12.01.2018 Alltagshelfer mit Suchtpotential

Smartphone-Sucht: Wer ist gefährdet?

Psychologen und Ärzte warnen regelmäßig vor einer Smartphone-Sucht. Doch Fakt ist: Fast drei Viertel der Deutschen können gut und gern auch mal auf ihr Smartphone verzichten. So lautet das Ergebnis einer Studie der Agentur Quisma rund um die Nutzung von Smartphones und Sprachassistenten.

Wie unverzichtbar ist das Smartphone?

Nicht immer ist das Smartphone so unverzichtbar, wie sich gemeinhin vermuten lässt. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie von Quisma.

Im Rahmen der Studie hat die Agentur gemeinsam mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg und Research Now knapp über 1.000 Deutsche im Alter von 14 bis 70 Jahren befragt. Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen: Für deutsche Konsumenten ist das Smartphone nicht so unverzichtbar, wie gemeinhin vermutet. 72,5 Prozent der Deutschen nutzen ihr Mobiltelefon nur selektiv.

Die Studie teilte die Konsumenten hinsichtlich ihrer Smartphone-Nutzung in fünf Typen ein. Mit 27,5 Prozent ist der Mitteilsame zwar der häufigste Smartphone-Nutzertyp, jedoch auch der einzige, der sich selbst als abhängig bezeichnen würde. Für alle vier anderen Typen sei das mobile Gerät ein praktischer Alltagshelfer, der auch einmal aus der Hand gelegt werden könne. „Die Studie verdeutlicht, wie unterschiedlich die Deutschen ihr Smartphone im Alltag tatsächlich einsetzen“, so Christopher Mohr, Managing Director der Quisma GmbH.

Typische Smartphone-Nutzung

Hinsichtlich der Nutzungsgrade sind die Mitteilsamen (27,5 Prozent) im Alltag abhängig von ihrem Smartphone. Sie sind zu gleichen Teilen männlich wie weiblich und haben laut Studie ein Durchschnittsalter von rund 40 Jahren. Besonders viele Mitteilsame nutzen die Sprachsteuerung des Smartphones (46,4 Prozent). Dabei verwenden sie die Reminder-Funktion überdurchschnittlich häufig, heißt es. Gleiches gelte für die Beantwortung von Fragen, Smalltalk, Nachrichten und E-Mails diktieren, Anrufe per Digital Assistant sowie die Musikerkennung. Überdurchschnittlich oft würden sie zudem die Einkaufsfunktion des Assistenten nutzen, worüber sie am häufigsten Essen, Kosmetik und Schmuck bestellen. Die häufigsten Suchanfragen der Mitteilsamen drehten sich um Nachrichten, Geschäfte und Produktinformationen.

Die Power User, die gemäß der Umfrage mit 22,8 Prozent die zweitgrößte Gruppe, sind funktional orientiert und betrachten ihr Smartphone als Kommunikations- und Arbeitsmittel. Sie agieren eher unabhängig von ihrem Smartphone und können es auch mal ganz entspannt aus der Hand legen. Sie nutzen viele Funktionen gleichzeitig und wechseln flüssig zwischen verschiedenen Anwendungen, so ein weiteres Studienergebnis. Power User sind eher weiblich und haben ein Durchschnittsalter von rund 33 Jahren. Die häufigsten Suchanfragen per Sprachsteuerung tätigen sie zu Musik, Videos und News.

Ständige Kommunikation ist lästig

Desweiteren sind die Pragmatiker (18,3 Prozent) laut Studie selektive Smartphone-Nutzer. Sie betrachten das Device eher als Hilfe im Alltag, um Dinge schneller und einfacher zu erledigen. Ihnen ist Erreichbarkeit nicht wichtig, da sie die ständige Kommunikation als lästig empfinden. Pragmatiker seien hauptsächlich männlich und durchschnittlich 44 Jahre alt. Überdurchschnittlich hoch sei der Anteil von Angestellten oder Rentnern. Etwa 24 Prozent von ihnen nutzen die Sprachfunktion mehr als einmal pro Woche. Beliebt sind bei ihnen die Navigationsfunktion sowie die Beantwortung von Fragen. Die häufigsten Suchbegriffe per Sprachsuche bezogen sich konsequenterweise auf Wegbeschreibungen, aber auch News wurden häufiger gesucht.

Auch die Mitläufer (16,7 Prozent) interessieren sich gemäß der Umfrage nur peripher für ihr Smartphone, der Funktionsumfang des Telefons ist ihnen nicht wichtig. Dafür empfinden sie es als störend, wenn jeder an öffentlichen Plätzen auf sein Smartphone schaut. Mitläufer sind häufig weiblich, das Durchschnittsalter beträgt 47 Jahre. Die wenigsten von ihnen (etwa fünf Prozent) nutzten den Sprachassistenten mehr als einmal pro Woche, so die Studie

Gelegenheitsnutzer machen den kleinsten Anteil aus (14,7 Prozent). Sie legen laut Quisma großen Wert darauf, ein gutes Smartphone zu besitzen. Ihnen ist es dagegen nicht wichtig, immer erreichbar zu sein. Sie sind eher männlich und im Durchschnitt 41 Jahre alt. Gelegenheitsnutzer, obwohl sie ihr Smartphone eher gezielt nutzen, verwenden die ganze Bandbreite an Funktionen der Sprachassistenten mehrmals pro Woche, und liegen damit deutlich über dem Durchschnitt (rund 36 Prozent). Sie lassen den Sprachassistenten mindestens täglich etwas übersetzen, lassen sich Fragen beantworten und suchen im Internet per Sprachsuche nach Geschäften, Produkten, Events, Eintrittskarten und Personen.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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