IBM-Umbau macht sich allmählich bezahlt

Hardware-Sparte stabilisiert

IBM erfindet sich neu. Der damit verbundene Umbau kostet aber zunächst Umsatz und schmälert den Gewinn. Im 4. Quartal 2014 blieben 12 Prozent weniger Umsatz (24,1 Mrd. Dollar) und 11,3 Prozent weniger Quartalsgewinn (5,48 Mrd. Dollar). Im Gesamtjahr 2014 schrumpfte der Reingewinn um 7 Prozent auf 15,8 Mrd. Dollar und der Umsatz um 6 Prozent auf 92,8 Mrd. Dollar. Frühere Gewinn- und Umsatzprognosen für 2015 werden nicht zu halten sein.

IBM-Chefin Virginia Rometty spricht aber trotz der wie seit fast drei Jahren typisch schrumpfenden Quartalsumsätze von einem Erfolg ihrer strategischen Initiative, die einen Fokus auf margen- und wachstumsstarke Geschäftsfelder vorsieht. Dazu zählt sie Cloud-Services und Big Data Analytics, Security sowie Mobile und Social Business. Diese Bereiche seien 2014 um 16 Prozent auf 25 Mrd. Dollar gewachsen und trugen damit bereits mehr als ein Viertel zum Gesamtumsatz 2014 bei.

Finanzchef Martin Schroeter rechnete die Desinvestitionen x86-Server, Chipfertigung und CRM-Outsourcing heraus, die im 4. Quartal – anders als noch 2013 – nicht mehr zum Geschäft beitrugen und sprach von nur 2 Prozent weniger Umsatz bei konstanten Wechselkursen. Die Hardware-Sparte habe zwar einem Einbruch von 39 Prozent zu verkraften, doch lässt man die zum 1. Oktober an Lenovo verkaufte Sparte „System x“ und den erstarkten Dollar außen vor, bedeute der Quartalsumsatz von 2,4 Mrd. Dollar der Systems and Technology Group (STG) einen Rückgang von nur noch 12 Prozent.

Customer Care, System x und Chipfertigung hätten 2013 zwar insgesamt rund 7 Mrd. Dollar  Umsatz gebracht, so Schroeter, gleichzeitig aber auch 500 Mio. Dollar Gewinn gekostet. Außerdem geht er davon aus, dass IBM in diesem Jahr nicht noch einmal 1,6 Mrd. Dollar für den Personalabbau ausgeben wird wie 2014, was zum Gewinn beitragen werde. Außerdem habe man in den strategischen Feldern im vergangenen Jahr rund 45.000 neue Experten eingestellt.

Es gab noch weitere gute Nachrichten, auch aus der Hardware-Sparte. 2014 war mit Power8 eine neue Servergeneration vorgestellt worden, die beiden Highend-Systeme E870 und E880 erst im Oktober. 2015 wird also das erste volle Jahr mit der neuen Generation der Power Systems sein – und ebenso das erste Jahr mit der Anfang Januar vorgestellten neuen Mainframe-Generation z13. Außerdem ist es laut Schroeter gelungen, den Gewinn der STG durch die Neupositionierung zu stabilisieren, nachdem er 2013 noch um 1,7 Mrd. Dollar eingebrochen war.

Der Umsatz mit Power-Systemen sank zwar gegenüber dem Vorjahr bei konstanter Währung um elf Prozent, was aber einem bescheidenen Zuwachs gegenüber dem 3. Quartal 2014 gleichkommt. Viel wichtiger ist aber, dass der Vorsteuergewinn der STG um 12 Prozent wuchs sowie auch die Vorsteuermarge auf 15,5 Prozent zulegte.

Bei den Lowend-Systemen der Power-Familie gab es laut Schroeter auch dank der bereits im Frühjahr angekündigten Power8-Modelle sogar wieder zweistellige Zuwachsraten. Die Power-Familie sei jetzt mit Power8 im Zuge der Neupositionierung für Cloud und Big Data gebaut und über die Veröffentlichung der Architektur in der Open Power Foundation zu einem offenen Ökosystem im Wettbewerb der Ideen und des geistigen Eigentums geworden.

www.ibm.com/investor/events/earnings/4q14.html

Bildquelle: IBM

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