09.11.2017 Wertvolle Rohstoffe aus Smartphones gewinnen

Recycling von Mobilgeräten

Die Fraunhofer-Projektgruppe für Wertstoffkreisläufe und Ressourcenstrategie (IWKS) und vier Partner wollen mit dem Projekt „Display“ wertvolle Rohstoffe aus alten Mobilgeräten gewinnen.

Rohstoffe aus alten Mobilgeräten gewinnen

Mit dem Projekt „Display“ will man wertvolle Rohstoffe aus alten Mobilgeräten gewinnen.

Ziel des Projektes ist es, aus vorhandenen Technologien eine innovative Prozesskette zu entwickeln, um wertvolle Materialien und Rohstoffe aus kleinen Displaygeräten wie Smartphones und Tablets sowie Leiterplatten (Printed Circuit Boards, PCBs) zurückzugewinnen. Diese Produkte stellen sehr komplexe Materialverbünde dar, die Polymere (25 bis 40 Prozent), Glas (10 bis 40 Prozent) und Metalle, einschließlich kritischer Elemente wie Indium, Gallium, Germanium etc. enthalten können. Das Projekt wird mit EU-Geldern in Höhe von 1,85 Mio. Euro über eine Laufzeit von drei Jahren gefördert.

Derzeit gibt es weder mechanische noch chemische Verfahren, die solche Altprodukte in sortenreine Bestandteile zerlegen könnten. Die Verwertung erfolgt daher in Hochofenprozessen, mit denen zwar viele Metalle effektiv zurückgewonnen werden können, nicht jedoch die Polymere, das Glas und die gering konzentrierten kritischen Elemente. Im Rahmen des Projekts „Display“ will man nun eine technisch wie wirtschaftlich überzeugende Lösung für eine materialorientierte Demontage von Displaygeräten und PCBs realisieren. Umgesetzt werden soll dies durch die Kombination von elektrohydraulischer Zerkleinerung, spektroskopischer Sortierung und dem lösungsmittelbasierten Creasolv-Verfahren.

Wirtschaftliche Recyclingprozesse

Dabei sollen die Einzelprozesse mit einem Technologiereifegrad (Technology Readiness Level, TRL) von derzeit 5 (Versuchsaufbau in Einsatzumgebung) zu einer Prozesskette verbunden und auf TRL 7 (Prototyp im Einsatz) gehoben werden. Die hierbei zu erzielenden Produkte seien hochwertiges Flachglas, technische Kunststoffe wie ABS oder PA sowie Metallkonzentrate, die für eine weitere Wertschöpfung in pyro- oder hydrometallurgische Prozesse eingebracht werden können. Dieser Ansatz werde die gesamte Materialrückgewinnung und die Wirtschaftlichkeit des Recyclingprozesses erhöhen, da ein deutlich höherer Prozentsatz dieser speziellen Elektroschrotte zu Sekundärrohstoffen verarbeitet und vermarktet werden könne.

Die beteiligten Projektpartner im Überblick:

  • Fraunhofer-Gesellschaft als Koordinator mit der Projektgruppe IWKS und dem Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung (IVV)
  • Suez Groupe, Frankreich
  • CEA (French Alternative Energies and Atomic Energy Commission), Frankreich
  • ENEA (Italian National Agency for New Technologies, Energy and Sustainable Economic Development), Italien
  • Orange S.A., Frankreich

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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