Gründer Heinz-Paul Bonn im Ruhestand

Neue Eigentümer für die Gus Group

Bei der Gus Group, Kölner ERP-Anbieter für die Prozessindustrie, hat der Vorstandsvorsitzende und Gründungsgesellschafter Heinz-Paul Bonn die vor fünf Jahren eingeleitete Nachfolgeregelung abgeschlossen. Dabei wurden Anteile der Gus Group an das Management von Gus Deutschland sowie an die Beteiligungsgesellschaft Elvaston Capital aus Berlin veräußert.

Das Geschäftsführerteam (von links): Jörg Paul Zimmer, Dirk Bingler (Sprecher) und Ekkehard Ziesche

Die Geschäfte der Gus Deutschland GmbH werden weiterhin eigenständig von den drei Geschäftsführern Dirk Bingler, Ekkehard Ziesche und Jörg-Paul Zimmer geführt, heißt es heute in einer Pressemitteilung. Dem Kauf ging ein sogenannter „Asset Deal“ voraus, bei dem wesentliche Vermögensgegenstände der Gus Group AG auf die Tochter Gus Deutschland GmbH übertragen wurden. Alle bisherigen Gesellschafter haben ihre Anteile verkauft; Firmengründer Bonn ist nicht mehr beteiligt. Über das Transaktionsvolumen haben die Parteien Stillschweigen vereinbart.

„Kurz vor Vollendung meines 71. Lebensjahres ist es Zeit für mich, die Geschicke der Gus Group vollends in die Hände von Dirk Bingler als Sprecher der Geschäftsführung und Mitgesellschafter zu legen“, erklärte Bonn bei der Vertragsunterzeichnung. Bingler war vor fünf Jahren zunächst als Leiter der Entwicklung ins Unternehmen gekommen, ehe er zum Sprecher der Geschäftsführung aufrückte. So wollte Bonn ihn „kontinuierlich auf die Nachfolge“ vorbereiten.

„Der Übergang verläuft nahtlos“, so Bingler zum Management-Buy-out. Man arbeite schließlich als „eingespieltes Team“, verfüge über ein Produkt „mit großem technologischem Potenzial“ und könne „auf eine breite, kontinuierlich anwachsende Kundenbasis blicken“. Auch künftig werde Gus sich auf die Kernbranchen Pharma, Food, Chemie, Kosmetik, Medizintechnik und Logistik konzentrieren.

Von Charisma zu Gus-OS

Der Software-Unternehmer Bonn hat die Gus GmbH – Gesellschaft für Unternehmensberatung und Softwareentwicklung mbH – im Jahr 1980 mitbegründet und zu einem über 200 Mitarbeiter starken Softwarehaus ausgebaut. Gestartet im Projektgeschäft, wuchsen die Kölner stark mit ihrer Standardsoftware Charisma; das „CHARgenorientierte Informationssystem für Mittelständische Anwender“ war seit 1985 auf Basis von IBM-Servern entwickelt und an über 150 Unternehmen verkauft worden.

2004 wurde dann mit dem „prozessorientierten Lösungsbaukasten“ Gus-OS die nächste – plattformunabhängige – Generation der ERP-Lösung für die Prozessindustrie und Logistik präsentiert. Zu den eigenen Produkten kommen auch Lösungen von Partnern wie Arvato, Cubeware, IBM, Microsoft, MHP oder Soreco.

Elvaston ist eine auf Nachfolgelösungen für Unternehmer und auf Konzernausgründungen spezialisierte Beteiligungsgesellschaft mit einem Anlagevolumen von 200 Mio. Euro und Fokus auf mittelständischen Firmen im deutschsprachigen Raum. Der neue Investor geht nach eigenem Bekunden stets langfristige Beziehungen ein – „denn eine nachhaltige Wertsteigerung ist unser oberstes Ziel“. Besonders interessant seien „profitable Nischenanbieter“ mit einem Umsatz zwischen 20 und 150 Mio. Euro und guter Marktposition mit nachhaltigen Wettbewerbsvorteilen.

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