Ulmer Systemhaus Fritz & Macziol unter neuer Führung

Vinci greift durch

Ab morgen sind Oliver Schallhorn und Stephan Pawlowski auch offiziell nicht mehr Geschäftsführer des Ulmer Systemhauses Fritz & Macziol. Nach der völlig überraschenden Trennung übernimmt Dr. Reinhard Schlemmer, Managing Director der Konzermutter Vinci Energies Deutschland GmbH, die Aufgabe der beiden Manager. An der Aufstellung der Bereichsleiter ändert sich nichts.

  • Dr. Reinhard Schlemmer, Managing Director der Konzermutter Vinci Energies in Deutschland, ist neuer Chef bei Fritz & Macziol

  • Knall auf Fall ausgeschieden: Oliver Schallhorn (links) und Stephan Pawlowski, die beiden Geschäftsführer der Fritz & Macziol GmbH

Der französische Mischkonzern Vinci, der Fritz & Macziol im Jahr 2014 für 255 Mio. Euro aus der Konkursmasse des insolventen Baukonzerns Imtech übernommen hat, treibt offenbar die Neuausrichtung unter der Dachmarke Axians mit aller Macht voran. Die Umfirmierung des Systemhauses, das nach einem Knatsch mit Eberhard Macziol im Herbst 2013 Ende vergangenen Jahres mit Heribert Fritz auch den zweiten Firmengründer und Namensgeber verloren hatte, steht nach Informationen von DV-Dialog bereits in Kürze an.

Ebenso überraschend wie die Trennung von Heribert Fritz im Dezember erfolgt jetzt die Verabschiedung der beiden Geschäftsführer Schallhorn und Pawlowski; der kaufmännische Leiter Pawlowski war erst nach dem Ausscheiden von Fritz zum zweiten Geschäftsführer befördert worden. Schallhorn dagegen war bereits seit August 2002 – mit einer Unterbrechung – Geschäftsführer und CEO bei Fritz & Macziol.

Differenzen bei der Neuausrichtung

Als Grund für die Trennung werden Differenzen bei der Neuausrichtung angeführt. Entsprechend der Unternehmensphilosophie des Mutterkonzerns sei bei Fritz & Macziol seit 2015 eine Business-Unit-Struktur eingeführt und weiterentwickelt worden, „um den operativen Einheiten schrittweise mehr Kompetenzen und Verantwortung zu geben“, heißt es in einem offiziellen Statement zur Trennung, das DV-Dialog vorliegt. Und weiter: „Im Zuge dieser Entwicklung verändert sich auch die Rolle der klassischen Geschäftsführung wesentlich. Oliver Schallhorn und Stephan Pawlowski haben mit dem Gesellschafter einvernehmlich beschlossen, nicht Teil der erforderlichen Neuausrichtung der Geschäftsführung zu sein. Beide werden der Unternehmensleitung weiterhin beratend zur Seite stehen.“

„Fritz & Macziol ist am Markt und innerhalb der Vinci Energies sehr gut aufgestellt“, betont Schlemmer. „Wir sehen ein großes Potential für profitables Wachstum und eine weitere Stärkung der Kompetenzen im Konzernnetzwerk. Wir bedanken uns für die gute Zusammenarbeit sowie das hohe Engagement der Geschäftsführer beim Aufbau und der Weiterentwicklung der Fritz & Macziol.“

Ein Blick zurück

Seit Oktober 2014 ist F&M ein Bestandteil des französischen Bau- und Industriekonzerns Vinci, der seine weltweiten IT-Aktivitäten unter der Dachmarke Axians betreibt. Axians hat im Jahr 2015 in 15 Ländern mit 8.000 Mitarbeitern in 200 Business-Units einen Umsatz von 1,7 Mrd. Euro erzielt. Wie aus gut informierter Quelle zu erfahren war, wird Fritz & Macziol auch nach der Eingliederung eine eigenständige Gesellschaft bleiben, die einen neuen Namen bekommt. Dieser Name steht aber noch nicht fest.

Die Ulmer hatten sich 2014 nach Wachstumsfeldern ausgerichtet und die Kompetenzen in zehn Bereichen gebündelt: Analytics & Data, Cloud Computing, Rechenzentrum & Converged Infrastructure, Managed Services & IT-Managementberatung, SAP, Software-Asset-Management, Collaboration & Social Business, App-Development sowie die Querschnittsthemen Netzwerk-Infrastruktur und Sicherheit. Die anbieterneutrale Beratung in Form eines „Cross-Consulting Teams“ soll durch Architekten mit einem breiten Wissensspektrum verbessert werden, speziell auch beim Cloud Computing.

„2015 haben wir unsere operativen Ziele erreichen können und, obwohl sehr viel umgestellt wurde, ein signifikantes Wachstum realisiert“, konstatierte Geschäftsführer Schallhorn noch im Frühjahr. Außerdem gebe es einen „deutlichen Gewinn an Attraktivität und Durchschlagskraft“ nach der Übernahme durch Vinci.

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