Klartext von Dell-Manager Hagen Dommershausen

Raus aus dem Zoo

Die Virtualisierung von Servern war und ist eine Erfolgsgeschichte. Was nun ansteht, ist der korrespondierende Schritt: die Virtualisierung der Clients. Auch auf dieser Ebene erschwert ja mittlerweile ein mehr oder weniger unkontrolliertes Wachstum der Systeme den Betrieb: Neben die klassischen Desktops und Notebooks sind diverse Arten von Thin-, Zero- und Smart-Clients getreten.

Hagen Dommershausen, Marketing Sr. Manager für Cloud-Client-Computing bei Dell

Vor allem die Zahl unterschiedlicher mobiler Geräte mit eigenen Betriebssystemen nimmt rasant zu. So ist – fast parallel zur Konsolidierung der Server-Landschaft – auf der Client-Seite ein regelrechter Geräte-Zoo entstanden, dessen Verwaltung alles andere als einfach ist.

Die Client-Virtualisierung bietet hier einen Ausweg: Die Arbeitsplatzumgebung wird dabei als virtuelle Maschine im Rechenzentrum betrieben. Auf diese Weise lassen sich alle Clients zentral steuern: Software-Updates, -Erweiterungen oder Patches müssen nicht mehr an einzelnen Geräten eingespielt werden, was in größeren IT-Landschaften schon mal ein paar Wochen dauern kann. Gerade das Roll-out von Software kann in einem virtualisierten Umfeld automatisiert und deutlich schneller vonstattengehen, erst recht wenn ein Unternehmen räumlich verteilte Niederlassungen hat.

Nicht nur die lästigen Übergangszeiten mit unterschiedlichen Release-Ständen in einem Unternehmen gehören damit der Vergangenheit an – die IT wird quasi nebenbei auch sicherer: Security-Updates sind sofort überall verfügbar, und überhaupt wird für Sicherheit nicht mehr am einzelnen Arbeitsplatz gesorgt, sondern zentral und unter Kontrolle der dafür ausgebildeten Experten.

Unter den Vorzeichen einer zunehmenden Bedrohung durch Malware oder neuerdings durch Erpressungs-Software ist die Client-Virtualisierung ein sehr wirksames Gegenmittel, gerade in Hinblick auf die besonders stark gefährdeten mobilen Geräte.

So deutlich die Vorteile virtualisierter Clients aber auch sind, trivial ist der Wechsel dorthin nicht. Es steht die Migration einer dezentralen PC-Landschaft zu einer Applikations- und Desktop-Umgebung an, die im Rechenzentrum gehostet wird. Sofern nicht bereits Terminalservices im Einsatz waren, bedeutet dies den Wechsel zu einer grundlegend anderen Client-Computing-Architektur.

Dabei gilt es, die am besten geeignete Architekturvariante und eine passende Client-Virtualisierungslösung auszuwählen; ebenfalls nicht einfach ist es, die Dimensionierung der Komponenten richtig einzuschätzen. Eine teure Überdimensionierung sollte man ebenso vermeiden wie die Unterdimensionierung von Server-CPU und -Arbeitsspeicher, Storage und Netzwerk. Endanwender erwarten nämlich ganz zu Recht, in einer virtualisierten Client-Umgebung auf keinen Fall aber schlechter arbeiten zu können als zuvor.

Gibt es für die so genannten „End-User“ jedoch Verzögerungen oder gar Unterbrechungen in der gewohnten Arbeitsweise, ist auch Widerstand gegen solche Projekte vorprogrammiert. Daher sollte eine Client-Virtualisierung nicht nur ausreichend dimensioniert, sondern mit ihren Vorteilen auch gut kommuniziert werden.

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