Psipenta und Portolan werden Partner

Automotive-ERP für IBM i

Auf der Cebit haben die beiden deutschen Softwarehäuser Psipenta und Portolan gestern einen Partnervertrag geschlossen. Ziel ist die Vermarktung der ERP-Suite Psipenta des Berliner Fertigungsspezialisten auf dem Power System i der IBM.

  • Alfred Keseberg, Psipenta

    Psipenta-Geschäftsführer Alfred Keseberg: "Eine klassische Win-Win-Situation!"

  • Vertragsunterzeichnung

    Nach der Vertragsunterzeichnung auf der Cebit am 18. März 2015: Die beiden Firmenchefs Joachim Nürk (Portolan, links) und Alfred Keseberg (Psipenta)

Nach dem Abschied vom früheren Partner SAP im vergangenen Sommer verfolgt Portolan eine neue Strategie. Firmenchef Joachim Nürk spricht sogar vom Beginn einer neuen Ära für das Softwarehaus aus Ilsfeld. „In der Vergangenheit wurden unsere horizontalen Produkte als Baustein der Branchenanbieter verkauft“, so Nürk. „Jetzt nehmen wir das Heft selbst in die Hand und vertreiben Psipenta/ERP als integriertes Komplettpaket.“ Psipenta sei der ERP-Wunschpartner mit Branchenkompetenz, adäquaten Supply-Chain-Funktionen (EDI, JIS/JIT) und Kunden auf der Plattform IBM i.

Bisher entwickelt Portolan als Ergänzung zu Produktionsplanungs- oder Warenwirtschaftssystemen Software für Finanzbuchhaltung, Kostenrechnung und Controlling im Mittelstand. Produkt ist Portolan EVM, ein auf IBM i einsetzbares Rechnungswesen, verfügbar in 17 Sprachen und 25 Landesversionen. Mit der neuen Lösung EVM Mobile ist eine Echtzeit-Analyse auf Berichte, Liquidität vom Desktop als auch vom Tablet möglich.

Im Jahr 2008 startete Portolan dann die Partnerschaft mit SAP und gründete parallel mit dem Partner Trend SWM aus Freiburg die Trend | EVM Software für den Mittelstand GmbH. Dieses Joint-Venture bietet seither mittelständisch geprägten Fertigungs- und Handelsunternehmen ab 50 Mitarbeitern branchenausgerichtete Komplettsysteme inklusive eines international ausgerichteten Rechnungswesens auf dem Power System i der IBM.

ERP-Trio Psipenta, Datatex und Trend im Portfolio

Ähnlich geht nun Portolan selbst vor – und hat kurz vor der neuen Partnerschaft mit Psipenta Anfang März eine vergleichbare Kooperation mit Datatex für die Textil- und Bekleidungsindustrie geschlossen. Darüber hinaus bietet Portolan auch weiterhin seine Integrationsmodule, die eine vollständige Anbindung an Infors ERP-Lösungen LX (vormals BPCS/ SSA), AS oder Xpert (XPPS) ermöglichen. Dazu kommen Schnittstellen zu Semiramis von Comarch, Oxaion, Charisma, JD Edwards Enterprise One, Mapics, Infor M3 (Movex) oder Swing. Auch der Einsatz mit Eigenentwicklungen von Kunden ist möglich.

Auf Basis dieser Schnittstellentechnologie wird jetzt im ersten Schritt der neuen Partnerschaft EVM eng mit Psipenta integriert, um dann Referenzkunden aufzubauen. Damit gibt es eine dritte Option für Kunden von Psipenta, denn bereits heute wird die Software mit dem Finanzwesen der Partner Varial und CSS zur vollständigen ERP-Lösung abgerundet. Allerdings haben diese Partner – anders als Psipenta und Portolan – ihre Wurzeln nicht im IBM-Midrange-Markt. Somit ist jetzt eine neue native ERP-Lösung für IBM i zu erwarten, die Portolan zunächst in der Automotive-Industrie vermarkten will.

Objektorientiertes ERP-System plattformunabhängig entwickelt

Hier hat Portolan selbst viele Kunden, die EVM vor allem mit Infor Xpert einsetzen. Hier liegt auch eine Stärke von Psipenta, das zwar 1996 als erstes objektorientiertes ERP-System plattformunabhängig entwickelt wurde, doch funktional  auf dem Vorgänger Piuss-O aufbauen konnte. Das ist eine 1986 eingeführte Standardsoftware für die Produktionsplanung (PPS) auf IBM-Basis, die heute immer noch bei vier Kunden im Einsatz ist. Der ursprünglich Piuss Penta genannte Nachfolger wurde dann in den Bereichen Produktionsplanung, Fertigungslogistik und Feinplanung/MES für die Fahrzeugindustrie sowie den Maschinen- und Anlagenbau weiterentwickelt.

Die alte Ausgangsbasis will Psipenta mit dem neuen Partner wieder stärken, gibt es aktuell doch unter den über 500 Kunden mit insgesamt über 30.000 Anwendern nur zwölf mit AS/400 (und 22 auf AIX). Psipenta-Geschäftsführer Alfred Keseberg sieht in der Partnerschaft daher auch eine klassische Win-Win-Situation: „Portolan ist der Spezialist für IBM-Technologien und das Rechnungswesen. Wir sind der Zulieferer für die Funktionen in der Produktion und der Logistik. Zudem passt die Kundenbasis der Portolan auf unser Portfolio.“

Portolan will also nach Beendigung der Partnerschaft mit SAP künftig neben der Fibu-Software EVM drei komplette ERP-Lösungen anbieten: Neben Psipenta für die Automotive-Branche auch Datatex für die Textil- und Bekleidungsindustrie und über das Joint-Venture Trend EVM eine Lösung für die Branchen Farben, Lacke & Chemie, Getränke, Gießereien, Kosmetik und Kunststoffe.

www.portolancs.com

www.psipenta.de

www.psi.de

www.trend-evm.de

Bildquelle: Psipenta

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