Einbindung von SAP-Klassik- und IBM i-Anwendungen

Power8 und Suse Linux für Hana

Erweitert hat sich im Herbst letzten Jahres die Wahlfreiheit für SAP-­Kunden in Sachen Rechnerarchitekturen bzw. Hana-Server – und zwar mit der Verfügbarkeit von Power8 for Hana, ebenfalls mit dem Betriebssystem Suse Linux Enterprise Server for SAP Applications. Die Kombination dieser beiden Infrastruktur­lösungen der langjährigen SAP-Partner IBM und Suse schlägt auch Brücken und bietet außerdem zusätzliche Features, denn beide Hersteller arbeiten seit Jahren bei wichtigen Innovationen zusammen – im SAP-Umfeld ebenso wie im Non-SAP-Umfeld.

  • Unser Autor Friedrich Krey ist Head of SAP Alliances and Partners EMEA Central bei Suse Linux

  • Unser Autor Claudius Banani ist Head of IBM Alliances EMEA Central bei Suse Linux

  • Ob Materialwirtschaft, Produktion, Beschaffung, Vertrieb oder Planung: Neben dem Finanzwesen sind heute bereits alle Bereiche eines „normalen“ ERP im „SAP S/4 Hana Enterprise Management“ in einer neuen simplifizierten Version enthalten. Lediglich Lösungen wie etwa Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz (Environment, Health and Safety, EH&S) sowie einige Funktionen für das Qualitätsmanagement sollen in kommenden Releases nachfolgen.

Längst haben sich viele SAP-Be­standskunden in der einen oder anderen Art und Weise mit der neuen Business Suite S/4 Hana befasst. Jene, die bereits ihre Business-Warehouse-Systeme auf der In-Memory-Datenbank Hana (BW on Hana) laufen haben, sowieso. Wobei die Hana-Welle auch den Mittelstand erreicht hat.

Warum das so ist, dafür gibt es ein Bündel von Gründen. Sie reichen von dem Umstand, dass Hana generell die SAP-Zukunft darstellt und man SAP-zukunftskompatibel bleiben will oder muss, über die Erwartung, dass mit S/4 Hana eine erweiterte und verbesserte Anwendungsnutzung verbunden ist, bis hin zu den Möglichkeiten einer zukunftsgewandten Plattform, die auch Themen wie Cloud Computing, digitale Transformation, Industrie 4.0, Big Data oder Mobile Computing unter Verwendung einer neuzeitlichen Oberfläche (Fiori) von vornherein berücksichtigt. 

Mit welchem Konzept – BW on Hana, Suite on Hana oder S/4 Hana – auch immer: ein Wechsel der IT-Infrastruktur und eine Neuausrichtung der existierenden SAP-Betriebs­konzepte ist damit verbunden. Gestartet sind Hana-Implementierungen mit abgestimm­ten Kernkomponenten in einer Art „Box“ (Appliance) von verschiedenen Anbietern, konzipiert nach Vorgaben von SAP, Intel-x86-basiert und unter Verwendung des Open-Source-Betriebssystems Linux.

Tailored Data Integration

Vorherrschend heute: Hana-Systemumgebungen, die dem Konzept „Tailored Data Integration“ (TDI) folgen. Hier haben SAP-Kunden vor allem die Möglichkeit der Wahl, unterschiedliche und eben nicht vorgegebene Storage-Systeme (von SAP zertifizierte, auch vorhandene) zusammen mit Hana-Servern einzusetzen. Als Betriebssystem von SAP von Anfang an für Hana bevorzugt und empfohlen: Suse Linux Enterprise Server for SAP Applications. 

Erweitert hat sich im Herbst letzten Jahres die Wahlfreiheit für SAP-­Kunden in Sachen Rechnerarchitekturen bzw. Hana-Server – und zwar mit der Verfügbarkeit von Power8 for Hana, ebenfalls mit dem Betriebssystem Suse Linux Enterprise Server for SAP Applications. Die Kombination dieser beiden Infrastruktur­lösungen der langjährigen SAP-Partner IBM und Suse schlägt auch Brücken und bietet außerdem zusätzliche Features, denn beide Hersteller arbeiten seit Jahren bei wichtigen Innovationen zusammen – im SAP-Umfeld ebenso wie im Non-SAP-Umfeld.

Da sich mit IBMs Virtualisierungs­technik LPAR (Logische Partitionierung mit Power VM und Power VC) einzelne Server sauber in mehrere virtuelle Maschinen „aufteilen“ lassen, können auf einem einzigen Power8-System auch SAP-Klassik und SAP-Hana-basierte Lösungen unter SLES for SAP Applications sowie spezifische IBM-i-Anwendungen des früher als OS/400 benannten Midrange-Betriebssystems betrieben werden.

Verschiedene Applikationswelten parallel  nutzen

Mit anderen Worten: Es ist je nach Bedarf und Anwendungsnotwendigkeiten möglich, verschiedene Architektur-/Applikationswelten in einer Infrastrukturlandschaft bedarfsgerecht parallel zu nutzen – übrigens auch in einer Openstack-Private-Cloud-Welt, etwa unter Verwen­dung der Lösung Suse Open Stack Cloud inklusive des Management-Tools Suse Manager. Außerdem lässt sich LPAR dazu verwenden, eine bessere „High Availability“ (HA) sowohl für Netweaver- als auch für Hana-basierte SAP-Anwendungen zu erzielen. In Kombination mit SLES-HA-Features ergeben sich zusätzliche Nutzeffekte.

Mit der aktuellen Power8-Prozessorgeneration können insbesondere große Datenmengen vorteilhaft aus Transaktionen und Analysen verarbeitet werden. Auch wurde die Architektur der Power-Systems auf Basis des Power8-Prozessors so ausgerichtet, dass ein optimierter Zugang zu den von In-Memory-Datenbanken gespeicherten Daten möglich ist. Das Resultat: eine extrem hohe Performance bei Einsatz von weniger Cores. Wobei SLES for SAP Applications diese Power sozusagen für Hana-Anwendungen „auf die Straße“ bringt.

Spezielle Features für den Hana-Einsatz

Auf der anderen Seite stellt SLES for SAP Applications zahlreiche Features für den optimierten und sicheren Hana-Einsatz in Rechenzentren zur Verfügung, wie etwa: Workload-Balancer für große In-Memory-Daten, Clustersoftware (mit der erwähnten HA -Extension für SAP), Unterstützung von physikalischen und virtuellen Umgebungen (heterogene Cluster) sowie HA Resource Agents for SAP Hana System Replication. Das ist eine sogenannte „Fail-Safe-Operation“ für Hana, als Schutz sowohl von Anwendungen als auch Hana-Datenbanken/Datenbank-Instanzen gegen einen möglichen Ausfall.

Ferner verfügt Suse über Technologien, die eine Hana-Datenbank gegen Be­drohungen schützen. Damit lässt sich z.B. ein Live-Patching des Linux-Kernels realisieren. Das „Security Hardening for Hana“ stärkt die Abwehr etwaiger Angriffe oder Be­drohungen von außen, eine Suse Firewall for Hana wirkt lokalen Netzwerk­angriffen oder der Öffnung gewisser Ports von außen entgegen. Last not least kann die gesamte Linux-Plattform über den Solution Manager Support integriert werden, was beim Support einen „One-Stop“-Ansatz erlaubt.

Bildquelle: Thinkstock / iStock

 

Verortet im SAP-Linux-Lab: Suse SLES wie auch Power8
 Geht es um den Betrieb von SAP-Anwendungen, so spielt das 1999 gegründete SAP-Linux-Lab in Walldorf eine gewichtige Rolle. Eine Reihe von SAP-Partnern wirken dort mit, unter anderem IBM und Suse. Im Fokus bei der Gründung stand insbesondere, ein „Enterprise Linux“ für den SAP-Einsatz zu entwickeln.

Suse stellte nach einigen Jahren intensiver Zusammenarbeit bzgl. Optimierungen den Suse Linux Enterprise Server (SLES) for SAP Applications bereit, das heute marktführende Linux im SAP-Umfeld; praktisch alle produktiven Hana-Installationen (BW on Hana, Suite on Hana, S/4-Hana) weltweit laufen heute zusammen damit, auch weil Suse bereits 2009 beim damals noch geheimen „Projekt Hana“ mitwirkte.

Mit diesem In-Memory-Projekt erfuhr auch die Datenbankstrategie der SAP eine Neuausrichtung. Da thematisch zwischen Rechner-/Serverarchitekturen und Betriebssystemen enge Verknüpfungen existieren, beschäftigt man sich im SAP-Linux-Lab seit längerem (neben der Intel-Plattform) auch mit  Power8. Angekündigt wurde Power8 for SAP Hana mit SLES for SAP Applications im Rahmen der letztjährigen SAP-Kundenmesse Sapphire in Orlando. 
www.sap.com/linux

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