Coats mit SAP-Archiv in der Azure-Cloud

Wie am Schnürchen

Coats, ein weltweit aktiver Hersteller von Industriegarnen, archivierte die vom zentralen SAP-System erzeugten Dokumente bislang in einem klassischen DMS/ECM-System. Dieses hat das Industrieunternehmen jetzt durch das schlanke und wartungsarme SAP-Archiv von KGS vollständig abgelöst.

Coats ist mit 19.000 Menschen in mehr als 60 Ländern auf allen Kontinenten einer der großen Player im Textilhandwerk – und bietet Produkte und Dienstleistungen für die Bekleidungs- und Schuhindustrie sowie High-Tech-Spezialfäden und -garne in Bereichen wie Automobil- und Faseroptik.

„Herkömmliche Archivsysteme erfordern prinzipiell einen eigenen Datenbankserver, woraus zusätzlicher Verwaltungsaufwand resultiert“, begründet Hagen Hoss, Platforms and Storage Solutions Architect im Technologie-Team von Coats, diesen Schritt. Mit dem neuen Archiv Contentserver4Storage spare man sich den Aufwand, da es „sämtliche für den Dokumentenzugriff benötigten Informationen direkt in Verzeichnis- und Dateiobjekten des Betriebssystems“ ablege.

Sechs Terabyte migriert

Eingeführt wurde das neue Archiv ab Herbst 2015. Die knapp dreimonatige Migration vom Alt- auf das Neu-Archiv übernahm die KGS durch Einsatz der Software Migration4Archivelink, mit der sich eine solche Archivmigration kontrolliert durchführen lässt. 8,6 Mio. Dokumente – Bestellungen, Produktionsaufträge, Materialbelege… – mit rund 6 Terabyte galt es zu überführen.

Anfang 2016 war das SAP-System für Nordamerika komplett an das neue Archiv angeschlossen, bis Mitte März 2016 waren auch die anderen SAP-Systeme migriert. Im Zuge der Migration wurden auch die bislang existierenden Altarchivbereiche für unterschiedliche Dokumententypen in ein einziges konsolidiert, um künftig eine bessere Übersicht zu haben.

Nicht nur die weltweiten SAP-Systeme für 2.800 User – neben USA gibt es jeweils eins für Europa, Ost-Asien und Südost-Asien – hat der Industriegarn-Hersteller komplett in der Private Cloud bei einem RZ-Betreiber in Wien gehostet. Auch die KGS-Archivlandschaft wurde in die Wolke verlagert; die Server stehen in Microsofts Azure-Cloud in Irland und legen die Daten im Azure-Filesystem ab. Eine Express-Verbindung mit 500 MBit/s Übertragungsgeschwindigkeit sorgt dafür, dass es keine Performance-Probleme gibt.

Für die weltweiten SAP-User bei Coats ist die Suche und Anzeige archivierter Belege nun komfortabler, weil sie dafür nicht mehr eigens einen Archiv-Client starten müssen, sondern einfach über den SAP-eigenen ECL-Viewer recherchieren. Auch das Technologie-Team muss nicht mehr auf jedem Rechner den Archive-Viewer installieren und spart dadurch viel Aufwand.

Mit iSeries-Anschluss

Auch die Belege aus weiteren Systemen (wie dem iSeries-basierten CAS-ERP) werden im Contentserver4Storage über Zadoc archiviert, das KGS-System für SAP-übergreifende Dokumentensuche und -archivierung. Auch für die CAS-Anwender findet der Archivzugriff über den SAP-eigenen Viewer statt. Der Import der CAS-Daten nach Zadoc läuft über den Dokumenten-Router von KGS.

Die Coats Opti Germany GmbH beispielsweise, der Reißverschlussproduzent aus Deutschland und einer der CAS-Anwender, sendet per FTP die in CAS erzeugten Rechnungen an den Contentserver4Storage. Dieser extrahiert dann die benötigten Indexdaten aus der Rechnung, anhand derer die Rechnung später über Zadoc wiedergefunden wird.

Komplett auf Microsoft Azure gebaut

„In enger Zusammenarbeit mit Microsoft und SAP bereiten wir gerade den Wechsel auch unserer SAP-Suite nach Azure vor“, sagt IT-Experte Hagen Hoss. „Mittelfristig werden wir dann auch auf S4 Hana migrieren.“ S4 Hana in der Cloud mit integrierter Archivfunktionalität – damit wäre Coats wohl eines der ersten Unternehmen, das solch eine zukunftsweisende Architektur realisiert hätte.

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