Entscheidungsfindung auf den Punkt gebracht

Die Hailo-Werk GmbH aus dem hessischen Haiger, ein Hersteller von Steiggeräten und Abfallsammlern mit dem roten Punkt als Markenzeichen, gehört zur Unternehmensgruppe Joachim Loh und beschäftigt rund 370 Mitarbeiter.

Hailo Leiter

Ob drinnen oder draußen, ob zu Hause, im Gewerbe oder im Büro: Hailo bietet die passende Leiter.

Die Steiggeräte und Abfallsammler werden heute in über 60 Ländern der Welt vertrieben. Damit Management und Fachabteilungen auf Knopfdruck stets über korrekte Informationen verfügen, auf deren Basis wichtige Unternehmensentscheidungen schnell getroffen werden können, kommt seit mehr als sieben Jahren eine Informationsplattform auf Basis der Business-Intelligence-Software Arcplan Enterprise zum Einsatz.

Ursprünglich sollte diese Plattform ausschließlich den Vertrieb unterstützen, weshalb sie den Namen Vertriebsinformationssystem, kurz VIS, erhielt. Heute informiert VIS jedoch auch andere Abteilungen, wie etwa Controlling oder Marketing. „Welchen Stellenwert IT-Lösungen bei Hailo haben, macht sich allein schon darin bemerkbar, dass jede Abteilung eine auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Applikation nutzt. Daneben setzen wir auch Lösungen ein, die unternehmensweit zum Einsatz kommen, wie etwa unser BI-System“, erklärt Ronny Piesker, Programmierer/DWH bei der Lotus GmbH, der IT-Tochter von Hailo.

Bevor sich Hailo 2003 an den Auf- und Ausbau von VIS machte, war lange ein selbst entwickeltes System auf Basis der Programmiersprache RPG genutzt worden, das 1999 – nach einigen Jahren im Einsatz – im Rahmen eines Data-Warehouse-Projektes von der multidimensionalen Datenbank Hyperion Essbase (heute zum Oracle-Konzern gehörend) und der BI-Suite Showcase/ SPSS (heute IBM) abgelöst wurde.

Diese Anwendungen hatten gemeinsam, dass sie aufwendig und starr programmiert waren. „Anpassungen waren langwierig und kumulierte Werte konnte man nur auf der obersten Ebene sehen“, erinnert sich Piesker. „Hinzu kam, dass neue Applikationen nur schwer zu integrieren waren.“ Außerdem zeigten sich die Grenzen von Excel als Frontend.

Mit den explodierenden Datenmengen zog man daher in Erwägung, eine BI-Lösung mit ausgeklügelten Reporting-Möglichkeiten anzuschaffen. Der Münchener IT-Dienstleister MIP, der auch schon das Data Warehouse und die OLAP-Würfel mit Showcase/Essbase aufgebaut hatte, stand dabei beratend zur Seite und empfahl nach einer Analyse des Bedarfs Arcplan Enterprise.

„Wir haben uns natürlich auch Wettbewerbsprodukte wie den Hyp­e­rion Analyzer angeschaut“, bemerkt Piesker. Letztlich habe man sich jedoch für Arcplan entschieden, da Flexibilität und Performance ganz oben im Pflichtenheft standen. „Uns war es wichtig, schnell und einfach Software-Anpassungen durchführen zu können. Außerdem sollte die Lösung über einen großen Leistungsumfang verfügen.“

Bei den rund 40 Mitarbeitern, die heute mit Arcplan arbeiten, kommt die Web-basierte Anwendung gut an. Auch diejenigen, die ihr anfangs skeptisch gegenüberstanden, wollen nicht mehr auf den Komfort verzichten, stets tagesaktuelle Auswertungen zur Hand zu haben. Dank der einfachen Bedienung und der übersichtlichen Darstellung der Daten könne VIS in fast allen Abteilungen eingesetzt werden, meint Piesker.

Doch vor allem die Geschäftsführung sowie die Bereiche Controlling, Vertrieb und Marketing nutzen die BI-Suite für ihre tägliche Arbeit. Dank VIS kann man per Web-Browser auf alle Unternehmensdaten zugreifen und detaillierte Auswertungen durchführen, etwa mit Blick auf den Auftragsbestand oder die Rentabilität von Aufträgen. Ebenso ist ad hoc eine Analyse möglich, wie gut sich z.B. der schon lange auf dem Markt befindliche Klapptritt noch in Asien verkauft. Das Einsatzspektrum reicht von einfachen Umsatz- und Fehleranalysen bis hin zu komplexen Produktrentabilitäts-Reports. Als Datenquellen dienen dem BI-Frontend die multidimensionale Datenbank Essbase von Oracle sowie eine DB2-­Datenbank auf dem System i, das auch das ERP-System Infor AS beherbergt.

Zudem hilft die Anwendung dabei, Lagerbestände so niedrig wie möglich zu halten, indem sie Auskunft darüber gibt, wie sich das Gesamt­lagervolumen täglich verändert. Der Vertrieb profitiert bei der Angebotskalkulation: Anhand von Kunden- und Artikelnummern schlägt das System dem Anwender einen Angebotspreis vor. Nimmt ihn der Nutzer an, so wird automatisch ein Word-Dokument mit einem kompletten Angebotstext und entsprechenden Bildern erstellt, was für die Mitarbeiter eine enorme Zeitersparnis bedeutet.

Mittels der Applikation „Einkaufspreise“ kann Hailo die Entwicklung von Einkaufspreisen verfolgen und geplante Preise gegen Ist-Werte verrechnen. Dem Marketing hilft das System, „Cash Cows“ zu identifizieren. So lässt sich feststellen, welche Produktfarbe von der Zielgruppe am besten angenommen wird.

Doch nicht nur die Fachabteilungen, auch Pieskers Team profitiert von der BI-Anwendung, da die ohne tiefgehende Programmierkenntnisse nutzbare Entwicklungsumgebung die Erstellung grafischer Benutzeroberflächen beschleunigt. Anpassungen an veränderte Geschäftsprozesse lassen sich schnell umsetzen. Zudem konnten die Wartungs- und Installationszeiten deutlich reduziert werden.

„Wir sind in der Lage, jederzeit kumulierte Daten abzurufen – ob für Kunden, einzelne Artikel oder Vertreter – und erhalten sofort den erzielten Deckungsbeitrag“, freut sich Piesker. „Diesen Komfort möchte heute niemand mehr missen.“ Und schon werde das nächste Projekt vorbereitet: Um stets die aktuelle Entwicklung von Aluminiumpreisen zu kennen, soll eine auf Web-Services basierende Forecast-Funktion in Arcplan integriert werden. Damit wäre man stets im Bilde, wie sich der Einkaufspreis für den wichtigen Rohstoff entwickelt.

©2020Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok