Novomind verwaltet im Benchmark 17 Millionen Produkte auf IBM i

PIM-Performance der Extraklasse

Im Gegensatz zum Präsenzhandel treten beim E-Commerce ganz neue Probleme auf: Im Geschäft vor Ort können die Kunden alle Produkte sehen und anfassen. Online sind daher zusätzliche Informationen (wie detaillierte Produktbilder und Beschreibungen) nötig, um das Produkt vertrauenswürdig zu machen und zum Kauf anzuregen. Denn der Verkäufer im Geschäft kann ja erklären und auf Alternativen hinweisen; all das muss der Online-Shop automatisch bei der Produktpräsentation mit erledigen.

Gefragt sind im E-Commerce eine zentrale Produkt­datenhaltung, ein hoher Detaillierungsgrad der hinterlegten Produktmerkmale sowie ausführliche und ansprechende, werbliche Produkt­beschreibungen. Für die IT-Prozesse können die resultierenden, teilweise sehr großen Datenmengen zu Performance- oder gar Stabilitätsproblemen führen. Das wissen auch die Experten des Hamburger IBM-Partners Novomind, der Firmen wie C&A, Brax, Ernstings Family oder das Versandhaus Walz zu seinen Kunden zählt.

Zentrale Produktdatenhaltung, hoher Detaillierungsgrad

In einem Proof-of-Concept-Projekt wurde nun nachgewiesen, dass Novomind mit der Software iPIM für das „Produkt-Informations-Management“ 17 Mio. Produkte und entsprechend umfangreiche Produktdatensätze für moderne Online-Shops performant anlegen und verwalten kann. Bemerkenswert an den Last- und Performancetests im IBM Innovation Center in Zürich: Es wurde nur Standardsoftware und -hardware verwendet.

„Bei dem Test ging es uns aber vor allem darum, die Skalierbarkeit von iPIM unter Beweis zu stellen“, sagte Markus Rohmeyer, Novominds Bereichsleiter PIM, im Gespräch mit DV-Dialog. Bestätigt wurde im April, dass iPIM auf einem Midrange-Server in dem realistischen Kunden-Szenario eines Großhändlers in Kombination mit Websphere Commerce 17 Mio. Produkte für 1.000 Named-User ohne Probleme verwalten und mit Lieferantendaten anreichern kann – also eine riesige Datenmenge unter einer Enterprise-Workload.

Zum Einsatz kam dabei kein Supercomputer, sondern ein handelsüblicher Power8-Server S824 der Mittelklasse mit iPIM in der Version 3.6. Dieser Server wurde in zwei Partitionen aufgeteilt: Eine Linux-Partition mit dem Websphere-Applikationsserver v8.5.5.8 unter Suse Linux und eine i-Partition mit dem Datenbankserver auf Basis von DB2 für IBM i 7.2. Die Tests wurden dann unter Mitwirkung des potentiellen Kunden (inklusive dessen Echtdaten) durchgeführt und vom IBM-Experten Urs Witzig begleitet.

Midrange-Modell S824 reicht

Die Hardware könnte natürlich in Form der Power8-Topmodelle E870 oder E880 noch viel mehr Power liefern, doch für den Benchmark wurde bewusst ein Mittelstandssystem gewählt – allerdings voll ausgebaut mit 16 Prozessor-Cores. „Schneller Speicher ist für Datenbankanwendungen entscheidend“, weiß Urs Witzig. „Der S824 haben wir daher etwa 400 GB Hauptspeicher gegönnt; als externer Speicher wurde ein Flash-System IBM 840 verwendet.“

„Die S824 mag zwar ein Einstiegssystem sein, doch wir fanden die Performance schon sehr cool“, erinnert sich Sebastian Schmidt, Projektleiter bei Novomind. „Wir haben kontinuierlich gemessen, wie sich die Performance bei steigendem Datenvolumen und unter wachsender User-Last verhält – auch wenn parallel noch Import- oder Exportfunktionen laufen. Und die Ergebnisse können sich wirklich sehen lassen.“

„Wir konnten unter Beweis stellen, dass iPIM in einem realistischen ­Szenario, in dem 100 Concurrent User mit den 17 Mio. Produktdaten arbeiten, Antwortzeiten unter einer halben Sekunde liefert“, erklärt Rohmeyer. „Realistisch heißt dabei, dass parallel auch Bilder oder Videos importiert oder Katalogdaten exportiert werden. Dabei skaliert iPIM ohne jede Änderung an der Software problemlos mit RAM und Plattenspeicher!“

Skalieren mit dem Daten­volumen und der User-Last

Es würden zwar bei der Skalierung Systemveränderungen beobachtet, die man aber durch Optimierungen der Suchanfragen des PIM-Servers und Änderungen der Infrastruktur, ins­besondere der Konfiguration von Datenbank und Applikationsserver, in den Griff bekam. „Da haben wir an vielen der vorhandenen Stellschrauben gedreht“, so Schmidt. Insbesondere habe man den Grad der Parallelisierung von Anfragen für Volltextsuche aus dem Server heraus optimiert.

Das Ergebnis: iPIM bewältigt unterschiedlichste Lasten fast ohne Software-Änderungen mit der gegebenen Hardware des Datenbank- und Applikationsservers. Schmidt nennt auch Detailergebnisse. Wurden einzelne Batch-Prozesse gemessen, konnte bei Importen ein Durchsatz von über 150.000 Inserts von Produkten pro Stunde erreicht werden (und über 420.000 Updates) – und das bei 80 aktiven Workern und 45 parallelen Datenbankverbindungen. Die Antwortzeiten waren abhängig von der User-Last und dem Parallelisierungsgrad nebenläufiger Batch-Prozesse; bei 100 parallelen Benutzern und jeweils 15 parallelen Workern in zwei Batch-Prozessen lagen 93 Prozent der Antwortzeiten unter einer halben Sekunde.

„Der Applikationserver lief unter Linux, weil das Szenario realistisch sein sollte“, erklärt Urs Witzig. „In der Linux-Welt kennen sich die Leute, die den Applikationserver betreiben, einfach am besten aus. Aus dem gleichen Grund läuft die Datenbank auf IBM i, denn dafür wird ein zuverlässiges Enterprise-System bevorzugt.“

Bildquelle: Bentley Motors

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