Bis September 50 lokale Präsenzen in Deutschland geplant

IBM lanciert die City Cloud

Einen Schwenk bei der Cloud-Strategie für den Mittelstand hat IBM vorgenommen und auf der Cebit erstmals das Konzept der lokalen City Cloud vorgestellt. Bis September sollen rund 50 deutsche Städte über eine City Cloud verfügen.

Bernd Schierholz, IBM

Bernd Schierholz, Direktor Mittelstandsgeschäft bei IBM, verspricht mit der City Cloud „lokale Da-tenspeicherung nach deutschem Recht – und dies mit individueller Vor-Ort-Betreuung und Beratung.“

Als erster IBM-Partner bundesweit hat die NCT GmbH aus Trebur eine City Cloud für die Region Rhein-Main verwirklicht; auch die UBL Informationssysteme GmbH aus Neu-Isenburg hat auf der Cebit einen entsprechenden Vertrag mit IBM unterzeichnet. Für Städte und Regionen wie Köln oder Hamburg sind weitere City Clouds bereits konkret geplant.

Lokale IBM-Partner können nach entsprechender IBM-Zertifizierung eine solche City Cloud alleine oder auch gemeinsam mit anderen Partnern für bestimmte Städte und Regionen anbieten. Bedingung für die Zertifizierung ist die Mitgliedschaft im Partnerworld-Programm der IBM sowie ein Rechenzentrum, das auf IBM-Technologien basiert. Die Software-Schmiede SugarCRM hat einen Letter of Intent unterzeichnet, um ihre CRM-Anwendungen unkompliziert in City Clouds bereitzustellen.

„Um die Cloud besser auf die Anforderungen des Mittelstandes anpassen zu können, haben wir gemeinsam mit unseren Geschäftspartnern die City Cloud entwickelt“, erklärte Bernd Schierholz, Direktor Mittelstandsgeschäft und Partnership Solution Center der IBM Deutschland, im Rahmen eines Pressegespräches auf der Messe die Idee hinter dem Konzept. Die City Cloud garantiere „lokale Datenspeicherung nach deutschem Recht – und dies mit individueller Vor-Ort-Betreuung und Beratung.“

Offenbar kann IBM Deutschland als Tochter eines amerikanischen Unterneh-mens, das dem Patriot Act unterliegt und auch ohne richterlichen Beschluss jedwede Daten US-Behörden auf Verlangen zur Verfügung stellen muss, Mittelständler nicht so ohne weiteres überzeugen, ihre Daten in eines der IBM-Rechenzentren zu verlagern. Folglich sollen nunmehr deutsche Partner mit IBM im Rücken deutschlandweit IT-Services „aus der Wolke“ anbieten, die auf die Bedürfnisse der Mittelständler zugeschnitten sind. Diese können so Hard- und Software bedarfsorientiert nach tatsächlichem Verbrauch beziehen und bezahlen. Die City Cloud verspricht zudem lokale Datenspeicherung und flexible Skalierbarkeit – auch für eine weltweite Cloud-Strategie.

Jeder City-Cloud-Provider kann individuell eigene IT-Lösungen und -Services ergänzen. „Als lokaler Ansprechpartner auf Augenhöhe stehen die City Cloud-Anbieter ihren Kunden als Berater, Betreuer und Betreiber der IT zur Seite“, heißt es in der Pressemitteilung. Diese „Augenhöhe“ ist offenbar bei der großen IBM so nicht gegeben. Mit der City Cloud können IBM-Partner darüber hinaus ihre Kundenkontakte stärken und cloudbasierte IT-Services auf die Anforderungen ihrer Kunden individuell anpassen und abstimmen. IBM als globaler IT-Partner wiederum will einen sicheren und dauerhaften Betrieb der City Clouds gewährleisten.

„Wir stellen die City Cloud in der Rhein-Main-Region für Kunden aus Mainz, Wiesbaden, Darmstadt und Frankfurt zur Verfügung und haben bereits erste Kunden gewinnen können“, sagte NCT-Geschäftsführer Eric Nürnberger. Klaus Kratky, den IT-Leiter des Internationalen Bundes, ist bereits überzeugt, vor allem von der skalierbaren Verfügbarkeit und den hohen Sicherheitsstandards.

Der Internationale Bund, in deutschlandweit aktiver Dienstleister in den Bereichen Jugend-, Sozial- und Bildungsarbeit mit 11.000 Mitarbeitern in 700 Einrichtungen, hat die Infrastruktur der NCT-Cloud mit Power- und Intel-Servern sowie Speicher von IBM jetzt für die Einführung einer neuen Personalsoftware genutzt, die dort jetzt auch betrieben wird. Wichtig war Kratky neben der permanenten Verfügbarkeit der Systeme die Einhaltung sämtlicher Sicherheitsstandards, insbesondere beim Umgang mit personenbezogenen Daten nach dem BDSG. Der Umzug weiterer IT-Anwendungen in die NCT-Cloud ist bereits geplant.

UBL bietet im Rahmen der City Cloud Hosting und Managed Services auf Basis von Power, Intel- und Storage-Infrastruktur sowie weitere IT-Lösungen wie z.B. ERP-Lösungen auf SaaS-Basis oder mit Managed Services. „Das Konzept der City Cloud spiegelt unsere Erfahrungen mit Kundenanforderungen an Managed Services und Cloud-Lösungen wider“, so UBL-Geschäftsführer Uwe Schneider zum gemeinsamen Angebot mit IBM. „An erster Stelle stehen für unsere Kunden das Vertrauen in die Einhaltung datenschutzrechtlicher Anforderungen und der Bedarf an einen persönlichen Ansprechpartner. Mit der City Cloud erhalten Kunden eine individuelle Vor-Ort-Betreuung und wissen jederzeit, wo ihre Daten gespeichert und wie sie geschützt sind.“

www.ibm.com/de/mittelstand

www.nctgmbh.de

www.ubl-is.de

Pressemappe der IBM zur City Cloud

Bildquelle: IBM

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