Wie seinerzeit bei der AS/400: Integration als Designprinzip

IBM stellt die Pure Systems vor

Mit einer neuen Produktkategorie, den „Expert Integrated Systems“, will IBM wie 1988 mit der AS/400 wieder eine neue, einfachere Ära des Computings einleiten. Die neue Produktfamilie mit den beiden ersten Familienmitgliedern Pure Flex und Pure Application tritt neben die etablierten Serverfamilien verfügt über eingebautes Expertenwissen im IT-Betrieb.

  • Rodney Adkins, IBM

    Rodney Adkins, als Senior Vice President verantwortlich für die Systems and Technology Group der IBM, neben einem Pure System im Forschungslabor Triangle Park

  • Das Flex Enterprise System als Baustein der Pure Systems

  • Die möglichen Konfigurationen der Pure Systems

  • Beispiele für die wiederholbaren Software-Muster der Pure Systems

Die neue IBM-Systemfamilie mit dem Namen Pure Systems soll alle nötigen physischen und virtuellen IT-Elemente, Hardware wie Software, in einer Systemlösung integrieren – genau wie die AS/400, allerdings mit der Technologie von heute. Beispiele: Eingebautes operatives Know-how im System für die automatisierte Wartung und Systemsteuerung, tiefe Integration von Servern, Storage- und Netz für verbessertes IT-Management, abgestimmte Ausrichtung von Anwendungen, Middleware und Hardware sowie bereits integrierte Unterstützung für Cloud Computing.

Pure Systems, im Projekt Troy als "Next Generation Plattform" entwickelt, gibt es mit Power7- oder Intel-Prozessor und vier Betriebssystemumgebungen (IBM i, AIX, Linux und Windows) – auch in einem einzigen Gehäuse. Zwei Modelle werden voraussichtlich bereits im zweiten Quartal 2012 erhältlich. Preise beginnen ab ca. 100.000 Dollar (US-Listenpreis). Beide Produktgruppen werden in den drei Ausprägungen Express, Standard und Enterprise erhältlich, deren Preise sich nach Einflussgrößen wie Konfiguration, Speicher und Prozessorkerne berechnen.

Jedes Chassis kann in tausende virtuelle Maschinen aufgeteilt werden – bis zu zweimal mehr als bisherige Systeme – was zu bis zu 70 Prozent reduzierbaren Softwarelizenzkosten führen kann. Die automatisierte und hoch virtualisierte Speicherschicht der Pure Systems kann bis zu 98 Prozent schneller bereitgestellt werden. Die Folge: Eine bis zu 45-prozentige Kosteneinsparung beim IT-Budget. Pure Systems können über eine einzige Konsole verwaltet werden.

Ähnliche Konzepte im Servermarkt verfolgen auch Oracle und Cisco, nachdem Apple vorgemacht hat, wie man mit vollständig integrierten Komplettsystemen gutes Geld verdienen kann, weil der Kunde sicher sein kann, ausgetestete und zuverlässige Produkte zu erhalten und sich viel nervige und zeitraubende „Fummelei“ bei Installation und Betrieb ersparen kann, von Störungen einmal ganz abgesehen.

Mit den Pure Systems bringt IBM darüber hinaus aber auch ein neues Konzept im Systemdesign, das analog wie bei Ciscos Unified Computing System (UCS) Server, Speicher und Netzkomponenten in einer hochautomatisierten, einfach zu verwaltenden Maschine integriert. Das neue Konzept Scale-In-Design ermöglicht laut Hersteller jedoch eine deutlich höhere Integrationsdichte – Pure Systems können demnach bis zu zweimal so viele Anwendungen fahren wie bisherige Technologie und verdoppeln so die Rechenleistung pro Fläche im Rechenzentrum.

Neben lupenreinen Basissystemen, als Kombination von Server-, Storage- und Netzressourcen in einer hoch automatisierten, sicheren und einfach zu verwaltenden Maschine Pure Flex genannt, gibt auch Systeme namens Pure Application, die wiederholbare Software-Patterns (Muster) und branchenspezifische Prozesse mitbringen, die die es dem System ermöglicht, elementare Aufgaben wie Konfiguration, Upgrade und Application-Requirement-Handling automatisiert auszuführen. Die Patterns sind in drei Kategorien erhältlich:

- IBM-Patterns: Werden bereits bei der Herstellung eingebaut und basieren auf dem Wissen, das von Experten der IBM zusammengetragen worden ist. Dieser Satz an Patterns automatisiert zeitaufwendige Aufgaben wie Konfiguration, Bereitstellung und laufende Aktualisierungen. Anwendungen, für die bisher Tage benötigt wurden, um sie zu implementieren, sollen jetzt binnen Minuten bereitgestellt werden können.

- ISV-Patterns: IBM hat mit mehr als hundert Software-Anbietern zusammengearbeitet, um Anwendungen bereitzustellen, die „Pure Systems Ready“ zertifiziert sind. Der zugehörige Online-Katalog von ISV-Patterns soll die Implementierung und Verwaltung von Anwendungen radikal vereinfachen. Zum Beispiel könne ein CRM-Programm, das normalerweise drei Tage für die Bereitstellung benötigt, jetzt in weniger als einer Stunde bereitgestellt werden, heißt es in der Presseinformation. Zu den Anbietern zählen Branchengrößen wie SAP oder Infor, Newcomer wie SugarCRM oder alte AS/400-Hasen wie Lansa und Vision Solutions.

- Kunden-Patterns: IT-Abteilungen können ihr Wissen über ihre eigenen, selbst entwickelten Anwendungen in ein Pattern packen. Als Ergebnis kann beispielsweise ein Unternehmen in neue Märkte expandieren, auch wenn IT-Expertise in der neuen Region oder dem neuen Markt noch nicht vollständig vorhanden sind.

„Jetzt wird es für unsere Kunden möglich, Anwendungsprofile für neue Geschäftsanforderungen direkt aus dem Web zu beziehen und innerhalb weniger Stunden einsatzbereit zu haben“, hob Martina Koederitz, Vorsitzende der Geschäftsführung der IBM Deutschland, eine weitere wichtige Neuerung hervor. IBM liefere als Technologie- und Transformationspartner der Kunden eine Alternative gegenüber dem heutigen Enterprise-Computing-Modell, bei dem multiple, disparate Systeme einen höheren Aufwand bei der Einrichtung und Pflege erfordern.

Der Zeitaufwand für die Planung, Beschaffung und Bereitstellung beispielsweise einer Infrastruktur einer typischen Web-Anwendung kann sechs Monate betragen, rechnet Andreas Wodtke vor, Vice President Systems and Technology bei IBM Deutschland. Mit Pure Systems könne dieselbe Aufgabe in weniger als zehn Tagen abgeschlossen werden. Die Integration aller Technologie-Komponenten mache ein privates Cloud-System in wenigen Minuten funktionsbereit.

Um den Einsatz der Cloud deutlich zu beschleunigen, ist eine Cloud-Self-Service-Schnittstelle direkt in die Pure Systems eingebaut, so dass z.B. ein Anwender aus der Marketing-Abteilung die Selbstbedienungsfunktion nutzen kann, um eine Cloud-Umgebung zu konfigurieren, ohne Hilfe von der IT-Abteilung zu benötigen. Pure Systems reagiereb dann auch selbsttätig auf die Bedürfnisse der laufenden Anwendungen und Dienste und treffen Entscheidungen über die bestmögliche Bereitstellung von IT-Ressourcen, während es gleichzeitig für höchstmögliche Effizienz, Leistung und Kontrolle sorgt.

Darüber hinaus nutzen Pure Systems auch einige der grundlegenden Technologien und Software-Bestandteile, die IBM in ihren Smart-Cloud-Services verwendet. Das Ergebnis ist, dass Anwendungsentwickler Smart-Cloud-Services für Erstellung und Test neuer Anwendungen einsetzen können - und sie dann nahtlos in eine Private Cloud überführen, die mit Hilfe von Pure Systems erstellt wurde. Für die Zukunft geplant ist eine engere Verbindung der Pure Systems zur Smart Cloud, um Kunden bei der Verwirklichung ihrer Hybrid-Cloud-Strategie zu unterstützen. Zum Beispiel könnten Kunden im Falle einer Kapazitätsüberlastung durch Lastspitzen automatisch entgegenwirken, indem sie auf Smart-Cloud-Ressourcen zurückgreifen und ihre auf Pure Systems basierte Private Cloud erweitern.

www.ibm.com/press/pure

www.expertintegratedsystemsblog.com

www.youtube.com/user/expertintegratedsys

Die Liste der bisherigen Software-Partner bei den Pure Systems

Bildquelle: IBM

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