06.11.2017 #Paradisepapers sorgt für Tweet-Sturm

Tricksen im Paradies: Apple, Facebook, Twitter

Ein neues Veröffentlichungen, basierend auf 1,4 Terabyte interner Daten zweier Finanzdienstleister sowie den Unternehmensregistern von 19 Steueroasen enthält auch die Namen großer Tech-Firmen >>>

Steueroase Urlaubsparadies

Im Zentrum der Enthüllungen steht Appleby, ein Marktführer für Offshore-Geschäfte aus Hamilton, der Hauptstadt der Bermudas.

Die Veröffentlichung "Paradies Papers" der Süddeutschen Zeitung (SZ) zusammen mit Recherchepartnern auf Basis von Millionen Daten über Steuertricks weltweit rückt auch das zweifelhafte Verhalten großer Tech-Firmen wie Apple, Facebook und Twitter am Rande der Legalität in den Fokus:

Apple, der wertvollste Konzern der Welt, verlangte laut bislang geheimen E-Mails, einen Geschäftssitz in einem Land zu finden, an dem offiziell garantiert keine Steuern anfallen, so die SZ.

Facebook und Twitter bekamen russisches Geld: Der russische Star-Investor Juri Milner wurde bei seinem Einstieg in die Social-Media-Unternehmen Twitter und Facebook vor einigen Jahren offenbar mit Hunderten Millionen Dollar aus dem Kreml ausgestattet, berichtet die SZ.

Aufregung in sozialen Medien

Das Netzwerk investigativer Journalisten (ICIJ), zu dem auch die Süddeutsche Zeitung gehört, verbreiteten die Nachrichten zu den umfassenden Recherchen unter dem Schlagwort #ParadisePapers.

Auf Twitter ist die Aufregung groß, es ist ja auch einfach, sich mal eben per Knopfdruck zu echauffieren. Andererseits - was bleibt dem braven Steuerzahler übrig? Niemand ist mehr überrascht von solchen Enthüllungen, niemand hofft ernsthaft auf durchschlagende Konsequenzen. Apple wird kein iPhone weniger verkaufen.

Seit den ersten Beiträgen mit diesem Hashtag am Sonntagabend gab es bei Twitter dazu bis Montagvormittag weltweit mehr als 475.000 Tweets. Insgesamt beteiligten sich bis Montagvormittag rund 200.000 Nutzer mit Tweets oder Retweets. Allein ein Tweet des Chefs der britischen Labour-Partei, Jeremy Corbyn, wurde bislang fast 11.000 Mal retweetet, also von Nutzern des Dienstes weitergesendet. In der kurzen Nachricht beklagt Corbyn, dass die Veröffentlichungen belegten, dass es eine eigene Regel für Superreiche und eine für den Rest der Menschheit gebe, wenn es um das Bezahlen von Steuern gehe.

 

 

mit Material der dpa/rs

 

 

 

©2017 Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH