Neue Power8-Server für Big Data

Konsolidierung von Commodity-Servern

Direkt nach Abschluss des Verkaufs der x86-Serversparte an Lenovo stellte IBM am 7. Oktober die beiden Power8-Server E870 und E880 vor und kündigte das GPU-beschleunigte S824L-System an. Die Rede ist von einem um 20 bis 40 Prozent verbesserten Preis-Leistungs-Verhältnis gegenüber Power7, „Open-Source-Innovationen“ gemeinsam mit Partnern wie Nvidia und der Fähigkeit, sehr große Datenmengen besonders schnell verarbeiten zu können.

„Im ersten Halbjahr 2015 wird es eine 192-Core-Version der E880 geben, die der legitime Nachfolger der p795 sein wird. Sie wird aber im Packaging der E880 kommen und kein eigenes Systemdesign mehr benötigen.“ Ralf Dannemann, IBM

„Für viele Kunden mit älterer Power-Hardware bieten sich nun interessante Möglichkeiten zur Modernisierung ihrer IT-Infrastruktur“, arbeitet Ralf Dannemann, IBM-Direktor Power-Plattform DACH, die Bedeutung der Ankündigung heraus. „Mit einem bis zu 20 Prozent besseren Preis-Leistungs-Verhältnis gegenüber Intel-Xeon-v3-basierten Systemen bilden sie zudem eine hochwertige Alternative zu Commodity-Standard-Servern.“ Man gehe den Weg der Öffnung der Power-Plattform konsequent weiter; beispielsweise basieren IBM-Produkte wie PowerVC oder der Cloud-Manager nunmehr voll und ganz auf der Openstack-Technologie und unterstützen neben Power- auch x86- und Mainframe-Server.

Interessant ist jedenfalls der Marketing-ansatz von IBM, Intel den Nimbus des „Proprietären“ anzuheften – der früher IBM selbst vorbehalten war. Man darf auch gespannt sein, ob (und falls ja wie) IBM diese Alternative zur Intel-Hegemonie am Markt aktiv platziert. Offenbar verstärkt IBM aber nach dem Abschied von den x86-Servern die Anstrengungen, ihre schwächelnde Power-Plattform als valide Alternative im Servermarkt zu positionieren. Ging es im April-Announcement noch schwerpunktmäßig um Linux und die Scale-out-Technologien der S-Klasse, stehen jetzt das Highend mit den Enterprise-Servern der E-Klasse sowie erste Ergebnisse der Zusammenarbeit mit den mittlerweile über 60 Mitgliedern der Open-Power-Foundation im Mittelpunkt.

Laut Dannemann stoßen Commodity-Server bei Big-Data-, Cloud- und Mobile-Anwendungen immer mehr an ihre Grenzen. Der neue Linux-Server S824L dagegen setze auf eine datenzentrische Herangehensweise und Open-Power-Bausteine, so etwa erstmals die GPU-Beschleunigungstechnologie von Nvidia. Kunden erhalten damit die Möglichkeit, datenintensive Aufgaben auf dem Power8-Prozessor laufen zu lassen und zeitgleich Big-Data-Anwendungen auf die GPU-Beschleuniger zu verlagern. Diese sind in der Lage, Millionen von Rechenvorgängen parallel zu verarbeiten und rechenintensive Anwendungen erheblich zu beschleunigen. Das sei aber erst der Anfang einer „spannenden und hochinteressanten Entwicklung“.

Um Vorteile aus der GPU-Beschleunigung auf Power-Systemen zu ziehen, will IBM auch die DB2-Datenbank mit Blu Acceleration darauf zuschneiden und die Power-Versionen häufig genutzter GPU-Anwendungen verbessern, die in Bereichen wie Bioinformatik, Molekulardynamik, Finanzwesen oder Wettermodellen genutzt werden, u.a. SOAP3, NAMD, Gromacs, die FFTW Library oder Quantum Espresso.

Künftige Power-Systeme will IBM mit der Technologie Nvlink von Nvidia ausstatten, so dass Daten zwischen CPU und GPUs nicht mehr ganz klassisch über den Engpass der PCI-Express-Schnittstelle ausgetauscht werden müssen. Stattdessen können die GPUs im Power-Server über Nvlink sowohl auf die CPUs als auch auf den Hauptspeicher in voller Bandbreite direkt zugreifen, was die Leistung vieler Anwendungen verbessern soll. Solche Systeme sollen 2016 erhältlich werden. 

Das neue Power-Highend: Die Modelle E870 und E880

Ausgestattet mit schnellem Core und Highend-Server-Chips erweitern die neuen Enterprise-Systeme E870 und E880 die im April vor-gestellte Scale-out-Reihe der Power8-Familie. Die Nachfolger der Power7-Modelle 770, 780 und 795 sind für große Unternehmen ausgelegt und werden seit Mitte November geliefert. Als 8-Sockel-Systeme unterstützen sie bis zu 1.000 Virtuelle Maschinen mit wahlweise 32, 40 oder 48 Prozessor-Cores sowie bis zu 4 TB Hauptspeicher pro Rechenknoten. Bei insgesamt bis zu 192 Cores mit mehr als 1.500 Threads (derzeit maximal 911.000 CPW Rechenleistung) und 16 TB Hauptspeicher unterstützen sie IBM i, AIX und Linux.

Ebenfalls neu sind „Power Enterprise Pools“ als Basis für die Infrastruktur von Private, Public und Hybridclouds. Indem Ressourcen auf einen Pool von Systemen – bestehend aus 770, 780, 795 E870 oder E880 – verteilt werden, können Kunden Workload-Anforderungen besser erfüllen, die Verfügbarkeit der Systeme verbessern, die Effizienz steigern und den Übergang zu Power8 günstiger gestalten. 

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