Konsortium „Open Power“ mit Google und Nvidia gegründet

IBM USA verordnet Zwangsurlaub

Wegen der schlechten Hardware-Geschäfte müssen viele IBMer im August eine Woche Sonderurlaub nehmen - für ein Drittel ihres Gehalts. Betroffen sind die meisten US-Mitarbeiter der Systems and Technology Group (STG). Um die Hardware-Geschäfte anzukurbeln, wurde gemeinsam mit Google, Mellanox, Nvidia und Tyan das Konsortium „Open Power“ gegründet - als offene Entwicklungszusammenarbeit auf Basis der Mikroprozessor-Architektur Power.

Auch in Rochester machen viele IBMer im August unfreiwillig Betriebsferien.

In der Woche ab dem 24. oder 31. August schickt IBM viele Arbeiter zu stark reduzierten Bezügen in Betriebsferien. Manager sind ausnahmsweise sogar noch schlechter dran - sie erhalten für diese Woche gar keinen Lohn, erklärte ein IBM-Sprecher gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Zuvor hatte IBM bereits über 3.300 amerikanische Mitarbeiter entlassen, davon die meisten aus der Hardware-Sparte. Außerdem hatte es Gespräche mit Lenovo über den Verkauf von Teilen der STG gegeben, die aber im Mai – offenbar wegen unterschiedlicher Preisvorstellungen – abgebrochen wurden.

Um die schleppenden Hardware-Geschäfte langfristig wieder anzukurbeln, hat IBM gestern gemeinsam mit Google, Mellanox (einem israelischen Netzwerk-Anbieter), Nvidia und dem taiwanesischen Server-Lieferanten Tyan das Konsortium „Open Power“ angekündigt, das Server-, Netzwerk-, Speicher- und GPU-Beschleuniger-Technologie „für die nächste Generation von Hyperscale- und Cloud-Rechenzentren entwickeln“ will. Die Mitglieder erhalten dazu Zugang zu IBMs Power-Hardware und -Software; wenn Google als größter Serverhersteller der Welt von Intels x86-Architektur auf Power umschwenken würde, wäre das ein durchschlagender Markterfolg für IBM.

Anfänglich wird sich das Konsortium auf die Integration von Nvidias CUDA-Technologie in das Power-Ökosystem konzentrieren. Die „Compute Unified Device Architecture“ soll es Programmierern erleichtern, Programmteile auf den Grafikprozessor (GPU) auf der Grafikkarte zu verlagern, die zusätzliche Rechenkapazität für parallelisierbare Programmabläufen bereitstellt. Das bringt nicht nur durch die Parallelisierung Performance-Vorteile, sondern auch, weil die GPU bei manchen wissenschaftlichen und technischen Berechnungen signifikant schneller ist als die CPU.

„Das Open Power Consortium bringt ein Ökosystem aus Hardware, Systemsoftware und Enterprise-Applikationen zusammen, das leistungsfähige Computing-Systeme basierend auf Nvidia-GPUs und Power-CPUs anbieten wird”, sagte Sumit Gupta, General Manager des Geschäftsbereichs Tesla Accelerated Computing bei Nvidia. Dazu werde ein „gemeinschaftliches Entwicklungsmodell“ verwendet, dass die Art und Weise grundlegend ändern werde, in der Hardware für das Rechenzentrum entwickelt und genutzt wird, erklärte IBM-Manager Steve Mills.

Die Vorteile sieht IBM-Sprecher Hans-Jürgen Rehm „in der höheren Wahlfreiheit, Flexibilität und individuellen Adaptionsmöglichkeit für Entwickler solcher Systeme aufgrund der Offenheit des Konzepts“. Das Konsortium werde u.a.  Power-Firmware als „Open Soure“ für individuellen Zuschnitt benötigter Chipfunktionen bereitstellen. Das Konsortium sei für die Zusammenarbeit mit jedem Unternehmen offen, das auf der Basis der Power-Architektur offene, gemeinschaftliche Entwicklung nutzen und damit innovative neue Hardware bereitstellen möchte.

www.ibm.de

Bildquelle: IBM

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