Kommunikation mit System

Mitutoyo Europe, ein weltweit aktiver Produzent von Längen- und Fertigungsmesstechnik, stand vor drei Herausforderungen:

Mitutoyo Europe GmbH

Der Firmensitz der Mitutoyo Europe GmbH in Neuss

Die europaweite Konsolidierung der IT von sechs Standorten auf Neuss, die Einführung von EDI und AS2 auf IBM Power Systems sowie die Anbindung des eigenen ERP-Systems an das Zentrallager eines Kontraktlogistikers. Die entscheidende Hilfe kam von einer EDI-Lösung. Diese Herausforderungen resultierten aus strategisch wichtigen Aufgaben, um die international führende Stellung vor dem Hintergrund zunehmender Globalisierung, dem härterem Wettbewerb, steigenden Energiekosten sowie Nachfrageschwankungen zu untermauern.

Mit der Entscheidung, die eigenen Warenlager mit über 9.000 unterschiedlichen Produkten an einen externen Logistiker auszulagern und diesen an das eigene ERP-­System mit UN/EDIFACT und AS2 anzubinden, sollte die Umstrukturierung beginnen.

Durch die stete Expansion des Unternehmens stoßen Logistik und IT immer wieder an Grenzen. Um die neu aufgesetzte Unternehmensstrategie in der IT abzubilden, war die Einführung einer EDI-Software notwendig. Damit eine direkte und reibungslose EDI-Kommunikation mit dem Kontraktlogistiker unterhalten werden konnte, kam nur eine ­Inhouse-Lösung in Frage. Der EDI-Datenaustausch über ein externes Clearing-Center stand dabei nicht zur Debatte, hätte dies doch die Datensicherheit gefährdet und unkalkulierbare Kosten sowie unflexible Bearbeitungswege verursacht.

Bei der Suche nach einer geeigneten Integrations-Software testeten die Mitutoyo-Mitarbeiter auch die grafische EDI-Lösung i-effect von Menten. „Das Preis-Leistungs-Verhältnis, die flexible Handhabung sowie die genaue Kalkulierbarkeit der Aufwände haben uns überzeugt“, so EDV-Leiter Frank Dreischmeier. „Die fast schon intuitiv erstellbaren Mappings waren ein weiteres Entscheidungskriterium, denn auch komplexe Mappings werden in der grafischen Oberfläche übersichtlich dargestellt und können leicht verändert und angepasst werden.“

Die EDI-Lösung ermöglicht hierbei native auf der Plattform IBM i den automatisierten Datenaustausch über einen sicheren AS2-Kommunikationskanal, die Konvertierung von UN/EDIFACT-Nachrichten­typen mit allen Subsets sowie die Weiterverarbeitung von Spool-­Daten in alle gängigen Dateiformate. So kann Mitutoyo unternehmensübergreifende Geschäftsprozesse flexibel einrichten und abbilden, zum Beispiel die Kooperation mit dem Kontraktlogistiker. Sie läuft in zwei Schritten. Im ersten wird die Ware am Produktionsstandort abgeholt und eingelagert, im zweiten wird der Kunde direkt aus dem Lager des Logistikers beliefert.

Der Ablauf ist dabei in beiden Schritten höchst automatisiert. Der Mitutoyo-Mitarbeiter trägt wie gewohnt die Abholinformationen in das eigene ERP-System ein; diese werden zugleich in die DB2-Datenbank geschrieben. Über einen RUNMAP-Befehl werden die Abholinformationen aus der DB2 in eine UN/EDIFACT-Nachricht konvertiert, die anschließend über i-effect *AS2 an den Kontraktlogistiker übermittelt wird. Dessen Mitarbeiter wissen nun genau, welche Ware und welche Menge von welchem Produktionsstandort abgeholt und dann eingelagert werden soll.

Dabei gilt es den Überblick über mehrere Produktionsstandorte und die dezentralen Lager nicht zu verlieren. Ob es nun Inventory Reports (INVRPT) bei sämtlichen Lagerbewegungen oder die Reconciliation-Meldungen sind, die tägliche Inventur- und Lagerbestände/-bewegungen übermitteln – die Datenqualität sowie Transparenz der Vorgänge werden durch stets aktuelle UN/EDIFACT-Statusmeldungen gewährleistet. Sollte es dennoch zu Unstimmigkeiten kommen, werden die Mitutoyo-Mitarbeiter automatisch per E-Mail benachrichtigt, dass eventuelle Lagerbestandskorrekturen durchzuführen sind.

Im zweiten Schritt übertragen Mitutoyos Vertriebsmitarbeiter Auslieferungsinformationen, sogenannte „Purchase Orders“, an den Kontraktlogistiker, der nun die bestellte und freigegebene Ware sofort an den Kunden ausliefern kann. Hierdurch erhält die Auftragsverarbeitung und -überwachung eine enorme Unterstützung und Beschleunigung. „Gerade unsere Kunden profitieren von diesem optimierten Ablauf, sie bekommen die Ware bedeutend schneller“, so ­Dreischmeier. Sämtliche Abläufe werden durch EDIFACT-Statusrückmeldungen bestätigt, so dass die Lieferkette stets transparent, verifiziert und in Echtzeit einsehbar ist. „Die Abläufe sind sehr transparent, alle Vorgänge können einfach und schnell kontrolliert/nachvollzogen werden“, fügt der EDV-Leiter hinzu.

Der Datenaustausch per EDI verkürzt die Reaktionszeiten bei allen eingehenden Kundenaufträgen. Zudem bietet die elektronische Datenübertragung die Möglichkeit, Daten der gesamten Supply Chain aktuell zugänglich zu machen, was die Planungs- und Dispositionssicherheit erhöht hat. Darüber hinaus ergibt sich aus dem Wegfall der manuellen Datenerfassung ein sehr großes Kostensenkungspotential, z.B. durch weniger Fehler, Medienbrüche und Dubletten.

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