Bitkom fordert Nachbesserungen beim EEG-Entwurf

Kopfschmerzen für RZ-Betreiber

Nachbesserungen für Rechenzentren fordert der IT-Verband Bitkom beim Kabinettsentwurf zur Reform des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG), das am 8. Mai in erster Lesung im Bundestag beraten wurde. Wie andere wettbewerbsintensive Branchen sollten auch die Rechenzentren auf die so genannte Liste 2 des EEG gesetzt werden und eine geringere EEG-Umlage zahlen.

Blick in eines der amerikanischen Mega-Rechenzentren des Suchmaschinenkonzerns Google

Die aktuellen Pläne der Regierung würden Rechenzentren aus Deutschland vertreiben, warnt der Bitkom – denn der Strompreis für Rechenzentren liege in Paris bei 7 Cent pro Kilowattstunde, in Amsterdam und London bei rund 9 Cent – in Frankfurt hingegen bei 14 Cent. Finnland hatte jüngst mit Segen der EU-Kommission die Energiesteuern für Rechenzentren halbiert.

Die Energieeffizienz deutscher Rechenzentren ist zwar in den vergangenen Jahren stark gestiegen, doch der Strompreis nimmt weiterhin einen großen Anteil an den Betriebskosten ein. Dies gilt vor allem für so genannte Colocation-Anbieter. Diese stellen besonders gesicherte Räumlichkeiten, Notstromversorgung, Kühlung und Verbindung zum Internet bereit; die Kunden bringen ihre eigene IT-Infrastruktur wie Server ein.

Solche Rechenzentren stehen besonders im internationalen Wettbewerb: Die Betreiber erzielen im Schnitt ein Drittel ihres Umsatzes mit ausländischen Kunden, die Stromkosten machen zwischen 30 und 40 Prozent der Gesamtkosten aus. Große Inhalte- und Service-Anbieter können sich weitgehend aussuchen, von wo aus sie ihre Internetdienste anbieten.

RZ-Standort Deutschland

Deutschland gehört zu den wichtigsten Standorten für Rechenzentren in Europa; 2013 waren für die Branche und ihre Zulieferer hierzulande rund 200.000 Vollzeit-Arbeitnehmer tätig, hat der Verband ermittelt.

Die RZ-Betreiber bewerten vor allem die Stromversorgung, den Datenschutz und die Rechtssicherheit hierzulande mit gut oder sehr gut. Als Belastung empfinden sie den sehr hohen Strompreis. 90 Prozent sehen ihn als Standortfaktor, der sich in den vergangenen fünf Jahren verschlechtert hat. 45 Prozent der befragten RZ-Betreiber können sich vorstellen, ins Ausland abzuwandern. Allerdings bedeutet ein RZ-Standort im Ausland für deutsche Einkäufer oft ein „No go“.Harte rechtliche Vorgaben bei der Energieeffizienz des RZ wären kein Problem, so der Bitkom. Hier sei die Branche Vorreiter – und deutsche Anbieter Weltmarktführer.

www.bitkom.org

Bildquelle: Google

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