Rittal investiert 250 Mio. Euro in die Produktion

Grundstein für neues Kompaktgehäuse-Werk gelegt

Das weltweit modernste Werk für die Produktion von Kompaktgehäusen soll 2018 bei Rittal stehen. Mit dem Neubau im hessischen Haiger und der Modernisierung der Werke in Rittershausen und Hof richtet der Schaltschrank- und Systemanbieter Rittal seine Produktion in Deutschland auf die Zukunft aus. Darüber hinaus soll in den kommenden Jahren ein weiteres Werk in Mittelhessen entstehen.

Bei der feierlichen Grundsteinlegung des Werks in Haiger lobte Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier die regionale Verbundenheit der Friedhelm Loh Group und ihr Bekenntnis zum Standort Deutschland. Im Bild von rechts: Volker Bouffier, Debora Loh, Dr. Friedhelm Loh, Inhaber und Vorstandsvorsitzender der Friedhelm Loh Group, Wolfgang Schuster, Landrat, Mario Schramm, Bürgermeister von Haiger, Dr. Köhler, CEO Rittal International, und Carsten Röttchen, Geschäftsbereichsleiter Produktion.

Vor 55 Jahren entstand im mittelhessischen Rittershausen der allererste standardisierte Kompaktschaltschrank der Welt. Jetzt wird in der Firmengeschichte von Rittal mit der bisher größten Investition – 250 Mio. Euro – ein neues Kapitel geschrieben. Im Zuge dieser Investition sollen vier Werke bis 2018 schrittweise geschlossen, zwei erweitert und ein komplett neues Werk in Haiger gebaut werden.

Das neue Werk zur Produktion von Kompaktgehäusen in Haiger soll mit Industrie4.0-Strukturen die Basis für hocheffiziente Produktions-, Logistik- und Kommunikationsprozesse bilden. Außerdem werden im Rahmen der Investition zwei weitere Werke in der Region auf diese Strukturen ausgerichtet und ein weiteres Werk für Großschränke aus nichtrostendem Stahl in Mittelhessen gebaut.

Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier versenkte am 19. August bei der feierlichen Grundsteinlegung im Rahmen eines großen Familienfestes mit Dr. Friedhelm Loh, Inhaber und Vorstandsvorsitzender der Friedhelm Loh Group, einen Kompaktschaltschrank aus der AE-Serie symbolisch als Grundstein. AE steht für den „Allerersten“!

Vernetzte Produktion entscheidend für die Zukunft

2018 soll die Produktion von Kompaktgehäusen in Haiger beginnen. Dann sollen auf 24.000 Quadratmetern hochautomatisiert rund 9.000 Gehäuse pro Tag gefertigt werden. Das Werk ist so konzipiert, dass jedes von den Kunden gewünschte Produkt aus den 300 Gehäusegrundtypen mit jeder gewünschten Losgröße produziert werden kann. Rund 25.000 Tonnen Stahl werden pro Jahr verarbeitet.

Die dreistufige Fertigung – Blechbearbeitung, Lackierung, und Montage – wird durchgehend digital vernetzt. Fahrerlose Transportsysteme liefern die benötigten Materialien selbstorganisiert und ohne menschliches Eingreifen an die entsprechende Stelle. Mit Hilfe wissensbasierter Systeme, die kontinuierlich „dazulernen“, werden Ausfallzeiten aufgrund von Störungsbeseitigung verringert, Ersatzteile vorausschauend angefordert und damit potenzielle Störungen durch Verschleiß minimiert. Vollautomatisierte Regelungen etwa in der Lackiererei reduzieren den Energieverbrauch, was die Kosten im Griff hält und die Umwelt schont. 170 Mio. Euro soll der Bau der neuen Fabrik kosten, allein 15 Mio. Euro die IT-Ausstattung. Mehr als 40 Mio. Euro wurden am Standort Haiger bereits in ein neues Hochregallager investiert.

Arbeitswelt 4.0 in Rittershausen

Im neuen Werk in Haiger werden ca. 290 Personen beschäftigt sein. Im Vergleich zu den Vorgängerwerken in der Region wird sich die Rolle an der Produktionslinie wandeln: Die Aufgaben der Mitarbeiter werden sich durch den notwendigen hohen Automatisierungsgrad weg von manuellen Tätigkeiten hin zu  überwachenden, analysierenden und optimierenden Tätigkeiten entwickeln. Die erforderlichen Qualifikationen dazu erhalten die Beschäftigten der Friedhelm Loh Group nach Bedarf in der unternehmenseigenen Loh Academy.

„Die Vernetzung der Produktion ist entscheidend für die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Deutschland“, so Firmenchef Loh über den Neubau und die Modernisierung der Werke. „Denn nur so können wir ausreichend Produktivität erzeugen, um im  globalen Wettbewerb  gerüstet zu sein und gleichzeitig in unserer Heimat  viele Familien in Lohn und Brot zu halten.“ Ein weiteres neues Werk werde in den kommenden Jahren in der Nähe von Rittershausen entstehen, gab Loh anlässlich der Grundsteinlegung des Werks in Haiger bekannt. Auf 56.000 Quadratmetern würden Großschränke aus nichtrostendem Stahl gefertigt.

Die Standorte sollen laut Loh künftig einen modernen Produktionsverbund in Mittelhessen bilden, um perfekt aufeinander abgestimmt zusammenzuarbeiten. Die Vernetzung des Maschinenparks unter Einsatz von IT-Technologien lasse reale und virtuelle Welt zusammenwachsen, so Loh weiter: „Ich kann verstehen, dass die mit Industrie 4.0 verbundenen riesigen Datenmengen und kritische Sicherheitsüberlegungen noch manch einen Unternehmer vor der Investition zurückschrecken lassen. Aber ich bin überzeugt, wenn wir es hier in Deutschland nicht anpacken, dann überholt uns der Wettbewerb aus dem Ausland.“

Rittal Innovation Center eröffnet

Mit einem großen Fest für die Mitarbeiter feierte das Familienunternehmen nicht nur die Grundsteinlegung des neuen Werks. Auch das neue Rittal Innovation Center wurde in unmittelbarer Nähe dazu eröffnet. Damit sollen die Kunden auf einem völlig neuartigen Weg Lösungen in der direkten Anwendung erleben und verstehen können. In dem Innovationszentrum können die Herausforderungen eines realen Fertigungsbetriebs analysiert, diskutiert und ‚live‘ erfasst und erarbeitet werden.

Das Global Distribution Center von Rittal wurde ebenfalls beim Familienfest offiziell eingeweiht. Über 40 Mio. Euro investierte das Unternehmen in den Neubau mit 24 Kilometer Regalfläche und 25.000 Palettenstellplätzen. Vom GDC aus werden rund 10.000 Artikel täglich an Kunden rund um den Globus geliefert. Das Produktionswerk für Kompaktgehäuse entsteht in direktem Anschluss an das automatisierte Hochregal- und Kleinteilelager im GDC.

www.rittal.com 

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