielle Suchfilter, Themenshops und Unternehmensberichte, die Kunden zusätzliche Orientierung bieten. Und selbst bei konventionellen Produkten finden sich bei manchen Anbietern gelegentlich Informationen, die Hinweise auf die Umweltauswirkungen eines Produkts vermitteln.“

Öko-Shops sind die heimlichen Sieger

Außer Konkurrenz – da sie nicht zu den 100 größten Online-Shops in Deutschland zählen – bewertete das Ranking zu Vergleichszwecken auch die drei größten Öko-Online-Shops memolife.de, waschbaer.de und hessnatur.de. „Diese drei Anbieter erzielten teilweise mit deutlichem Abstand bessere Bewertungen und sind damit die heimlichen Sieger unserer Untersuchung“, sagte Helmut Hagemann.

Zu den zehn Online-Shops, die am besten über nachhaltigkeitsbezogene Produktinformationen Auskunft geben, zählen weiterhin reichelt.de, alternate.de, amazon.de, saturn.de und rewe.de. Doch weist Hagemann auch auf Defizite hin: „Während die besten zehn Shops die nachhaltigeren Produkte in ihren Sortimenten noch relativ gut kennzeichnen, schaffen sie es jedoch kaum, umfassende Aussagen über Waren mit schwächerer Nachhaltigkeit zu machen. So erfahren die Verbraucher nichts darüber, wenn manche Produkte in Betrieben mit Anfängen eines Umweltmanagements produziert wurden, oder von Unternehmen stammen, die sich für fairere Arbeitsbedingungen in der Modebranche einsetzen.“

Die Schlusslichter im Ranking sind zwei chinesische Online-Shops, die in rasantem Tempo in die Liste der 100 umsatzstärksten Shops in Deutschland aufgestiegen sind. Ihre schlechte Position im Ranking rührt vor allem daher, dass sie gegen gesetzliche Kennzeichnungspflichten für Energieeffizienz und Textilfasern verstoßen.

Nicht zuletzt will die Studie den Anbietern eine Reihe von Handlungsmöglichkeiten aufzeigen, mit denen sie ihre nachhaltigkeitsbezogenen Produktinformationen verbessern können. Dazu zählen eine präzisere Suchfunktion und bessere Kennzeichnung der Öko-Produkte. Um dies in der Praxis umzusetzen, sei es wichtig, so der Autor, dass die Unternehmen eine nachhaltige Informationspolitik in ihren Zielen verankern.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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