DV-Dialog https://www.it-zoom.de/dv-dialog/news/ DV-Dialog – Fachzeitung für IBM Business Systems, System i, AS 400 de ©2016 Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH Fri, 14 Dec 2018 16:05:22 +0100 Fri, 14 Dec 2018 16:05:22 +0100 TYPO3 EXT:news news-21578 Fri, 14 Dec 2018 15:38:58 +0100 Pick-by-Voice ohne Headset? http://www.it-zoom.de/dv-dialog/e/pick-by-voice-ohne-headset-21578/ Ihre neue Kommissionierweste Lydia Voicewear+ hat die Topsystem Systemhaus GmbH mit einem speziellen Hochleistungsmikrofon ausgestattet, das für den Einsatz in geräuschintensiven Umgebungen gedacht ist. Damit sollen mehrere Kommissionierer in unmittelbarer Nähe zueinander arbeiten können, ohne dass es zu Beeinflussungen in der Spracherkennung kommt. Die neue Mikrofongeneration wurde von der hauseigenen Research&Development-Abteilung auf Basis der Beamforming-Technologie entwickelt, einem innovativen Verfahren zur Positionsbestimmung von Schallquellen in Schallfeldern. Sie ist für die Spracherkennung bei intensiven Umgebungsgeräuschen im unmittelbaren Umfeld des Sprechers optimiert. So können laut Hersteller auch mehrere Kommissionierer in unmittelbarer Nähe zueinander arbeiten, ohne dass es zu Beeinflussungen in der Spracherkennung kommt.

Möglich machen soll dies die integrierte Beamforming-Technologie. „Sie schafft einen deutlich klareren Klang, indem sie digitale Signale in Echtzeit verarbeitet“, sagt Lydia Konnegen, Marketing-Managerin bei Topsystem. So erreiche das Mikrofon laut Hersteller die Leistung eines Headsets. „Die auf diese Weise gewonnene Bewegungsfreiheit ist besonders im Lageralltag, wo starker Körpereinsatz gefragt ist, ein entscheidender Vorteil“, meint Konnegen. Der Träger der Weste profitiere von neuester Spracherkennungstechnologie auf Grundlage neuronaler Netzwerke.

Hands-free, eyes-free, head-free

Neben den eingearbeiteten Lautsprecher- und Mikrofonkomponenten bietet die Weste Voicewear+ die Option, den mobilen Sprachcomputer Voxter zu integrieren. Zudem arbeitet die neue Weste, in der alle technischen Komponenten für den sprachgeführten Arbeitseinsatz zusammengefasst und geschützt sind, mit der aktuellen Softwaregeneration Lydia Voice Suite 8. Das Hands-free-/eyes-free-/head-free-Konzept verbessert Ergonomie und Bewegungsfreiheit, weist Konnegen auf den Hauptvorteil hin.

Bildquelle: Topsystem Systemhaus GmbH

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DV-Dialog Lager und Logistik
news-21565 Thu, 13 Dec 2018 20:26:50 +0100 Rollout in 39 Länder geplant http://www.it-zoom.de/dv-dialog/e/rollout-in-39-laender-geplant-21565/ Die Rockwool-Gruppe, Anbieter von Steinwolleprodukten für industrielle Anwendungen und Arbeitgeber von rund 11.000 Menschen in 39 Ländern, verstärkt ihre Digitalisierungs-bemühungen. Dazu soll die bestehende E-Commerce-Lösung durch Intershop Commerce-as-a-Service ersetzt werden; der Relaunch dient vor allem zur Stärkung des Kundenerlebnisses. Im Rahmen einer allgemeinen Digitalisierungsstrategie standen bei Rockwool, seit langen Jahren Anwender von SAP auf IBM i, die Kundenkontaktpunkte des Vertriebs an erster Stelle; sie sollen an die neuen Anforderungen angepasst werden. Zusätzlich soll ein Zusammenspiel von CRM, PIM und Kostenvoranschlagsplattform mit einer dynamischen Storefront implementiert werden.

Im weltweiten B2B-Geschäft muss ein länderübergreifendes, währungsübergreifendes Multi-Marken-Management mit den komplexen Vertriebswegen Hand in Hand gehen.

„Wir suchten nach einer Commerce-Lösung, die es uns ermöglicht, verschiedene Kanäle individuell anzusprechen und gleichzeitig ohne Aufwand zu skalieren“, begründet Rockwool-Managerin Mirella Vitale die Software-Auswahl. Der Rollout der neuen E-Commerce-Plattform soll in den kommenden Monaten mit einem Pilotprojekt beginnen; sie soll danach gezielt mit Blick auf die Skalierbarkeit der einzelnen Kanäle erweitert werden.

Bildquelle: Rockwool

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DV-Dialog E-Commerce / Marketing
news-21561 Thu, 13 Dec 2018 14:35:14 +0100 Logimat belegt 2019 auch die Halle 2 http://www.it-zoom.de/dv-dialog/e/logimat-belegt-2019-auch-die-halle-2-21561/ Als Produkt- und Leistungsschau für effiziente innerbetriebliche logistische Prozesse bleibt die Logimat auf Wachstumskurs. Sie belegt 2019 alle zehn Hallen der Messe Stuttgart, auch die erstmals genutzte kleine Halle 2 und die Galerie in Halle 1. Die 17. Internationale Fachmesse für Intralogistik präsentiert sich vom 19. bis 21. Februar 2019 auf über 120.000 m²; damit wird die Gesamtveranstaltung um 7.500 m² Ausstellungsfläche erweitert. Für die Logimat 2019 rechnet Münchner Veranstalter Euroexpo Messe- und Kongress-GmbH mit über 1.600 Ausstellern aus 41 Ländern und mit mehr als 56.0000 Fachbesuchern. „Um der starken Nachfrage nach mehr Ausstellungsfläche insgesamt gerecht zu werden“, heißt es in der Presseinformation, werde erstmals die Halle 2 mit knapp 5.000 m² in die Veranstaltung integriert. Als einer der Schwerpunkte soll darin der Gemeinschaftsstand „Innovation Made in Germany“ zu finden sein, an dem Start-ups innovative Produkte und Lösungen aus den Bereichen Distribution, Materialfluss und Software/IT zeigen.

Toyota als Ankerkunde

Darüber hinaus präsentiert sich dort als Ankerkunde auf 600 m² Ausstellungsfläche Toyota Material Handling Deutschland mit der Konzernschwester Vanderlande Industries; dazu kommen weitere namhafte Unternehmen wie Helge Nyberg, Autostore und Itoh Denki. Einen weiteren Ausstellungsschwerpunkt in Halle 2 bildet die Sonderschau für Handelsprozesse „Tradeworld“. Neben der Fachausstellung gibt es hier an allen drei Tagen Fachvorträge zum digitalen Handel. Die sechs Foren werden bei der kommenden Veranstaltung federführend vom Digitalverband Bitkom, dem wissenschaftlichen Institut des Handels (EHI Retail Institute, Köln), dem wissenschaftlichen Beratungsinstitut ibi research an der Universität Regensburg, dem Institut für Handelsforschung (IFH Köln), der Logistik- und IT-Beratung Vallée und Partner sowie der Fachzeitschrift Logistik Heute ausgerichtet.

Übergreifend zentrales Thema der Aussteller auf der Logimat 2019 ist die Einbindung moderner Technologien und Materialien in zukunftsfähige Lösungen, gilt es doch Herausforderungen wie Industrie 4.0, Internet der Dinge (IoT) und die damit verknüpfte Digitalisierung zu meistern. Darüber hinaus geht es den Ausstellern auf der Messe auch um die Herausforderungen rund um das Thema „Kommunikation zwischen Mensch und Maschine“ sowie der anhaltend wachsende Online- und Omnichannel-Handel.

Die Aussteller im Bereich der Anlagen- und Fördertechnik präsentieren sich wie gewohnt in den Hallen 1, 3, 5 und 7. Um auch hier dem gewachsenen Interesse auf Ausstellerseite gerecht zu werden, wird darüber hinaus mit diesem Ausstellungsangebot noch die Galerie in Halle 1 belegt.

Flurförderzeuge und Zubehör, Fahrerlose Transportsysteme (FTS), Lösungen für das Batterie- und Energiemanagement sowie die Bereiche der Kran-/Hebetechnik und der Ladungssicherung sind im nächsten Jahr wieder in der Halle 7 sowie in den sich gegenüberliegenden Hallen 9 und 10 zu finden.

Verpackung – ein großes Thema

Der große Bereich der Verpackungen, Verpackungssysteme und Behälter befindet sich auch im nächsten Jahr in unmittelbarer Nachbarschaft mit den Themen Identifikationstechnik/RFID in den Hallen 4 und 6 auf der Südachse. Die Anbieter von Softwarelösungen für die Intralogistik sind in den Hallen 6 und 8 vertreten.

Die Logimat bietet außerdem zahlreiche Vortragsreihen auf Kongressniveau zu den unterschiedlichsten Themen. Diese finden in der Mitte der einzelnen Hallen statt und der Besuch ist im Messeeintritt enthalten. Dabei geht es im nächsten Jahr u.a. um Themen wie: „AutoID als Enabler der Digitalen Transformation“, „Innovative Lösungen für mehr Ergonomie am Arbeitsplatz – länger fit dank Exoskelett?“ „Industrie 4.0 – Step by Step“ bis hin zu „Startklar für die Verpackungslogistik 4.0 – Smarte Werkzeuge und innovative Lösungen“.

So zeigt Bitkom auf der Sonderschau Tradeworld beispielsweise auf, wie digitale Technologien für mehr Transparenz in der Handelslogistik sorgen. In der Handelslogistik werden durch den Einsatz zum Beispiel von Smart Data, Artificial Intelligence oder Blockchain Aufgaben wie Routen-Management oder Tracking & Tracing unterstützt. Die damit mögliche Transparenz kann zum einen für mehr Informationen bei den Kunden sorgen, erlaubt aber auch einen personalisierten Service. Im operativen Geschäft helfen IT-Systeme, Routen zu optimieren, Flotten zu warten, Kosten zu senken, nachhaltig zu planen, Rohstoffe zu sparen und Umsätze zu steigen.

Im Zentrum der Technologieentwicklung sollte der Mensch stehen – mal als Kunde, mal als Mitarbeiter. Das EHI widmet sich daher der Automatisierung und Einführung von Robotern in der Handelslogistik und am Point of Sale. Viele Händler denken darüber nach, diese technischen Assistenten in ihre Prozessabläufe zu integrieren. Besucher erfahren hier von Experten aus erster Hand, welche Erfahrungen mit der Einführung solcher technologischen und prozessualen Innovationen bisher gemacht wurden.

Bildquelle: Euroexpo Messe- und Kongress-GmbH

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DV-Dialog Lager und Logistik
news-21558 Thu, 13 Dec 2018 12:56:42 +0100 Zukunftssicher aufgestellt http://www.it-zoom.de/dv-dialog/e/zukunftssicher-aufgestellt-21558/ Bei mehreren hundert Eingangsrechnungen täglich war bei der Duttenhofer Group der Aufwand für eine Prüfung nach dem Vier-Augen-Prinzip enorm. Ein Workflow hat die Bearbeitungszeit nun radikal verkürzt, denn im zentralen Dokumenten-Pool stehen für die Belegschaft alle Belege zum berechtigten Zugriff bereit. Als mittelständische Firmengruppe entwickelt Duttenhofer in der Distribution technischer Konsumgüter Lösungen für Hersteller und Kunden in Deutschland und Europa. Eine Basis für den Erfolg ist das verkehrsgünstig gelegene Logistikzentrum nahe Würzburg. Hier stehen über 30.000 Artikel internationaler Marken, EDV-gestützt verwaltet, für eine zügige Lieferung an Kunden in ganz Europa bereit.

Auch in der Organisation und Verwaltung des ganzen Unternehmens setzt die Duttenhofer-Gruppe auf schnelle Informationssysteme. Neben dem zentralen AS/400-Rechner als Plattform für die betriebswirtschaftliche Software ist seit Sommer 2017 das Dokumentenmanagement-System (DMS) Docuware im Einsatz.

Schon einige Zeit zuvor hatte man sich entschlossen, zur Verbesserung von Arbeitsabläufen im Unternehmen ein DMS einzuführen. „Wir haben im ganzen Haus Analysen durch­geführt, wo Reibungsverluste damit künftig vermieden werden könnten“, sagt Karin Manning, zuständig für Software-­Entwicklung und DMS-Projektleiterin bei Duttenhofer. Am größten sei der Leidensdruck in der Finanzbuch­haltung gewesen.

Denn bei mehreren hundert Rechnungen pro Tag und etwa gleich vielen Lieferscheinen pro Woche war der Zeitaufwand für die Papierablage und Prüfung der Rechnungen enorm. Die Dokumente mussten zuerst aus­gedruckt und im ganzen Haus verteilt werden. Skontofristen waren kaum noch einzuhalten. Dazu kam das Platzproblem. Ältere Belege mussten extern ausgelagert werden. Vor allem das Wiederfinden der Dokumente und die manuelle Überwachung der Rechnungsprüfung kostete die Zuständigen viel Zeit und Nerven.

„Die Arbeit in der Verwaltung zu ­optimieren und Reibungsverluste zu minimieren war deshalb das erste Ziel, das wir mit dem DMS erreichen wollten“, erklärt die Projektleiterin. Nach umfangreicher Recherche ­standen fünf Systeme in der engeren Auswahl. Gesucht war ein gut etabliertes Produkt mit gesichertem Support und zuverlässigem Ansprechpartner. Die Entscheidung fiel nach der Präsentation. „Die Fachkompetenz des ­Docuware-Partners Steigauf Daten Systeme hat uns überzeugt“, so die Software­spezialistin Karin Manning.

Reibungsverluste minimieren

Mit einem Workshop für die Abteilung „Finanzbuchhaltung“ begann im Juli 2017 der Docuware-Einsatz. An zusätzlicher Hardware waren vier Scanner und einige PCs erforderlich, weiterhin wurden die entsprechenden Arbeitsplätze mit einem zweiten Bildschirm ausgestattet. Dort arbeiten heute rund 20 Menschen tagtäglich mit Docuware.

Für die Rechnungsprüfung sind außerdem noch rund 80 Beschäftigte fast aller Fachabteilungen, auch im 15 Kilometer entfernten Logistikzentrum, eingebunden. Als erstes wurden in der Finanzbuchhaltung alle Lieferscheine gescannt, verschlagwortet und in Docuware archiviert. Das DMS ist über eine Schnittstelle an das AS/400-Finanzbuchhaltungssystem FBS angebunden. Bei der Indexierung der Dokumente werden daraus die Lieferantenstammdaten automatisch übernommen. In einem nächsten Schritt wurde ein Workflow zur Prüfung der Eingangsrechnungen ­installiert.

Rund zwei Drittel der Rechnungen schicken Duttenhofers Lieferanten heute an eine eigens dafür ein­gerichtete Mail-Adresse. Ein Dienstprogramm liest dieses Postfach automatisch aus. Die Rechnungen, die noch auf Papier eintreffen, werden gescannt, verschlagwortet und in den Verarbeitungsprozess ein­gespeist. Damit startet automatisch ein Workflow: Die Rechnung wird sofort im Briefkorb zur Bearbeitung abgelegt.

Warenrechnungen werden gleich dort kontrolliert und freigegeben. Kostenrechnungen dagegen, die erst in den Fachabteilungen zu prüfen sind, werden den dort Zuständigen zugewiesen. Der Beleg erscheint im Eingangskorb des Verantwortlichen, der zusätzlich mit einer Mail benachrichtigt wird, das Dokument bearbeitet und es gegebenenfalls an den nächsten Verantwort­lichen weiterleitet. Gibt auch dieser die Rechnung frei, geht sie zurück in die Verwaltung und wird gebucht. Damit endet der Workflow. Die Rechnung ist archiviert, alle Vorgänge sind im Workflow-Protokoll festgehalten.

Ein weiterer Workflow erleichtert die Arbeit der Retourenabteilung im Logistikzentrum. Die Lieferscheine, die dort täglich mit den zurück­geschickten Waren eintreffen, werden nicht mehr in die Vertriebszentrale nach Würzburg geschickt, sondern gleich gescannt, indexiert und archiviert. Ein Teil der Retourenbelege wird dann in der Abteilung selbst bearbeitet, die dazugehörigen Liefer­scheine mit Zusatzinfos versehen und archiviert.

Alle anderen Lieferscheine von Retouren erscheinen im Eingangskorb der Vertriebsabteilungen, die die ­Kommunikation mit Kunden und ­Lieferanten selbst abwickeln. Mit den ent­sprechenden Informationen versehen sind auch diese Lieferscheine im zentralen Dokumenten-Pool archiviert.

Zentraler Dokumenten-Pool

„In dieser ersten Projektphase wird vor allem die Finanzbuchhaltung durch das DMS sehr stark entlastet“, sagt Projekt­leiterin Manning. Die Fachabteilungen können heute direkt auf Rechnungen und Lieferscheine zu­greifen, die sie für ihre Aufgaben brauchen. Das spart viel Arbeit.

Besonders die Volltextsuche wird als sehr komfortabel empfunden. Insgesamt aber sei an vielen Stellen eine Menge Zeit gespart worden, so Manning weiter. Abläufe – vor allem bei der Ablage und Rechnungsprüfung – seien schlanker geworden, die Fehleranfälligkeit minimiert. Die Dokumente sind revisions­sicher archiviert, Papierbelege können vernichtet werden. Damit ist auch das Platzproblem gelöst.

„Was mir am Einsatz von Docuware jedoch besonders gefällt, ist die Vielzahl an Anwendungsmöglichkeiten, die uns noch offen stehen“, betont die IT-Spezialistin. Das System sei einfach, fast intuitiv zu handeln. Deshalb sei die Akzeptanz bei den Anwendern von Anfang an hoch gewesen. Auch deshalb werde das DMS-Projekt in Zukunft weiter ausgebaut.

„Viele Abteilungen stehen schon bereit und wollen die Vorteile möglichst bald für sich nutzen“, erklärt die Projektleiterin. Bereits in Planung sind Archive für die Verwaltung der SEPA-Mandate sowie der Service-Verträge im Vertrieb. Sehr zufrieden ist Karin Manning mit der Betreuung durch den Partner des DMS-Herstellers, der für das Projekt immer neue Ideen und Informationen liefert: „Wir haben das gute Gefühl, dass wir mit dem DMS zukunftssicher aufgestellt sind.“

Bildquelle: Duttenhofer, Thinkstock / iStock

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DV-Dialog Dokumentenmanagement und ECM
news-21555 Wed, 12 Dec 2018 21:51:54 +0100 Otto Bock stellt die Weichen neu http://www.it-zoom.de/dv-dialog/e/otto-bock-stellt-die-weichen-neu-21555/ Anfang November hat das Healthcare-Unternehmen Otto Bock für die Göttinger IT-Tochter Sycor die geplante Fusion mit dem IT-Dienstleister Allgeier Enterprise Services bekannt gegeben. Anfang November hat das Healthcare-Unternehmen Otto Bock entscheidende Weichen neu gestellt. Bei dem Familienunternehmen aus Duderstadt, das erst im Sommer 2017 EQT als Investor mit 20 Prozent Beteiligung an Bord geholt hatte, löste am 5. November Philipp Schulte-Noelle interimistisch Dr. Oliver Scheel als CEO ab, der das Amt erst seit dem 15. Januar 2018 inne hatte und verantwortlich war für das Tagesgeschäft von Otto Bock.

Sycor: Nunmehr Fusion statt Verkauf geplant

Auch für Sycor, die Göttinger IT-Tochter von Otto Bock, gibt es seit November neue Perspektiven. Bereits im Februar 2017 hatte Prof. Hans Georg Näder als Inhaber der Ottobock-Holding mit­geteilt, den CRM-Experten 20 Jahre nach der Gründung verkaufen zu wollen. Er suchte einen Investor, der zu Kultur und Werten von Sycor passt.

Das brachte die Mitarbeiter auf die Idee, Sycor selbst zu kaufen. Nachdem sie Prof. Näder ihr Konzept einer „Employee Owned Company“ (kurz EOC) vorgestellt hatten, wurden auch sie eingeladen, ein Angebot abzugeben.

Näder, der Sycor seinerzeit gemeinsam mit den beiden langjährigen Geschäftsführern Rüdiger Krumes und Dr. Marko Weinrich gegründet hatte, konnte sich zwar mit einem lupenreinen EOC nicht anfreunden, wohl aber mit der EOC-Idee im Zusammenspiel mit einem strategischen Investor.

Allgeier als strategischer Investor

Den fand er nun mit dem Münchener Systemhaus Allgeier, das seine Tochter Allgeier Enterprise Services mit Sycor fusioniernen will. Immerhin bedeutet das einen erklecklichen Expansionssprung, hatte Sycor doch 2017 mit inzwischen mehr als 750 Mitarbeitern den Jahresumsatz um knapp 20 Prozent auf 85,1 Mio. Euro gesteigert. Vollzogen ist die Fusion noch nicht; man einigte sich aber in einem „Letter of Intent“ darauf.

„Gemeinsam können die beiden Firmen mit über 1.500 Mitarbeitern und einem für das Gesamtjahr 2018 erwarteten Umsatzvolumen von mehr als 220 Mio. Euro ihre Zukunftsaussichten am Markt erheblich verbessern“, heißt es in einer Presseinformtion. „Das Portfolio der beiden Firmen ergänzt sich optimal, um die vornehmlich mittelständischen Kunden mit innovativen IT-Lösungen erfolgreich durch deren digitale Transformation zu begleiten.“

Über den Kaufpreis wurde ebenso wenig bekannt wie über die Beteiligungsverhältnisse. Bekannt ist nur, dass der Name der neuen Firma in Form einer SE den Marken­namen Sycor enthalten soll und dass die Geschäfte vom Hauptstandort Göttingen aus geführt werden.

Allgeier Enterprise Services erzielte mit etwa 750 Beschäftigten im letzten Jahr einen Umsatz von 105 Mio. Euro. Dass man auf die Ressourcen von Allgeier SE zurückgreifen kann, verschafft den künftig gemeinsam tätigen Firmen weitere Verbundvorteile. Allgeier SE, mit Sitz in München, ist an mehr als 120 Standorten in Europa, Asien und Amerika tätig und erzielte im Geschäftsjahr 2017 mit rund 8.000 Mitarbeitern und mehr als 1.400 freiberuflichen Experten einen Konzernumsatz von 574 Mio. Euro.

„Durch diesen Zusammenschluss ergeben sich für Sycor die besten Wachstumsvoraussetzungen“, ordnet Sycor-Geschäftsführer Jochen Schwiersch, der die Nachfolge von Mitbegründer Marko Weinrich angetreten hat, die neue Situation ein. „Allein durch die geplante Fusion sehe ich uns bereits unter den führenden mittelständischen deutschen Unternehmen im IT-Beratungsmarkt.“

Der Mitbegründer und langjährige Geschäftsführer von Sycor, Rüdiger Krumes, ergänzt: „Gemeinsam möchten wir nun das Ziel verfolgen, Marktführer in diesem Segment zu werden. Das Portfolio der beiden Häuser bietet dazu die beste Voraussetzung, da es sich im Sinne der Ansprüche unserer Kunden optimal ergänzt.“

Allgeier als Mehrheitspartner

Nach der momentan noch in Prüfung befindlichen Fusion wird das Port­folio unter der Führung von Allgeier als Mehrheitspartner auch zukünftig Beratungsdienstleistungen von der Strategie- und Prozessberatung bis zur Komplett­einführung sowie Managed-Services in den Bereichen Application-Management, Hosting und Cloud umfassen. Von der Implementierung, Optimierung, Erweiterung bis hin zum Betrieb will man so Mittelständlern und Konzernen helfen, die Leistungsfähigkeit ihrer IT sicherzustellen.

„Mit einer auf Innovationen und Zukunftstrends ausgerichteten Wachstumsstrategie ergreifen wir zukünftig gemeinsam die Chancen der Digitalisierung“, unterstreicht Hubert Rohrer, Vorstand bei Allgeier SE und Allgeier Enterprise Services, das Interesse an dieser Fusion. „Zunächst werden die beiden Unternehmen weiter eigenständig am Markt agieren. In Zukunft wird man im Sinne der Kunden und Mitarbeiter gemeinsam von den Vorteilen der Größe, der Internationalität und des komplementären Know-hows unter der Marke Sycor und vom Firmensitz Göttingen profitieren“, so Rohrer weiter.

Einigung im Sinne eines Letter of Intent

Ein gewichtiger Entscheidungspunkt für Sycors Verhandlungsteam, das der Eigentümer Prof. Näder persönlich angeführt hat, war die Aussicht, dass bei dieser geplanten Fusion die Marke Sycor, die auf Mitarbeiterorientierung basierende Kultur und alle bisherigen Arbeitsplätze erhalten bleiben.

Ein besonderes Augenmerk legte Prof. Näder vor allem auf das von Mitarbeitern der IT-Tochter in einer privaten Initiative erarbeitete Konzept für den Kauf der Firma durch die Belegschaft. „Das Interesse und das Engagement der Sycor-Mitarbeiter hat mich beeindruckt. Aber die sich insgesamt durch die Fusion mit Allgeier ergebenden Vorteile für Sycor, und insbesondere für die Mitarbeiter der Sycor, haben am Ende den Ausschlag gegeben“, führte Prof. Hans Georg Näder dazu aus.

Sycor und Allgeier Enterprise Services werden auch künftig in den für Kunden und Mitarbeiter gewohnten Einheiten am Markt agieren und Größenvorteile und Synergien nutzen. Gemeinsam verfügen sie über 50 Standorte in der Region DACH, in Frankreich, Dänemark, China, Singapur, Kanada und den USA, die sich vor allem an SAP- und Microsoft-Kunden wenden.

Prof. Näder hält den IT-Markt insgesamt und insbesondere auch das zusammengeschlossene Unternehmen für so attraktiv, dass er auch weiter Anteile daran halten wird: „Mit den Aussichten auf den für 2018 erwarteten Umsatz der Sycor von 100 Mio. Euro und der Stärke der Firma Allgeier stellen wir jetzt die Weichen für eine erfolgreiche und große Zukunft.“

Rückblick auf die Anfänge von Sycor

 Im Jahr 1994 erhielt die achtköpfige IT-Abteilung bei Otto Bock den Auftrag zur Einführung der Unternehmenssoftware SAP R/3 mit allen Modulen auf einem zentralen System in Duderstadt.

In den Folgejahren wuchs durch diese System­einführung, aber auch durch Roll-Outs in weltweit 15 Lokationen das Know-how. Die IT-Abteilung regte ein weltweites Logistikkonzeptes für Otto Bock an und begann mit dessen Verwirklichung.

Nachdem im Jahr 1997 eine konzernweite Telekommunikationslösung in den IT-Bereich integriert worden war, entstand bei den beiden DV-Abteilungsleitern Dr. Marko Weinrich und Rüdiger Krumes die Idee zur Gründung eines IT-Dienstleisters. Im Februar des Jahres 1998 war es soweit: Sycor wurde gegründet und die IT-Abteilung von Otto Bock in die neue GmbH integriert.

Von Duderstadt aus nehmen zunächst 14 Mitarbeiter im März die Arbeit auf. Die Geschäftsführer der sten Stunde waren Weinrich und Krumes. Der Umzug nach Göttingen in das Gebäude am Bahnhof mit eigenen Rechenzentren legte dann 1999 den Grundstein für den Wachstumskurs.  

Bildquelle: Thinkstock / iStock, Sycor

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Berthold Wesseler DV-Dialog CRM
news-21554 Wed, 12 Dec 2018 17:09:14 +0100 Funktionierende IT – eine Frage der Führung http://www.it-zoom.de/dv-dialog/e/funktionierende-it-eine-frage-der-fuehrung-21554/ Ein Klartext von Jürgen Richter, Inhaber der Unternehmensberatung Catalyso.  Auch heute noch führen IT-Abteilungen fernab der Fachbereiche ein Eigenleben als technische Einsiedler. Teilweise haben sie nichts mit den Bedürfnissen der Prozess­abläufe zu tun, teilweise fühlen sie sich nicht verantwortlich, diese wirklich zu unter­stützen oder gar voranzubringen.

Die IT fungiert dann als reiner „Provider“ von Software und Infrastruktur – Anwender und IT-Fachleute treffen auf wechselseitiges Unverständnis. Bestenfalls funktioniert in solchen Umfeldern die IT, schlimmstenfalls ist sie Bremser der Entwicklung, in keinem Fall Treiber. Typisch in solchen Situationen sind ständige Klagen der Fachbereiche über mangelnde IT-Unterstützung und Rufe nach neuer Software. Symptomatisch ist die ständige Überforderung der IT mit dieser Situation – und der Mangel an Ressourcen, um Herr der Lage zu werden.

Einerseits sprechen wir von Digitalisierung. Andererseits werden Menschen zu IT-­Leitern, die zwar technisch qualifiziert, aber keine Führungskräfte sind. Sie sind nicht in der Lage, unternehmerische Entscheidungen operativ umzusetzen, geschweige denn im Sinne einer Unternehmensstrategie vorauszudenken und zu handeln. Unterstrichen wird dies durch die Einordnung der IT-Leiter unterhalb der zweiten Führungsebene.

IT, die Unternehmen wirksam unterstützt, muss in erster Linie als Dienstleister die Unternehmensstrategie umsetzen. Dazu muss das IT-Team sowohl das Unternehmen als auch seine Einordnung in den Markt verstehen. Es muss vorausdenken, deshalb entlang der operativen Organisation auf­gestellt sein und für jede operative Funktion ein unterstützendes Pendant anbieten. Dazu braucht die IT-Abteilung einen Kopf, der im Sinne des Unternehmens denkt – und der dabei vom Topmanagement nicht nur unterstützt wird, sondern permanent aktiv mit ihm zusammenarbeitet.

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DV-Dialog Unternehmen
news-21550 Wed, 12 Dec 2018 14:33:56 +0100 Highspeed im Unterseekabel http://www.it-zoom.de/dv-dialog/e/highspeed-im-unterseekabel-21550/ Mit dem Teraflex-Terminal FSP 3000 seiner Cloud-Connect-Plattform hat der Hersteller Adva Optical Networking Daten mit einer Geschwindigkeit von 300 Gbit/s pro Wellenlänge und 70 GHz Kanalabstand über eine 6.800 km lange Glasfaserverbindung übertragen. Gemeinsam mit seinem Partner Acacia Communications erreichte der Münchener Hersteller erstmals diese Performance – und zwar mit kommerziell verfügbaren Transpondern und Echtzeit-Digitalsignalprozessoren (DSPs) bei der transatlantischen optischen Datenübertragung über ein kosten-optimiertes Unterseekabel. Adva-Manager Sorin Tibuleac zeigt mit Übertragungstests bei 600 Gbit/s pro Wellenlänge zudem, dass man auch dem wachsenden Bandbreitenbedarf im Metronetz zur Verbindung von Datenzentren gewachsen ist.

Das Teraflex-Terminal FSP 3000, ein kompaktes Gerät (nur eine Höheneinheit), fasst 36 bidirektionale Ethernet-Dienste mit 100 Gbit/s zusammen und überträgt sie mit bis zu 600 Gbit/s je Wellenlänge. Dank des modularen Aufbaus können Netzbetreiber damit bedarfsgerecht die jeweils beste Kombination aus Modulationsformat, Symbolrate und Kanalabstand verwenden – was die unkomplizierte Anpassung der Übertragungskapazität an unterschiedliche Entfernungen erlaubt.

„Die rasche Zunahme des Datenverkehrs durch Cloud-basierte Dienste erfordert einen erheblichen Ausbau von Langstrecken- und Seekabelnetzen“, glaubt Christian Rasmussen, Gründer von Acacia Communications. Mit dem Adva-Terminal, das den kohärenten DSP Pico nutzt, unterstütze man Netzbetreiber bei der Erweiterung ihrer Infrastrukturen. „Mit dieser Technik verringert sich der Platzbedarf und die Leistungsaufnahme“, betont Rasmussen. „Wir sind davon überzeugt, dass unsere Ergebnisse für Betreiber von Weitverkehrs- und Seekabelnetzen von großen Nutzen sind, aber auch Anbietern von Cloud-basierten Diensten und digitalen Medien dabei helfen, ihren Kunden in aller Welt kostengünstig mehr zu bieten.“

Bildquelle: Adva Optical Networking

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Berthold Wesseler DV-Dialog Netzwerk
news-21516 Mon, 10 Dec 2018 11:33:44 +0100 MES für die Gießerei-Industrie http://www.it-zoom.de/dv-dialog/e/mes-fuer-die-giesserei-industrie-21516/ Der MES-Spezialist Itac Software AG, Montabaur, ermöglicht mit auf die Gießerei-Industrie zugeschnittenen Funktionen seiner MES-Suite die Überwachung und Dokumentation von Gussprozessen bis auf Unikatsebene. „Wir verzeichnen eine erhöhte Nachfrage von Herstellern, die gegossene Lösungen aus Aluminium, Magnesium und Eisen für die Fahrzeugindustrie oder andere Industriezweige anbieten“. erklärt Peter Bollinger, CEO der Itac Software AG. Denn beispielsweise werden Motorengehäuse und Getriebe zunehmend komplexer und es gilt, immer mehr technische Abhängigkeiten zu berücksichtigen – bei gleichzeitig höchster Präzision. Das ist nur ein Beispiel dafür, warum Gussprozesse eine MES-basierte Kontrolle und Qualitätssicherung erfordern.“

Laut Bollinger wurde die MES-Suite auf die Spezifika der Branche auslegt; sie überwache und optimiere den kompletten Guss-Prozess und sorge somit dafür, Fehlerraten und Ausschuss zu reduzieren. Das MES integriere dabei den gesamten Fertigungsablauf – vom Gießprozess über die mechanische Bearbeitung und die Laborkontrolle bis zum Versand.

Geburtensperre“ inklusive

Die Itac-Suite bietet dabei neben den Standard-Funktionen eines MES auch Features für verschiedene Besonderheiten für diese Branche. So kann beispielsweise eine so genannte „Geburtensperre“ durchgeführt werden. Das bedeutet, wenn ein Fehler festgestellt wird, der Gießprozess aber nicht angehalten werden kann, so werden die entsprechenden gegossenen Teile und bei der Entstehung der Serialisierung, d.h. bei der „Geburt“, direkt gesperrt. So kann die Weiterbearbeitung nur unter Vorbehalt der nachfolgenden Qualitätsprüfung erfolgen. Ein Versand der Produkte ohne eine Freigabe der MES ist hingegen ausgeschlossen.

Neben der Erfassung der Maschinen- und Personenzeiten werden auch Prozesszeiten überwacht und anhand von Kenngrößen wird der Prozess gesteuert. Auch ist neben der unikatsbezogenen Teilehistorie mit Mess- und Prozessdaten eine Analyse der Prozessdaten für z.B. die Wärmebehandlung durchführbar. Diese und weitere Funktionen versprechen laut Bollinger eine durchgängige MES-Lösung – von der Schmelze bis zum Warenausgang.

Bildquelle: Itac Software AG

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DV-Dialog Industrie 4.0 / MES
news-21510 Sun, 09 Dec 2018 07:12:00 +0100 Mit Axians weiter in die Zukunft http://www.it-zoom.de/dv-dialog/e/mit-axians-weiter-in-die-zukunft-21510/ Anfang Oktober übernahm das Wiener Systemhaus ­Axians ICT Austria den IT-Anbieter Roha von Firmengründer Wolfgang M. Roser und verstärkt damit das Portfolio rund um IBM i (vormals AS/400) und Business Intelligence (BI). Wir sprachen mit dem Software-Unternehmer über die Gründe für den Verkauf und die Zukunft seiner Produkte, insbesondere über seine Ideen für die Weiterentwicklung des Output-Managements mit Spoolmaster. „Mit dieser Akquisition verstärken wir unser Angebot als digitaler Komplett­anbieter für Enterprise-IT. Wir vertiefen gerade im Midrange-Segment unsere Lösungen, wo wir bereits bisher über eine Expertise wie kaum ein anderer Anbieter verfügen. Unsere auf hohe Autonomie ausgerichtete Unternehmenskultur garantiert dabei, dass das Unternehmen in bewährter Weise weitergeführt wird“, erläutert Peter Werzer, CEO von Axians ICT Austria.

Vor dieser Akquisition waren zunächst die beiden anderen Unternehmen von Roser in die Roha Software Support GmbH integriert worden – die Wolfgang M. Roser Software-Support GmbH (WMR) und die Standard IT Solutions GmbH (siehe DV-Dialog 9-10/2018, Seite 2).

Axians will Roha als eigenständiges Unternehmen mit dem gesamten Portfolio fortführen und übernimmt auch alle Mitarbeiter sowie beide Standorte: Wien und Bad Honnef bei Bonn. Auch nach der Verschmelzung der drei Roser-Firmen sind die Mitarbeiter von WMR und Standard IT bei Roha wie gewohnt erreichbar; die Telefonnummern und Mail-Adressen bleiben unverändert.

Seit der Firmengründung 1986 entwickeln Roser und sein Team das Output-Management-System Spoolmaster sowie kaufmännische Geschäftsanwendungen für die Plattform IBM i und die Vorgänger iSeries bzw. AS/400. Seine Philosophie fasst er schmunzelnd in dem Backronym WMR zusammen: „Wir machen‘s richtig“.

Über die eigenen Tools und Anwendungen hinaus bietet Roha auch BI-Anwendungen auf Basis von Qlik an – und realisiert als einer der größten Qliktech-Partner in Österreich eine ganze Bandbreite an Lösungen, von Insel­systemen wie Einzel-Reports für das Quality Management bis hin zur vollständigen ­Integration des Rechnungs­wesens und zu übersichtlich aufbereiteten Dashboards für das Management.

Nun gehört Roha zu Axians ICT Austria. Wie die deutsche Schwester ist auch dieses Wiener Systemhaus Teil des französischen Konzerns Vinci Energies – und mit sechs Geschäftsstellen in Österreich sowie zwei Auslandsniederlassungen (in Deutschland und Frankreich) mit rund 400 Mitarbeitern einer der führenden Anbieter für Enterprise-IT in unserem Nachbarland.

Das Portfolio reicht von Infrastrukturlösungen mit Komponenten führender Hersteller bis zu Anwendungs-Know-how und -Lösungen in den Bereichen SAP, Logistik und Retail. Cloud-­Services in sicheren, österreichischen Rechen­zentren ermöglichen alternative Bezugsmodelle und die teilweise (oder sogar vollständige) Auslagerung des IT-Betriebs. Mit Wolfgang M. Roser sprachen wir über die Hintergründe des Verkaufs und über die Zukunftspläne für seine Produkte.

Herr Roser, warum haben Sie Ihre Unternehmen verkauft?
Wolfgang M. Roser: Grundsätzlich ist es so: Ich werde ja nicht jünger und habe zwei Kinder, die meine Unternehmen nicht weiterführen wollen. Ich bin jetzt so um die 60 Jahre alt und schon länger als 40 Jahre im Geschäft. Ich möchte nicht am Schreibtisch sterben, gleichzeitig aber auch sicherstellen, dass meine Ideen weiterleben. Da haben sich zwei, drei Optionen ergeben. Und Axians hat mir am glaubhaftesten versichert, dass alles bei Roha so weiterläuft wie bisher.

Deshalb haben Sie an Axians verkauft? Der Preis musste doch sicherlich passen!
Roser
: Andere Kaufinteressenten haben mir mehr geboten. Der Preis war mir nicht so wichtig…

… die Chemie musste aber unbedingt stimmen?
Roser
: (lacht) Sie haben recht; daran arbeiten wir! Es sieht aber schon sehr gut aus, kann ich nach den ersten Wochen sagen.

Axians baut durch Zukäufe die Präsenz im IBM-Markt aus. Zuletzt waren ja Wallak Informatik in Innsbruck und in Deutschland Fritz&Macziol gekauft worden...
Roser
: In Österreich zählt Axians mit rund 400 Beschäftigten und über 100 Mio. Euro Jahres­umsatz zu den größten Systemhäusern. Weltweit erwirtschaftet Axians 2 Mrd. Euro Umsatz und beschäftigt 9.000 Mitarbeiter in 22 Ländern. Und dahinter steht Vinci Energies, ein französischer Großkonzern mit 10,8 Mrd. Euro Umsatz, knapp 70.000 Mitarbeitern und 1.600 Business-Units in 53 Ländern. Das scheint so stabil zu sein, dass ich mir gesagt habe: Die können sich den Roser leisten. Und weil wir mit unseren Produkten für die Plattform IBM i in die Axians-Strategie passen, scheint mir die Zukunft von Spoolmaster & Co. gesichert.

Sie sprechen zwei wichtige Aspekte an: Stabilität, aber auch Unternehmensgröße. Droht ein kleiner Spezialist wie Roha nicht unterzugehen in einem solchen Riesenkonzern?
Rose
r: Das war eine meiner Befürchtungen. Deshalb ist das Vertragswerk auch relativ dick geworden, in dem wir die künftige Zusammenarbeit der Tochter Roha mit der Mutter Axians geregelt haben.

Momentan passt Roha ja perfekt in die Axians-Strategie. Aber man kennt es ja von großen Konzernen auch: Strategien ändern sich...
Roser
: Genau deshalb habe ich im Kaufvertrag vorgesorgt. Ausgemacht ist, dass Roha nicht in den Konzern eingegliedert wird, sondern eine selbständige Tochter bleibt. Ich werde auch in den nächsten Jahren noch die Roha-Geschicke lenken. So können wir unsere erfolgreiche Entwicklung in Eigenregie fortsetzen.

Genau deshalb hat Axians ja auch Roha gekauft...
Roser
: Das vermute ich auch! Axians will bei IBM-Kunden punkten. Da gibt es zwar im Outsourcing durchaus nennenswerte Aktivitäten, doch Experten für IBM-i-Applikationen hat Axians in Österreich bisher nicht so viele. Da sind wir eine gute Verstärkung.

Was ändert sich durch den Verkauf an Axians für Ihre Kunden und Partner?
Roser
: Gar nichts! Das kann ich so sagen, weil wir vertraglich vereinbart haben, dass ich jeder etwaigen Änderung zustimmen muss. Die einzige Änderung ist eine Formalie, da Axians Wert darauf gelegt hat, dass die beiden Firmen WMR und Standard IT Solutions vor der Übernahme mit Roha fusionieren.

Alle Mitarbeiter bleiben aber an Bord – und alle sind über die bekannten Kontaktdaten weiter erreichbar. Darüber haben wir auch unsere Kunden und Partner informiert. Denen ist es letztlich egal, wem Roha gehört – Hauptsache, sie können mich und mein Team wie gewohnt erreichen. Bisher habe ich auch noch keinerlei negatives Feedback erhalten. Jeder, mit dem ich gesprochen habe, findet es vielmehr gut, dass alles so weitergeht wie bisher.

Die Übernahme bringt für die Kunden und Partner ja auch mehr Zukunftssicherheit...
Roser
: Genauso ist es. Es hängt nicht mehr alles nur an mir. Die Arbeit hat mir zwar immer viel Spaß gemacht – und es ist auch nicht so, dass ich keine Lust mehr hätte. Im Gegenteil. Es ist aber auch so, dass ich erst zwei Mal im Leben mit meiner Frau drei Wochen im Urlaub war. Ich möchte jetzt meine Zeit auch mehr für ­Privates nutzen, vor allem für Reisen. Ich möchte zum Beispiel von Alaska nach Feuerland fahren – oder von Moskau nach Wladiwostok. Dafür kann ich mir jetzt die Zeit nehmen.

Kommen wir zurück auf das Geschäftliche. Aus welchem Grund wurden vor der Übernahme Ihre beiden Firmen WMR und Standard IT Solutions mit Roha fusioniert?
Roser
: Ich hätte die drei Firmen auch weiterhin lieber getrennt gehalten, aber Axians wollte unbedingt nur eine Firma kaufen.

Weil komplizierter gewesen wäre?
Roser
: Wahrscheinlich. Man hätte z.B. drei Geschäftsführer gebraucht – und auch in der Verwaltung wäre der Aufwand vielleicht etwas höher gewesen. Für uns und unsere Kunden und Partner ändert sich aber wie gesagt nichts, denn intern werden wir die drei Marken weiter­hin getrennt halten – auch im Verkauf und im ­Support.

Wir werden auch keine Werbe­kampagne starten, in der alle drei ­Firmen auf­tauchen, sondern die unterschiedlichen Zielgruppen ­weiter separat und sauber ansprechen. Auch das Produktportfolio bleibt absolut unverändert; WMR und Standard IT agieren also weiter wie bisher eigenständig am Markt – nur nicht mehr als GmbH.

Nehmen wie aus der Produktportfolio das Beispiel Spoolmaster als Werkzeug für das zentrale Output-Management: Wie können Kunden davon profitieren, dass jetzt mit Axians mehr Manpower und weitere Tools dazukommen?
Roser
: Es ist eher umgekehrt. Axians hat sehr viele Kunden. Darunter finden sich auch ­etliche AS/400-Anwender, die Spoolmaster bisher nicht nutzen.
Ähnliches gilt für WMR. Es gibt unter den ­Axians-Kunden aber auch AS/400-Anwender, deren Entwickler in Rente gehen. Diese Unternehmen haben in absehbarer Zeit niemanden mehr, der sich um ihre Kernanwendungen kümmert. Weil auch Axians nicht sehr viele Experten für Power-i-Applikationen beschäftigt, könnte hier durchaus WMR in die Bresche springen und die Pflege und Weiterentwicklung dieser Anwendungen im Kundenauftrag übernehmen. Das praktiziert WMR heute schon erfolgreich für etliche Kunden: Bewährte RPG-Anwendungen an neue Gegebenheiten anpassen und „am Leben“ halten.

Wird denn Axians mit seiner Vertriebskraft künftig auch Spoolmaster und WMR-Produkte verkaufen?
Roser
: Natürlich werden die Verkäufer von ­Axians über unsere Produkte informiert, so dass sie in der Lage sind zu erkennen, dass ein Kunde z.B. Spoolmaster gut gebrauchen könnte. Dann können sie uns ins Gespräch bringen; mehr werden sie wohl nur selten leisten können, denn unser Markt ist einfach zu speziell.

Diese Schulungen laufen noch; es wird einige Zeit in Anspruch nehmen, bis Roha innerhalb von Axians die nötige Bekanntheit hat. Die Übernahme ging ja erst Anfang Oktober über die Bühne – und die Umsetzung nimmt mich persönlich derzeit zeitlich noch sehr stark in Anspruch. Außerdem läuft parallel das Jahresend­geschäft auf Hochtouren; da haben sowohl wir als auch die Axians-Verkäufer ohnehin genug zu tun.

Falls aber in Zukunft einer der IBM-Kunden von Axians Probleme mit seiner AS/400 hat, kann es durchaus sein, dass wir diesem Kunden helfen. Es kann aber auch einer unserer Partner sein, der in die Bresche springt, wie etwa BDS in Österreich bzw. die Dekker EDV-Beratung, IT Total, Rhenania oder Toolmaker in Deutschland oder Sirius ITC in der Schweiz.

Wird denn Roha in Zukunft auch Lösungen von Axians anbieten?
Roser
: Nicht gezielt, sondern nur dann, wenn es sich zufällig ergibt. Es könnte ja um Beispiel der Fall sein, dass einer unserer Kunden sein Rechenzentrum nicht mehr selber betreiben möchte oder über ein Outtasking bestimmter Aufgaben nachdenkt. Dann würden wir selbstverständlich auf Axians mit seinen Outsourcing-Lösungen, Cloud-Angeboten und Managed-Services hinweisen.

Es kann aber nicht sein, dass die kleine Roha all das leistet, was 400 Axians-Mitarbeiter können. Wir dürfen uns nicht verzetteln, bleiben also ganz bewusst die Spezialisten für IBM i. Als solche hat Axians uns ja auch eingekauft. Wenn es also um die Einführung von SAP geht, um mobile Lösungen, „Big Data“ oder die Ab­sicherung der IT-Infrastruktur, haben wir damit nichts am Hut. So etwas übernehmen die Axians-Experten.

Wir werden manche Lösungen mit Sicherheit bei unserer Mutter Axians einkaufen, ohne aber unser Partnernetz in irgendeiner Weise zu verändern. Wir verkaufen unsere Produkte heute über etwa 50 Vertriebs- und Lösungspartner, und wir kaufen auch bei etwa 50 Partnern ein. Das soll genauso bleiben; auch für unsere Partner wird sich nichts ändern.

Umgekehrt kann Axians natürlich auch gerne viele Power-i-Systeme verkaufen – nur nicht bei unseren Kunden. Das haben wir so ausgemacht. Roha und Axians sollen zwar zusammenarbeiten, aber weiter getrennt voneinander agieren. Wir wollen mit Axians genauso zusammen­arbeiten wie mit all unseren anderen Partnern auch. Das ist jedenfalls der Plan.

Reden wir über das eigentliche Produkt: Wie geht es mit Spoolmaster weiter – und mit welchem Tempo? Können Sie jetzt schneller werden?
Roser
: Noch schneller? (lacht) Wir haben ja gerade erst die neue Version 6.1 auf den Markt gebracht und jetzt schon praktisch alle Kunden darauf umgestellt. Und wir sind aktuell dabei, die nächste Version von Spoolmaster vorzu­bereiten, die wieder viele Neuerungen bringen wird. Wie gesagt: Es ändert sich für unsere Kunden nichts – auch unser Entwicklungstempo bleibt unverändert hoch. Das heißt konkret: Wir bringen ungefähr alle 18 bis 24 Monate ein großes Release heraus.

Das Tempo hat sich bewährt, auch weil die Kunden dieses Tempo mitgehen können?
Roser
: Die meisten ja, aber für manche Kunden ist ein neues Release alle anderthalb bis zwei Jahre sogar zu schnell. Wir merken das zum Beispiel dann, wenn ein Kunde auf das ­aktuelle Betriebssystem IBM i 7.3 upgraden will, aber noch mit einer alten Spoolmaster-Version arbeitet. Denn dann stellt der Kunde fest, dass der alte Spoolmaster natürlich die vielen ­Neuerungen in diesem Betriebssystem nicht unterstützt. Aus diesem Grund haben wir in diesem Jahr auch so viele Kunden auf den aktuellen Spoolmaster umgestellt.

Funktioniert der alte Spoolmaster denn nicht auf dem aktuellen Betriebssystem?
Roser
: Doch, natürlich! Er kann aber die Neuerungen von IBM i 7.3 nicht nutzen, weil die uns bei der Entwicklung ja unbekannt waren. Für die Kunden sind aber genau diese Neuerungen das Motiv für die Aktualisierung des Betriebssystems – und natürlich wollen sie all diese Neuerungen auch mit dem Spoolmaster nutzen.
Außerdem haben wir mit Version 6.1 das Output­-Management deutlich aufgewertet. So stehen nun neuere PDF-Funktionen wie das Ein­fügen bestehender Dokumente, die AES-Verschlüsselung, Zugferd-Ausgabe sowie das Erstellen von Bookmarks zur Verfügung. Außerdem haben wir die Verarbeitung weiter beschleunigt und die Übereinstimmung von Dokument und Druckbild verbessert. Völlig neu ist auch das Modul „Data Merge“, dass z.B. die Erstellung von Serienbriefen vereinfacht.

Sie zwingen die Kunden also nicht zum Upgrade?
Roser
: Wir unterstützen auch heute noch die alten Spoolmaster-Versionen, etwa für Kunden, die mit sehr alten Betriebssystemen unterwegs sind. Umgekehrt haben wir kürzlich einen Neukunden gewonnen, der immer noch mit OS/400 V5R2 arbeitet. Dieses Betriebssystem hat IBM im August 2002 auf den Markt gebracht; der Support wurde am 30. April 2007 eingestellt.

Dieser Kunde war eine Herausforderung für uns, denn wir mussten alle Neuerungen, die wir seit unserer Version 5.1 in den Spoolmaster eingebaut haben, so herrichten, dass sie auch mit dem alten Betriebssystem funktionieren.

Hätten Sie nicht auch den alten Spoolmaster 5.1 noch einmal auspacken können?
Roser
: Klar, aber das wollten wir nicht. Wir möchten ja möglichst viele Kunden auf die aktuelle Version bringen. Für uns war es eine große Überraschung, als sich im Zuge der Verkaufsgespräche herausstellte, dass dieser Kunde noch mit V5R2 arbeitet. Solche Kunden sind mittlerweile absolut selten geworden. Aber da war unser Ehrgeiz gepackt – und wir haben ein paar Tage Entwicklungsarbeit investiert. Dafür können wir jetzt sagen: Der aktuelle Spool­master läuft auch auf V5R2.

Welche Themen bewegen denn aktuell die Mehrheit der Spoolmaster-Kunden?
Roser
: Wichtig sind nach wie vor die Dauer­aufgaben Dokumentenkonvertierung und -aufbereitung, bei denen unsere Kunden immer neue Hausaufgaben von ihren Geschäftspartnern bekommen. Handelskonzerne oder Automobilhersteller wollen z.B. Rechnungen oder Bestellungen nicht mehr auf Papier, sondern in unterschiedlichsten Formaten elektronisch erhalten oder verschicken; diese Formate ändern sich immer wieder. Ein anderes Thema ist die Konvertierung in PDF oder PDF/A, etwa für die Archivierung oder für den Email-Versand.

Das Hauptthema ist der Abschied vom Papier – mit EDI, PDF und Email. Ein typisches Beispiel ist der neue Zugferd-Standard für den elektronischen Rechnungsaustausch über das PDF-Format mit eingebetteten XML-Daten.

Viel bewegt sich derzeit auch bei der ­Umsetzung der Corporate Identity. Wenn ein Kunde sich beispielsweise für eine Firmenschrift ent­schieden hat, will er diese für alle Dokumente verwenden – auch für Dokumente, die schon seit 20 Jahren von der AS/400 gedruckt werden. Und selbstredend müssen diese Dokumente ansprechend gestaltet und mit Firmenlogo versehen sein.

Dabei kann der Spoolmaster ja heute schon seine Stärken ausspielen. In welchen Bereichen planen Sie Ergänzungen?
Roser
: Zum Beispiel beim Bedrucken von Plastik­karten, wie es zur Zeit viele große Unternehmen für Sicherheitsausweise und Zutritts- bzw. Stempel­karten, für Geschenk- oder Verzehrgutscheine oder für Kundenkarten vorhaben.

Hier geht es konkret um das Bedrucken von PVC-Kunststoff oder laminiertem bzw. lackierten Kunststoffkarten, teilweise auch mit Chips oder Magnetstreifen versehen. Dafür sind Spezial­drucker nötig, mit deren Herstellern wir aktuell reden. Sie geben allerdings ihre Schnittstellen­informationen nicht so gerne preis, weil sie ­selber solche Insellösungen verkaufen möchten. Aus unserer Sicht sind das aber Aufgaben für das übergreifende Output-Management.

Wir beobachten daneben einen weiteren Trend: Die Unternehmen erzeugen gar keine Spool­dateien mehr, sondern sie stellen uns nur noch Daten zur Verfügung, aus denen wir dann die entsprechenden Belege generieren. Selbst wenn wir dafür schon einige Funktionen entwickelt haben, sind diese „dynamischen Dokumente“ ein großes Thema für die nächste Version.

Das bringt viele Vorteile, denn das Unternehmen muss gar kein Programm mehr entwickeln, das Rechnungen oder Lieferscheine erstellt. Der Kunde gibt uns die Datenquellen und das zugehörige Formular an – und der Spool­master erstellt die entsprechende PDF-Datei und versendet sie als Email. Das heißt letztendlich auch: Der Spoolmaster wird zum Datenmaster.

Herr Roser, vielen Dank für das Interview!

Bildquelle: Arthur Michalek

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Berthold Wesseler DV-Dialog Unternehmen
news-21509 Fri, 07 Dec 2018 18:21:58 +0100 IBM verabschiedet sich von Notes http://www.it-zoom.de/dv-dialog/e/ibm-verabschiedet-sich-von-notes-21509/ Es ist die größte Übernahme in der IT-Branche, die ein indisches Unternehmen bisher gestemmt hat: Der Konzern HCL Technologies will von IBM für 1,8 Mrd. Dollar acht Software-Produkte kaufen, darunter die Collaborations-Produkte Notes, Connections und Domino. Notes und Domino gelangten im Jahr 1995 mit der Übernahme von Lotus Development in den Besitz der IBM, die sich jetzt aus dem Markt für Collaboration-Suites und als Sharepoint-Rivale verabschiedet. Ist es eine gute oder eine schlechte Nachricht für Anwender von Collaboration-Produkten der IBM? Genauso wie wir vor gut einem Jahr unseren Bericht über das Outsourcing der Entwicklung von Notes, Domino und anderen Collaborations-Produkten der IBM begannen, fragen wir nun angesichts des geplanten Verkaufs an das Unternehmen des indischen Milliardärs Shiv Nadar erneut nach der Auswirkung des Deals. Die Transaktion soll bis Mitte 2019 abgeschlossen werden, vorbehaltlich der üblichen aufsichtsrechtlichen Überprüfungen.

Diesen Verkauf der Lotus-Sparte hatten viele Kritiker befürchtet, während manche Partner und Kunden hofften, dass endlich wieder Zug und Richtung in die Produktentwicklung kommt. Diese Optimisten hatten insofern recht, als HCL eine Strategie Domino2025 vorstellte, eine neue Version 10 für den Herbst 2018 versprach und dieses Versprechen auch pünktlich einlöste. Die User-Group DNUG beispielsweise meldete gestern erst einen Besucherrekord für ihren Domino-Day. Eine gute Einschätzung der Lotus-Zukunft findet sich ebenfalls bei der DNUG, geschrieben übrigen schon im September, deutlich vor dem Verkauf. Jetzt freut man sich in einem Blog-Beitrag unter der Überschrift „Endlich Klarheit“ – und strebt zu neuen Ufern.

Mehr als nur Lotus

HCL kauft nicht nur Notes, Verse, Sametime, Connections und Domino, wie es heißt „für die schnelle Anwendungsentwicklung von E-Mail und Low-Code sowie Verbindungen für die Workstream-Zusammenarbeit“, sondern auch Appscan „zur sicheren Anwendungsentwicklung“, Big Fix „für sicheres Gerätemanagement“ Unica (On-Premise) für die Marketing-Automatisierung, Commerce (On-Premise) für Omni-Channel-E-Commerce und Portal (On-Premise) für digitales Erlebnis. Auch diese Produkte hatte IBM zugekauft, Unica beispielsweise erst 2010 für 480 Mio. Dollar. „HCL und IBM unterhalten eine fortlaufende IP-Partnerschaft für fünf dieser Produkte“, heißt es in der Presseinformation.

„Wir sehen nach wie vor große Marktchancen, um unser Mode-3-Angebot (Produkte und Plattformen) zu verbessern. Die Produkte, die wir erwerben, befinden sich in Wachstumsbereichen wie Sicherheit, Marketing und Handel, die strategische Segmente für HCL sind. Viele dieser Produkte werden von Kunden hoch geschätzt und von Branchenanalysten im oberen Quadranten positioniert “, sagte HCL-CEO C Vijayakumar. Man erwerbe mit der Übernahme auch den Zugang zu mehr als 5.000 großen Kunden in aller Welt, auch in Deutschland; er geht davon aus, dass die zugekauften Produkte einen Markt im Wert von mehr als 50 Mrd. Dollar adressieren.

HCL erhofft sich über 5.000 große Kunden

„Die umfangreichen Implementierungen dieser Produkte bieten uns eine großartige Gelegenheit, Tausende von globalen Unternehmen in einer Vielzahl von Branchen und Märkten zu erreichen und zu bedienen“, so Vijayakumar weiter. „Ich bin zuversichtlich, dass diese Produkte einen guten Wachstumspfad vorweisen können, gestützt durch unser Engagement in Produktinnovationen zu investieren, gepaart mit unserer starken Kundenorientierung und agilen Produktentwicklung. Darüber hinaus sehen wir ein enormes Potenzial für die Schaffung überzeugender As-a-Service-Angebote, indem wir diese Produkte mit unseren Mode-1- und Mode-2-Services kombinieren.“

„In den letzten vier Jahren haben wir unsere Investitionen priorisiert“, begründete IBM-Manager John Kelly den Verkauf. Wie der Senior Vice President für „Cognitive Solutions“ und Forschung bei IBM ausführte, wolle man „integrierte Fähigkeiten in Bereichen wie KI für Unternehmen, Hybrid Cloud, Cybersecurity, Analytics, Supply Chain und Blockchain“ ebenso entwickeln wie branchenspezifische Lösungen für Gesundheitswesen, Industrie und Finanzdienstleister.

„Wir glauben, dass es an der Zeit ist, diese ausgewählten Software-Assets für Collaboration, Marketing und Handel zu veräußern, die zunehmend als eigenständige Produkte ausgeliefert werden“, sagte Kelly. „Gleichzeitig glauben wir, dass diese Produkte strategisch gut zu HCL passen und dass HCL gut positioniert ist, um diese Innovation im Sinne der Kunden voranzutreiben.“

War der Lotus-Deal seinerzeit mit 3,5 Mrd. Dollar die bis dato teuerste Übernahme eines Softwarehauses überhaupt, will IBM auch in dieser Beziehung Rekordhalter bleiben und bietet aktuell 34 Mrd. Dollar für Red Hat. Ob diese jüngste Übernahme ebenso unglücklich verläuft wie so viele andere vergebliche Versuche der IBM, in der Software-Branche Fuß zu fassen, wird sich noch zeigen.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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Berthold Wesseler DV-Dialog Software
news-21483 Thu, 06 Dec 2018 10:44:30 +0100 E-Invoicing in Ungarn und Italien http://www.it-zoom.de/dv-dialog/e/e-invoicing-in-ungarn-und-italien-21483/ Allmählich schreiben immer mehr europäische Staaten ein E-Invoicing-Verfahren für den Rechnungsversand gesetzlich vor. Seit Juli 2018 ist dies auch in Ungarn der Fall, zum 1. Januar 2019 folgt auch Italien. Die SAP-Anwender Häfele und Sto haben daher bereits entsprechende Vorkehrungen getroffen und dort die EDI-Konvertierung und -Kommunikation mit dem Prozessintegrations-Werkzeug FIS/xee eingeführt. In Ungarn müssen sich die Unternehmen auf einer zentralen Plattform der Finanzbehörde registrieren. An diese senden sie per Webservice ihre Ausgangsrechnungen, die dort auf steuerliche Konformität geprüft werden. Nach der Validierung kann die Rechnung an den eigentlichen Empfänger übermittelt werden.

Häfele, ein deutscher Hersteller von Möbel- und Baubeschlägen und seit mehreren Jahren Kunde des SAP-Partners FIS GmbH, setzt diese gesetzliche Vorgabe in Ungarn mit dem Integrationstool FIS/xee um – und zwar für den gesamten E-Invoicing-Prozess. Dies reicht vom Erzeugen der XML-Rechnung aus einem IDoc bis hin zu deren Versand per Webservice. Dabei wird auch der aufwendige Signatur- und Verschlüsselungs-Prozess zum sicheren Austausch der Daten umgesetzt, ebenso das anschließende Abrufen des Status der Validierung von der Plattform.

Der FIS-Kunde Sto SE, ein international aktiver Experte für Gebäudebeschichtungen aus Stühlingen in Baden-Württemberg, setzt zum Erzeugen der XML-Rechnung den AIF-Monitor der SAP ein. Zur Kommunikation mit der Behörde, inklusive der Statusrückmeldung an den AIF-Monitor, nutzt Sto aber FIS/xee.

Zum 1. Januar 2019 führt auch Italien einen E-Invoicing-Prozess ein. Hierfür realisiert FIS bereits erste Kundenprojekte, unter anderem bei Häfele und Sto. In Italien gestaltet sich der Prozess dabei noch komplexer als in Ungarn, da der Versand der Rechnungen zum Empfänger über die Plattform der Steuerbehörde abgewickelt wird und auch Eingangsrechnungen entsprechend berücksichtigt werden müssen.

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DV-Dialog FIBU REWE Controlling
news-21474 Wed, 05 Dec 2018 11:08:00 +0100 Cyberangriffe und Bedrohungen von innen http://www.it-zoom.de/dv-dialog/e/cyberangriffe-und-bedrohungen-von-innen-21474/ Die digitale Infrastruktur von Unternehmen ist aufgrund ständig neu aufkommender Schwachstellen und Bedrohungen zahlreichen Gefahren ausgesetzt. Theoretische Hackerangriffe in Form von Katastrophenszenarien oder gar ein „Cyberwar“ und neue Gefahren für die digitalisierte Gesellschaft lenken aber oft nur von den realistischen Möglichkeiten ab, IT-Infrastrukturen zu schützen – vor allen Dingen auch für Bedrohungen von innen, z.B. durch leichtsinnige oder fahrlässige Mitarbeiter. Dass im Bereich IT-Security Gefahr in Verzug ist, wissen wir aber nicht erst seit kurzem. Seit Jahren sehen wir: Digitale Angriffe durch Hacker sind von unterschiedlicher Komplexität. In den meisten Fällen werden verschiedene Angriffstechniken und Tricks kombiniert, um die vorhandenen Sicherheitssysteme auszuhebeln. Vom Knacken einfacher Passwörter bis hin zur Übernahme der Administratorenrechte können die Szenarien ganz unterschiedlich ausgeführt werden.

Angriff ist nicht gleich Angriff

Viele Hacker machen sich Lücken der Kommunikation von Computern untereinander zu Nutze und nutzen bekannte Softwareschwächen und Schwachstellen in der Infrastruktur aus. Das grundlegende Dilemma des digitalen Zeitalters ist die Bestrebung, nahezu jedes Gerät, vom Kühlschrank über die Waschmaschine bis hin zur Überwachungskamera, zu vernetzen, ohne dabei jedoch an auftretende Sicherheitslücken zu denken.

Die Sicherheitsvorkehrungen für IT-Hardware wurden mit der Zeit immer elaborierter. Anstatt dieses Wissen um Sicherheitsanforderungen auch auf smarte Alltagsgerätschaften anzuwenden, beginnt man beim Thema Smart Home quasi wieder bei null und wiederholt die Fehler von damals. Einen Vorgeschmack auf mögliche Angriffsszenarien haben wir in den letzten Jahren mit Attacken wie Wannacry bekommen. Die Vorstellung, ein Hacker könnte beispielsweise Kontrolle über ein Atomkraftwerk erlangen und eine Katastrophe auslösen, ist natürlich ein Worst-Case-Szenario, aber eines, das nicht mehr im Bereich des Undenkbaren liegt.

Das IoT öffnet der Gefahr die Tür

Sowohl in Privathaushalten als auch in Unternehmen hält das Internet of Things Einzug. Unzählige internetfähige Geräte wählen sich in Netzwerke ein und bieten Hackern noch mehr Möglichkeiten zur Infiltration. Nutzern wird zwar ein gewisses Maß an Cyberhygiene nahegelegt, allerdings sind sich die meisten der Risiken nicht bewusst oder fühlen sich – beispielsweise im geschäftlichen Umfeld – gar nicht erst verantwortlich für IT-Sicherheit in ihrem Unternehmen.

Das IoT ist als Konzept noch relativ neu und arbeitet derzeit noch nach dem Prinzip „Secure by Design“. Viele IoT-Geräte sind vom Hersteller mit fest codierten Benutzernamen und Kennwörtern, die nicht änderbar sind, ausgestattet. Darüber hinaus verwenden IoT-Geräte häufig proprietäre Protokolle mit schwachen Sicherheitsmaßnahmen, was sie sehr anfällig für Cyberangriffe macht.

Sicherheitslücken aufspüren

Um Netzwerksicherheit herzustellen, müssen zunächst alle Sicherheitslücken und Angriffspunkte identifiziert werden. Am übersichtlichsten gelingt dies anhand eines Netzwerkmodells, das die gesamte Netzwerkumgebung, alle Assets, Sicherheitsvorkehrungen und Schwachstellen sichtbar macht.

Ohne eine Gesamtübersicht ist es nicht möglich, nachhaltiges Schwachstellenmanagement zu betreiben. In einem Netzwerkmodell müssen alle Bereiche der IT-Infrastruktur enthalten sein: IoT, OT, Cloud-Umgebungen, traditionelle IT oder eine hybride Struktur. Der „Threat and Vulnerability“-Report von Skybox zeigt auf, dass sich die Zahl OT-spezifischer Sicherheitslücken von 2016 bis 2017 um 120% erhöht hat.

Viele der anfälligen Schwachstellen gehören dem IoT an. Standard-Sicherheitsmaßnahmen greifen hier häufig nicht und die IT-Systeme, die den OT-Bereich überwachen, sind häufig so veraltet, dass sie neue Sicherheitslücken nicht erkennen können.

Unternehmen müssen in der Lage sein, diese Umgebungen und ihre Verbindungen zur übrigen Infrastruktur zu modellieren. Sie müssen außerdem erkennen, wo Sicherheitslücken ausgemerzt werden müssen, welche Schwachstellen gepatcht werden können und wie systematische, kontinuierliche Prozesse geschaffen werden, die das Risiko kontinuierlich verringern – unabhängig davon, an welcher Stelle sie entstehen.

Bildquelle: Skybox Security

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DV-Dialog Sicherheit
news-21469 Tue, 04 Dec 2018 16:53:28 +0100 Do IT yourself – aber mit System! http://www.it-zoom.de/dv-dialog/e/do-it-yourself-aber-mit-system-21469/ Am 12. und 13. Februar 2019 finden die Technologietage der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe statt. Im World Conference Center Bonn erwartet die DSAG wieder mehr als 2.000 Teilnehmer. Unter dem Motto „Do IT yourself. Wege in die Cloud: gemeinsam denken, individuell handeln“ soll die Veranstaltung Denkanstöße liefern. Geschwindigkeit zählt! Wer als IT-Chef die Digitalisierung erfolgreich gestalten will, muss das Unternehmen und seine IT schnell verändern und anpassen können. Die Nutzung von Cloud-basierten Diensten als Teil einer hybriden Landschaft kann dabei eine große Hilfe sein, glaubt Steffen Pietsch, DSAG-Vorstand Technologie. Aber der Weg dahin sei nicht einfach: „Hierbei ist es hilfreich, wenn Unternehmen sich öffnen und voneinander lernen – um dann ihren eigenen Weg in der Digitalisierung zu finden.“

Automatisierung groß geschrieben

Erst hochgradig automatisierte Abläufe ermöglichen das schnelle und agile Handeln, das in der digitalisierten Welt nötig sein wird, um den enormen Wettbewerbs- und Veränderungsdruck quer durch alle Branchen und Industrien zum Vorteil des eigenen Unternehmens nutzen zu können.

Das ist laut Pietsch für betriebswirtschaftliche Prozesse innerhalb der Anwendungen ebenso wichtig wie für IT-Prozesse in Entwicklung und Betrieb. Dabei gehe es nicht nur um Effizienz, sondern vor allem um die Verkürzung von Entwicklungszyklen.

Integration als Schlüsselfaktor

Gleiches gilt für die Integrierbarkeit. Schnell und einfach konsumierbare Lösungen aus der Cloud sind ein großer Vorteil. Diese entfalten ihren Nutzen jedoch häufig nur, wenn Daten durchgängig mit anderen Systemen ausgetauscht werden.

„Das komplette SAP-Portfolio, On-Premise und Cloud, muss sich in heterogenen Systemlandschaften gut integrieren, automatisieren und betreiben lassen“, fordert Steffen Pietsch vom Hersteller „klar definierte, dokumentierte und auf offenen Standards basierende Schnittstellen“.

Diese Anwendungsprogramm-Schnittstellen sollen den Zugriff auf Daten und Funktionen ermöglichen sowie heterogene Systemlandschaften langfristig wartbar halten. „Gerade bei der Verknüpfung von SAP-Anwendungen untereinander erwarten wir eine Out-of-the-box-Integration“, verlängert Pietsch den Forderungskatalog der SAP-Kunden. „Das bedeutet, dass z.B. die Datenmodelle applikationsübergreifend kompatibel sind und sich der Aufwand zur Einrichtung und zum Betrieb deutlich verringert.“

Qualitätsansprüche steigen

Durch den Wandel der SAP vom Software-Anbieter zum Betreiber von Applikationen und Plattformen spielen neben der Qualität der gelieferten Software weitere Anforderungen eine immer größere Rolle. „In punkto Elastizität und Stabilität ist SAP weiterhin stark gefordert, um die Ansprüche der Kunden zu erfüllen“, so Steffen Pietsch.

Dabei ist der Weg in die Cloud nicht nur für SAP eine Lernkurve. Auch die klassischen IT-Abteilungen müssten „sich auf neues Terrain begeben, wenn sie langfristig den Wandel gestalten und nicht von neuen Technologien überrollt werden wollen“. Hier positioniert sich die DSAG mit mehr als 60.000 Mitgliedern aus über 3.500 Unternehmen als starkes Netzwerk für den Informations- und Erfahrungsaustausch.

Bildquelle: DSAG

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DV-Dialog Berthold Wesseler ERP
news-21468 Tue, 04 Dec 2018 16:17:19 +0100 Die Visiondays 2019 http://www.it-zoom.de/dv-dialog/e/die-visiondays-2019-21468/ Als Systemhaus mit Schwerpunkt auf Digitalisierung arbeitet Valantic für viele große und mittelständische Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Praxiserfahrung der Kunden und eigenen Experten ist Basis für die Workshop- und Kongressveranstaltung „Visiondays“, die am 20. und 21. Februar 2019 im Haus der Bayerischen Wirtschaft in München stattfindet. Fachforen mit Vorträgen und auch Workshops zu den Potenzialen der Digitalisierung in den Bereichen SCM & Logistics, Business Analytics, SAP, IT-Strategie, Collaboration und „Customer Engagement“ ergänzen den Kongress Visiondays. Hier netzwerken Gestalter der digitalen Transformation aus verschiedenen Branchen und tauschen ihre praktischen Erfahrungen aus. Teilnehmer schätzen den Blick über den Tellerrand der eigenen Branche und die Möglichkeit, sich intensiv und fachlich tiefgehend über das Thema digitale Transformation auszutauschen.

Während der Workshop-Tag am 20. Februar auf unterschiedliche Planungsbereiche, Steuerung von Wertschöpfungsketten, S/4 Hana sowie intelligentes Kundenbeziehungsmanagement fokussiert, gliedert sich der Kongress am zweiten Tag in parallele Fachforen zu den Themen SCM & Logistics, Analytics, SAP, „Customer Engagement“, IT-Strategie sowie Collaboration. Beteilige Firmen sind hierbei Anaplan, Blanc und Fischer IT Services, Hügli, Rittal, Robert Bosch Automotive Steering, Roche Diagnostics, RWE Generation, SAP, SFS, Siemens Postal & Airport Logistics, s.Oliver und die Sparkassenversicherung Sachsen.

Umsetzung von Digitalisierungs-Szenarien

Für die gemeinsamen Plenumszeiten konnten Jens Monsees (Vice President Digital Strategy, BMW), Johann Soder (Geschäftsführer Operatives Geschäft, SEW-Eurodrive) und Oliver Paasch (Ministerpräsident der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens) als Redner gewonnen werden. Das wichtige Thema Cyber-Sicherheit adressiert in seinem Vortrag Dr. Chris Dilloway vom britischen Beratungsunternehmen Hakluyt Cyber.

„Das Echo der mehr als 200 Besucher der Visiondays 2018 war sehr positiv“, so Martin Hofer, Partner bei Valantic, „und Ansporn für unsere Experten, dies mit den Visiondays 2019 in München noch weiter zu steigern: noch mehr Praxisbezug, noch mehr Tiefe und noch mehr Inspiration und Austausch.“

Bildquelle: Valantic Supply Chain Excellence

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DV-Dialog Industrie 4.0 / MES
news-21449 Sat, 01 Dec 2018 11:10:46 +0100 Distributoren erweitern ihr Ökosystem http://www.it-zoom.de/dv-dialog/e/distributoren-erweitern-ihr-oekosystem-21449/ Distributoren Ingram Micro und Tech Data bauen das Cloud-Angebot aus. Ingram Micro nimmt IBM-Produkte wie MaaS360 oder SPSS in das Portfolio des eigenen Cloud-Marktplatzes. Ganz ähnlich geht Tech Data vor und hat dazu eine paneuropäische Vereinbarung mit IBM geschlossen, um die Endpoint-Management-Lösung MaaS360 mit Watson AI und Big-Data-Funktionalität auf dem eigenen Marktplatz Stream One einzuführen. MaaS360 als sichere Plattform für das „Unified Endpoint Management“ (UEM) ist das erste wichtige SaaS-Produkt der IBM auf Stream One und erweitert die Palette der bereits auf dem Cloud-Marktplatz von Tech Data befindlichen Produkte im Bereich Cloud-Infrastrukturen. Es ist eine stufenweise Einführung in ganz Europa geplant, beginnend jetzt mit Großbritannien, Deutschland und Österreich.

„Wir setzen uns dafür ein, ‚Business as a Service‘ in der Cloud zu betreiben und uns kontinuierlich in Übereinstimmung mit unseren Anbietern zu entwickeln“, wird Denis Fouquet, Vice President Software and Cloud Solutions Europe bei Tech Data, in der Pressemitteilung zitiert. „Dazu bauen wir unsere Produkt- und Lösungspalette [...] weiter aus, um unseren Partnern eine bessere und benutzerfreundlichere Plattform zu bieten, die Unternehmen bei der Transformation unterstützt.“ MaaS360 mit Watson sei eine sichere und intelligente Plattform, die Geräte, Personen, Apps und Inhalte verwalte und schütze.

Ohne Zertifizierungsaufwand erhältlich

Bei Ingram Micro Deutschland können Reseller ab sofort die BI-Software SPSS sowie MaaS360 mit Watson über den Cloud-Marktplatz beziehen. In den kommenden Wochen folgt das gesamte Portfolio der IBM Cloud. „Dieses Angebot steht dem gesamten Fachhandel ohne Einschränkung oder Zertifizierungsaufwand offen“, heißt es in der Ankündigung. MaaS360 sei künftig auf dem Ingram Micro Cloud Marketplace im Bereich „Security“ zu finden, das BI-Angebot im Bereich „Business Anwendungen“. Mit SPSS lassen sich Analysen, Prognosen und Trends ableiten; die Software-Suite umfasst die Produkte SPSS Statistics und SPSS Modeler.

„Ich freue mich, dass wir die langjährige Zusammenarbeit mit IBM auf unserem Cloud Marketplace weiter vertiefen konnten. Mit den beiden Neuzugängen geben wir in Kooperation mit dem Hersteller jedem Business-Partner die Möglichkeit, IBM ohne großen Zertifizierungsaufwand in das eigene Portfolio aufzunehmen“, unterstreicht Alexander Maier, Vice President & Chief Country Executive Germany, den Stellenwert der Portfolioerweiterung. Neben SPSS und MaaS360 werde das Portfolio in den nächsten Wochen um die IBM Cloud erweitert, so dass Business-Partner die Möglichkeit erhalten, alle Infrastruktur, Plattform- und Watson-Services der IBM Cloud an Endkunden zu vermarkten.

„Ingram Micro versteht die Weiterentwicklung der Distributionsrolle und hat erhebliche Investitionen in den Aufbau einer hochmodernen digitalen Distributions-Plattform getätigt“, sagt Vincent Zandvliet, Global Managing Director für Ingram Micro bei IBM. „Diese Funktionen der digitalen Distribution von Ingram Micro bieten IBM Zugang zu zahlreichen neuen Kunden in Deutschland und Europa.“

Entstanden ist ein Ökosystem von Käufern, Verkäufern und Lösungen, das Partnern eine einfache und sichere Bereitstellung und Verwaltung ermöglichen soll. Der Ingram Micro Cloud Marketplace bietet den Kunden auf Basis einer automatisierten Plattform neben dem Erwerb von Cloud-Lösungen auch die Verwaltung seiner Endkunden über den gesamten „Life Cycle“ hinweg.

Bildquelle: Thinkstock / iStock

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Berthold Wesseler DV-Dialog Cloud
news-21424 Thu, 29 Nov 2018 11:37:43 +0100 Cebit-Aus kann nicht überraschen http://www.it-zoom.de/dv-dialog/e/cebit-aus-kann-nicht-ueberraschen-21424/ Am Ende ging alles ganz schnell: Per dürrer Pressemitteilung verkündete die Deutsche Messe AG gestern, dass die Cebit 2019 nicht stattfinden wird. Nach 32 Jahren und einer schlagzeilenträchtigen Erfolgsgeschichte hatte sich das Cebit-Aus zwar schon lange angekündigt, denn die letzten zehn, fünfzehn Jahre siechte die Messe nur noch dahin. Aber dennoch kam es jetzt und in dieser Form absolut unerwartet. „Dieses Ende hat die Cebit nicht verdient!“, kommentiert denn auch Thomas Heuzeroth in der Welt. Dieses Ende ist nur der letzte von sehr vielen handwerklichen Fehlern des Veranstalters, denn der hätte die Cebit durchaus auch wieder strategisch in die Industriemesse eingliedern können. Letztlich ist es ja auch so gekommen – und nur anders kommuniziert worden. Und auch, wenn der Niedergang kaum aufhaltsam schien, kam das Ende doch sehr plötzlich. Die Wirtschaftswoche nannte es vielsagend einen Selbstmord aus Angst vor dem Tod.

Dabei lebt die Cebit in der Industriemesse weiter – wenn auch nicht als Cebit. Aus der HMI war sie 1986 aufgrund ihrer enormen Anziehungskraft für Aussteller und Besucher ausgegliedert worden. Der logische Schritt einer Wiedereingliederung war schon seit Jahren von verschiedener Seite vorgeschlagen worden, nicht zuletzt von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Und diesen Schritt vollziehen die Veranstalter ja auch. Cebit-Bewahrer wie Wirtschaftsminister Altmaier konnten sich nicht durchsetzen.

Vieles falsch gemacht?

Um die größte Computermesse der Welt zugrunde zu richten, muss man vieles falsch machen. Der größte Fehler war der Mangel an klarer Strategie und damit die fehlende Ausrichtung am Markt.

Publikumsmesse, Business-Fair oder Digital-Event: Die Cebit war zuletzt alles gleichzeitig und damit nichts richtig. Wegen der ständigen Änderungen am Cebit-Konzept haben Aussteller und Besucher andere Messen und Konferenzen gefunden, um sich auszutauschen. Der Zickzack-Kurs war nicht nachvollziehbar und hat zum Bedeutungsverlust der Messe beigetragen. Die Cebit war schon lange kein Trendsetter mehr; ihr Aus hat zwar noch in Deutschland für Schlagzeilen gesorgt, international aber kaum noch die Gemüter bewegt.

In den Jahren rund um die Jahrtausendwende kamen über 800.000 Besucher und mehr als 8.000 Aussteller in seinerzeit noch 26 Messehallen nach Hannover. Das war einmal: Nur 6.000 m2 Ausstellungsfläche konnten bisher vermietet werden, meldete die Hannoversche Allgemeine Zeitung. Zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres seien es etwa dreimal mehr gewesen. Und der Zuspruch der Aussteller war schon 2018 sehr schlecht gewesen, ebenso der Besuch. In die Hallen sollen sich im Juni nur noch gut 75.000 Besucher verirrt haben; der Rest der 120.000 gemeldeten Karteninhaber interessierte sich offenbar nur für das Festival oder die Konferenzen. Kein Wunder also, dass die Messemacher jetzt die Reissleine zogen.

Kaum noch Cebit-Schlagzeilen

Für Schlagzeilen sorgt die IT heute noch genauso wie vor 30 Jahren – und sie ist für das breite Publikum nach wie vor ebenso attraktiv wie für Manager und Experten in den Unternehmen. Waren es in den 80iger Jahren Themen wie PC, ISDN oder Unix, sorgen heute Künstliche Intelligenz, Big Data, Cloud Computing, Drohnen oder Blockchain für Aufmerksamkeit. Damals wie heute gilt aber auch: IT lebt durch die branchenspezifische und kundenindividuelle Ausprägung und Anwendung. Das heißt: IT wird immer auch auf Branchenmessen wie der Drupa oder Logimat eine Rolle spielen; nichts anderes ist die Industriemesse für die Maschinen- und Anlagenbauer ja auch.

Auf Messen für Banker, Händler oder Behördenvertreter wird man IT ebenso finden wie auf Anuga, IAA, IFA oder Photokina. Das war auch nie das Problem der Cebit. Die Cebit hätte davon leben können, Chancen und Risiken des branchenübergreifenden Zusammenspiels all dieser IT-Systeme aufzuzeigen. Das findet man nirgendwo – während die Produktnews der Hersteller auf den heute wichtigen Events wie dem Mobile World Congress oder auf deren eigenen Kundenkongressen zu sehen sind.

Die Cebit hatte den Status einer Ankündigungsmesse schon lange verloren, auch weil die Aussteller nur noch halbherzig dabei waren und den Stand nicht mit ihren Fachleuten, sondern überwiegend mit netten Messehostessen und angeheuerten Studenten besetzt hatten. Dieser Bedeutungsverlust spiegelte auch die Tatsache, dass das IT-Geschäft vom Verkäufermarkt der Anfangsjahre längst zu einem Käufermarkt geworden ist. Das heißt: Der IT-Chef kann heute Interesse signalisieren – und schon stehen die Hardware- und Software-Hersteller bei ihm Schlange. Er muss für einen Kauf nicht mehr auf die Messe kommen; früher hatte er dort Rabatte und kürzere Lieferzeiten erhalten. Dazu kommt der Umstand, dass mit dem Internet längst ein Informationsweg hinzugekommen ist, den gerade die IT-Branche intensiv nutzt.

Fatale Beratungsresistenz?

Zu den handwerklichen Fehlern der Messemacher gehört auch ihre Beratungsresistenz; langjährige Aussteller stießen bei ihrer Kritik an der Messestruktur oder an der Preisgestaltung auf taube Ohren. Messen leben vom Vergleich der Aussteller und ihrer Produkte ebenso wie von der persönlichen Kommunikation. Kommunikation kann auf Ständen und Gängen oder hinter verschlossenen Türen stattfinden, natürlich aber auch bei Konferenzen oder Konzerten, gerne auch wahlweise bei Street-Food oder im Restaurant. Messen dienen nun einmal der Kommunikation – und auch die wird durch die Digitalisierung einfacher. Sei es bei der Terminvereinbarung, sei es durch Telekommunikation. Gut gemacht, greifen dann auf der Messe Kommunikation durch Werbung, Gesten und Gespräche ineinander.

Den Trend zur Digitalisierung hat die Messegesellschaft zwar in ihren Werbebotschaften adressiert, selbst aber verschlafen. Denn Termin und Rahmen der letzten Cebit wurde zwar geändert, nicht aber das Geschäftsmodell der Messe. Es war immer noch ganz das alte: Es wurde Stand- und oder Werbefläche verkauft und (halbherzig) Eintritt verlangt. Es haperte aber an der gekonnten Vernetzung der Protagonisten auf der Messe und darüber hinaus. Und auch das war ein grober handwerklicher Fehler, der gerade den Machern einer Digitalmesse nicht unterlaufen sollte.

Denkbar gewesen wäre beispielsweise der Aufbau eines „Ökosystems" rund um die Digitalisierung, an dem alle wichtigen Player mitwirken – von den Infrastrukturlieferanten über die Software- und Systemhäuser bis hin zur Kreativszene aus Werbung und Marketing sowie den IT-Managern und den eigentlichen Nutzern. Ob und wie man mit einer solchen digitalen Plattform Geld verdienen kann, darüber könnten sich die Messemacher Gedanken machen. Zeit haben sie ja jetzt.

Damit würden die Messemacher die Disruption durch die Digitalisierung wirklich annehmen. Jetzt haben sie einfach nur einen Schlussstrich gezogen. Das war ihr letzter Fehler.

Bildquelle: Deutsche Messe AG

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news-21417 Wed, 28 Nov 2018 12:11:59 +0100 Lieferlogistik verbessert http://www.it-zoom.de/dv-dialog/e/lieferlogistik-verbessert-21417/ Die belgische Einzelhandelsgruppe Legio führt den elektronischen „Proof-of-Delivery“ mit Zetes Chronos ein. Dadurch gewinnt das Unternehmen Echtzeittransparenz, gewährleistet rechtzeitige, vollständige Lieferungen an Kunden und Filialen und beseitigt manuelle, fehleranfällige Papierarbeit. Genutzt wird die Lösung auf dem Toughpad von Panasonic. Weil sie aber läuft auf allen Geräten und Betriebssystemen läuft, wird die IT-Abteilung entlastet und die Investition zukunftssicherer. Die Legio Group ist eine Einzelhandelsgruppe mit drei spezialisierten Marken: X²O (Badezimmer), Overstock Garden (Gartenmöbel) und Overstock Home (Inneneinrichtungen und Wohnaccessoires). X²O und Overstock betreiben 60 Filialen in Belgien und den Niederlanden. Angeboten werden Möbel für Haus und Garten, Accessoires und Badezimmermöbel. Jeden Tag beliefern Fahrer vom Verteilzentrum im belgischen Antwerpen aus Filialen und Endkunden mit den Produkten.

Fahrer jederzeit vernetzt

Um den Lieferprozess zu rationalisieren und zu optimieren, hat die Legio Group auf den elektronischen Liefernachweis („Proof-of-Delivery“) in Echtzeit umgestellt. Die Lösung verbindet Fahrer, Back-Office-Mitarbeiter und Logistikmanagement und bietet Echtzeittransparenz für Güter, Fahrzeuge und Mehrwegtransportbehälter.

Mit der mobilen Proof-of-Delivery-App werden Fahrer bei ihrer Arbeit unterstützt und behalten den Überblick über die Planung ihrer Lieferungen. Auf ihren Android-Handhelds Toughpad FZ-N1 von Panasonic registrieren sie alle Ereignisse während des Lade-, Liefer- und Abholungsprozesses. Diese Informationen werden in Echtzeit an das Hostsystem und das Back-Office übermittelt. Das robuste Toughpad gewährleistet laut Pieter Desmet, IT-Beauftragter der Legio Group, nicht nur eine gute Konnektivität mit dem Back-Office, sondern lässt sich auch schnell im Fahrzeug aufladen.

Zeit gespart

Die Fahrer sparen mit Zetes Chronos täglich bis zu 10 Minuten. Außerdem können Kunden und Filialleiter den Status ihrer Sendungen in Echtzeit verfolgen, erhalten Informationen zur geschätzten Ankunftszeit und einen visuellen Proof-of-Delivery. Das erhöht auch die Erfolgsquote bei der Erstauslieferung, da die Kunden etwa 30 Minuten vorher eine SMS erhalten. So ist Legio heute in der Lage, mehr als 100.000 Lieferungen im Jahr auszuführen.

Bildquelle: Legio Group

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DV-Dialog Logistik
news-21413 Wed, 28 Nov 2018 10:08:01 +0100 Condition-Monitoring mit dem Edge-Computer http://www.it-zoom.de/dv-dialog/e/condition-monitoring-mit-dem-edge-computer-21413/ Hängebahn-Transportsysteme kommen in Fließband-Fertigungen zum Einsatz. Ausfälle einzelner Traggestelle kann zum Stillstand kompletter Produktionslinien führen. Ein Condition Monitoring-System auf Basis eimes Edge Computers erkennt Verschleiß frühzeitig und verhindert so ungeplante Ausfälle, die zum Beispiel in der Automobilindustrie sehr teuer werden können. Hängebahn-Systeme in Fertigungslinien transportieren zum Beispiel Maschinenteile oder Karosserien durch einzelne Montage-Abschnitte. Verschlissene Laufrollen oder Schäden an den Antrieben können zum Ausfall einzelner Traggestelle führen, was durch die serielle Führung der Hängebahn zwangsläufig zum Stau der ganzen Fertigungslinie führt.

Um Ausfälle vorzubeugen, empfiehlt die Technologiegruppe Harting, ein weltweit aktiver Anbieter von industrieller Verbindungstechnik, die digitalen Zustandsüberwachung der Traggestelle. Dabei wird schleichender Verschleiß erkannt und rechtzeitig vor einem potentiellen Ausfall gewarnt.

Dazu wurde ein Monitoring-System entwickelt, dass die Reduzierung ungeplanter Ausfälle der Hängebahn unterstützt; auch Wartungsaufwände können durch eine zustandsbasierte Wartung deutlich reduziert werden. Das Ziel ist, eine höhere Gesamtanlageneffektivität (GAE, englisch „Overall Equipment Effectiveness“, kurz OEE) der Hängebahn zu erreichen. Da dieses Condition-Monitoring für die Nachrüstung vorhandener Systeme konzipiert ist, lässt sich so auch noch eine Laufzeitverlängerung von Transportsystemen erreichen.

Wartungsaufwand reduziert

Das System besteht aus zwei Sensorboxen und einem Edge-Computer aus Hartings „Modular Industry Computing Architecture“ (Mica). Mit diesen modular aufgebauten, industrietauglichen Mini-Computern lassen sich Digitalisierungsprojekte direkt an Anlagen und Maschinen realisieren. Dank flexibler Open-Source-Software auf Linux-Basis lassem sich viele Applikationsszenarien abbilden – alles verpackt in robuster Mechanik, die speziell für industrielle Umgebungen konzipiert ist.

Mica wertet die Sensorwerte direkt aus und sendet sie über die integrierte WLAN-Funktion an das Leitsystem. Die Sensoren detektieren fortwährend Vibrationen an den Laufrädern, den Motorstrom sowie Temperatur der Antriebe. Wird ein Schwellwert überschritten, sendet das mitfahrende Zustandsüberwachungs-Set über das Leitsystem eine Meldung an die Betriebstechnik. Betroffene Traggestelle werden gezielt aus dem Verkehr genommen und gewartet.

Dieses Condition-Monitoring-Set lässt sich für alle Arten von Transportsystemen mit langsam beweglichen Komponenten nachrüsten, also auch bei Rolltreppen, Aufzügen oder Förderbändern. Dank Schutzart IP 65/67 der Sensorboxen und Mica-Computer ist das System in vielen Umgebungsbedingungen problemlos zu betreiben. Das Set entstand in enger Kooperation mit einem Automobilhersteller und Forms Media, einem Unternehmen aus Hartings Partner-Netz.

Bildquelle: pengyou91/Harting Stiftung

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DV-Dialog Industrie 4.0 / MES
news-21408 Tue, 27 Nov 2018 19:44:04 +0100 Neuer Eigentümer für BE-Terna http://www.it-zoom.de/dv-dialog/e/neuer-eigentuemer-fuer-be-terna-21408/ Die Mehrheitsbeteiligung an BE-Terna, einem im Frühjahr 2016 durch die Fusion der Leipziger Bedav mit der Innsbrucker Terna – Zentrum für Business Software GmbH entstandenen ERP-Systemhaus, ist vom der Hamburger Beteiligungsgesellschaft BPE an die DPE Deutsche Private Equity GmbH verkauft worden. Das Management-Team von BE-Terna rund um CEO Christian Kranebitter soll eine „signifikante Beteiligung“ am Unternehmen behalten und die Geschicke der IT-Gruppe auch weiterhin leiten, die nach eigenen Angaben mit rund 450 Mitarbeitern an 12 Standorten und über 800 Kunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz einen Umsatz von fast 70 Mio. Euro erwirtschaftet. Sowohl Bedav (2016) als auch Terna (2015) waren von ihren Managern und einer von der Hamburger Beteiligungsgesellschaft BPE angeführten Investorengruppe erworben und fusioniert worden.

Mittelfristig sind Zukäufe geplant

Unterstützt von der in München ansässigen Beteiligungsgesellschaft DPE plant Kranebitter nun, in den Kernsegmenten ERP, BI und CRM stark organisch zu wachsen, das Dienstleistungsportfolio auszubauen und dabei mittelfristig auch durch strategische Zukäufe zu expandieren.

Das ging offenbar mit BPE nicht schnell genug voran, denn auch die Hamburger verfolgten die Strategie, BE-Terna durch Umsetzung eines Buy&Build-Konzepts aufzubauen. Einhergehend war eigentlich auch geplant, die Kundenbasis, den Branchenfokus sowie das Produktangebot über komplementäre Zukäufe zu erweitern. Aktuelle Fokusbranchen sind Fashion, Prozessindustrie, Manufacturing, Handel und Dienstleistung sowie projektorientierte Unternehmen.

Full-Service Anbieter für neueste Technologien

Christian Kranebitter, der Gesellschafter von BE-Terna bleibt, positioniert sein Unternehmen nun als Full-Service Anbieter für neueste Technologien. Das Wachstum liege „eindeutig im Interesse unserer Kunden, da wir uns in einem sich technologisch rasant ändernden Markt bewegen, in dem es immer wichtiger wird, in den verschiedenen IT-Bereichen tiefes Spezialwissen zu besitzen. Nur so können wir unsere Kunden auf der Reise in das digitale Zeitalter unterstützen und ein zuverlässiger Partner für die Umsetzung vieler Zukunftsthemen sein.“

„Um das Spektrum an möglichen Lösungen sowie neuesten Technologien abbilden zu können und damit wirklichen Mehrwert für unsere Kunden zu schaffen, wollen wir unseren Wachstumskurs fortsetzen“, begründet Kranebitter den Eigentümerwechsel. Mit DPE habe man einen Investor und Partner gewonnen, „der das Unternehmen mit seiner Expertise bei der weiteren Expansion aktiv unterstützen wird“. DPE wurde 2007 gegründet und hat sich seitdem an 21 Unternehmen beteiligt, die 48 Folgeinvestitionen getätigt haben und heute mehr als 7.300 Mitarbeiter beschäftigen. DPE verwaltet ein Gesamtvermögen von rund 1,2 Mrd. Euro.

Warum das Wachstum mit BPE so nicht möglich sein sollte, wurde ebenso wenig kommuniziert wie der Kaufpreis. Kranebitter sagt dazu nur soviel: „DPE hat enorm viel Erfahrung in der Entwicklung und Expansion mittelständischer Firmen und hat uns vor allem durch den unternehmerischen Spirit und die Werteorientierung überzeugt.“ Sein nicht unbescheidenes Ziel ist es nun, „mittelfristig einer der führenden Anbieter von Business-Software in Europa zu werden – und sowohl organisch als auch akquisitorisch überproportional wachsen“.

Die Transaktion steht noch unter dem üblichen Vorbehalt der Zustimmung durch die Kartellbehörden in Deutschland und Österreich.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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Berthold Wesseler DV-Dialog ERP
news-21399 Tue, 27 Nov 2018 14:40:00 +0100 Push für Fernzugriff in Großunternehmen http://www.it-zoom.de/dv-dialog/e/push-fuer-fernzugriff-in-grossunternehmen-21399/ Das Göppinger Softwarehaus Teamviewer, ein global aktiver Anbieter von Lösungen für Fernzugriff und -wartung, hat Roger Illing Anfang November als Senior Vice President (SVP) Enterprise in sein Führungsteam berufen. Er kommt vom kanadischen Softwarehaus Opentext, wo er als Geschäftsführer und SVP Enterprise Sales Europe europaweit die Bereiche Enterprise-Lizenzierung, Wartung, Cloud und Professional Services verantwortete. Illing, der vor seinem Einstieg bei Opentext Anfang 2013 im Management der Firmen Icon Systemhaus GmbH, Software AG, Deutsche Leasing and Novell tätig war, bringt als neuer Vertriebsleiter für das Geschäft mit Unternehmenskunden mehr als 20 Jahre Management-Erfahrung bei Anbietern von Enterprise-Software mit. Der Diplom-Ingenieur für Chemietechnik soll bei Teamviewer zur „treibenden Kraft“ der Strategieentwicklung und -implementierung in den als „Wachstumsfeldern“ apostrophierten Marktsegmenten „Enterprise“ und „Internet of Things“ (IoT) werden. Dabei geht es vor allem um die im September vorgestellte Enterprise-Lösung Tensor, einer Plattform für Fernzugriff in Großunternehmen. Zuletzt hatte Teamviewer aus verschiedenen Gründen mit rückläufigen Umsätzen zu kämpfen.

„Roger wird eine entscheidende Rolle bei der Skalierung unseres Wachstums im Bereich Enterprise und IoT spielen“, wird Teamviewer-CEO Oliver Steil in der Presseinformation zitiert. Steil verweist auf Illings „große Erfahrung in der Implementierung branchenführender Produkt- und Vertriebsstrategien“.

„Es ist ungemein spannend, Teil eines der vielversprechendsten Technologieunternehmen in Europa und darüber hinaus zu werden“, ergänzt Illing. „Teamviewers Angebot für Enterprise-Kunden stützt sich auf den hervorragenden Ruf der Firma und hat von Anfang an eine starke Nachfrage im Markt erfahren.“ Er will die sich bietenden Wachstumschancen im Enterprise- und IoT-Segment mit Angeboten erschließen, „die auf die spezifischen Bedürfnisse von Großunternehmen maßgeschneidert sind.“

Bildquelle: Teamviewer GmbH

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Berthold Wesseler DV-Dialog Leute
news-21404 Tue, 27 Nov 2018 14:35:23 +0100 Internationale Perspektiven für EDI Com http://www.it-zoom.de/dv-dialog/e/internationale-perspektiven-fuer-edi-com-21404/ Im November wurde die Compello GmbH, Ismaning, von Di Central übernommen – und wird künftig als Di Central GmbH firmieren. Der weltweit tätige Anbieter von EDI- und Supply-Chain-Lösungen mit Hauptsitz in Houston (Texas/USA) hat die deutsche Tochter der norwegischen Mutterfirma Compello AS abgekauft, die 2011 aus der Fusion von Client Computing Europe ASA mit der Compello Software AS hervorging. Di Central, im Jahr 2000 gegründet, mehrere hundert Mitarbeiter stark, in Privatbesitz und bisher weltweit in zehn Ländern vertreten, vollzieht mit der Übernahme den Eintritt in den europäischen Markt. Da sich die Produkte beider Unternehmen nach Einschätzung von Andreas Waldbrenner, Geschäftsführer der künftigen Di Central GmbH, ergänzen, profitieren nicht nur bisherige Kunden von einem umfangreicheren Leistungsspektrum, sondern der Marktauftritt insgesamt werde deutlich gestärkt.

„Das Di-Central-Portfolio mit seiner tiefgreifenden Integration in ERP-Systeme wie SAP oder Microsoft Dynamics NAV und seinen Funktionalitäten rund um Themen wie Web-EDI oder Dropship erweitert unsere Datendrehscheibe EDI Com optimal“, sagt Waldbrenner – und glaubt, die die Anforderungen Kunden an die Prozessintegration besser als bisher abdecken zu können.

„Gemeinsam können wir nun die Bedürfnisse sowohl von mittelständischen Unternehmen als auch von global agierenden Konzernen erfüllen", ergänzt Thuy Mai, Präsident und CEO von Di Central. Adressiert würden nicht nur Unternehmen der Energiewirtschaft, sondern Branchen wie Textil, Automotive, Handel, Telekommunikation, Logistik oder Fertigungsindustrie.

EDI Com soll internationaler werden

Die Fusion soll einen deutlichen Wachstumsschub für die nächsten Jahre bringen, indem EDI Com nicht nur im deutschsprachigen Raum, sondern auch darüber hinaus angeboten wird. „Neben unseren Kunden in der D-A-CH-Region betreuen wir schon heute Unternehmen in weiteren europäischen Ländern wie Frankreich, Italien oder Spanien. Diese Aktivitäten wollen wir nun intensivieren“, erläutert Waldbrenner. Er rechnet bereits für das kommende Geschäftsjahr mit einem „signifikanten“ Umsatzplus.

Für die bisherigen Compello-Kunden ändert sich laut Waldbrenner „durch die Fusion nichts“, denn sowohl die Geschäftsführung als auch das gesamte Team bleiben an Bord. Das Kernprodukt EDI Com werde in den kommenden Jahren weiterentwickelt, wobei die weiteren Di-Central-Produkte und Cloud-Services zügig integriert werden sollen. Durch die Integration der EDI Com-Schnittstelle in die DMS-Lösungen der Kendox-Produktfamilie Infoshare aist eine revisionssichere und GoBD-konforme Archivierung von papiergebundenen und elektronischen Geschäftsdokumenten möglich – auch im Umfeld von IBM i.

Compello Deutschland wurde 1983 unter dem Namen GLI Gesellschaft für Logistik und Informationssysteme mbH gegründet und beschäftigt aktuell 35 Menschen. Nach der Übernahme durch Client Computing im Jahr 2006 und nacb deren Fusion mit der norwegischen Compello AS zum Teil der Compello Group geworden, firmiert das Unternehmen seit 2011 als Compello GmbH.

Von Ismaning bei München werden über 2.000 Kunden in Deutschland bedient, vor allem aus den Bereichen Energiewirtschaft, Textil und Handel. Sie setzen die Software als Inhouse-Lösung oder Managed Service ein, der über das firmeneigene Rechenzentrum bereitgestellt wird. Den mittelständischen Kunden wird dort eine sichere Privat-Cloud-Variante von EDI Com gemäß den strengen deutschen Datenschutzbestimmungen angeboten. Für die Textil- und Fashion-Branche hat Compello im Jahr 2001 gemeinsam mit dem Bundesverband des Deutschen Textileinzelhandels (BTE) die cloud-basierte Datendrehscheibe BTE Clearing Center entwickelt.

Bildquelle: Thinkstock/iStockphoto

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Berthold Wesseler DV-Dialog Unternehmen
news-21403 Tue, 27 Nov 2018 12:58:22 +0100 Innovationsfreundliche Datenpolitik gefordert http://www.it-zoom.de/dv-dialog/e/innovationsfreundliche-datenpolitik-gefordert-21403/ Die Vorstellung der Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage unter den Bundesbürgern zum Thema Künstliche Intelligenz nahm der Branchenverband Bitkom zum Anlass für Lob und Kritik an der kürzlich formulierten KI-Strategie der Bundesregierung. Bitkom-Präsident Achim Berg begrüsste sie ausdrücklich als Aufbruchsignal, forderte aber Konkretisierungen und mehr Geld, vor allem für die „Anschubfinanzierung“ im Mittelstand. Durch mehr Geld könnte man auch für das dringend nötige Innvoationstempo sorgen. Die Akzeptanz der Bundesbürger für KI-Technologien sei bei allen Bedenken und Befürchtungen durchaus vorhanden, beruhigte Berg die Politische Klasse, die sich mehr und mehr an der öffentlichen Meinung orientiert statt sachorientiert die richtigen Entscheidungen für Deutschland zu suchen.

Der Bitkom-Präsident verwies vor allem darauf, dass die große Mehrheit der Bundesbürger sieht vor allem Chancen beim Einsatz der Künstlichen Intelligenz und hält die Technologie für entscheidend, um die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft zu sichern. In einigen Lebensbereichen wie Schule oder Justiz werde der KI-Einsatz überwiegend skeptisch gesehen. Basis seiner Erkenntnisse war eine repräsentativen Umfrage unter 1.007 Bundesbürgern ab 16 Jahren.

KI als Stunde null für die Wirtschaft

„Künstliche Intelligenz ist die wichtigste Schlüsseltechnologie der kommenden Jahrzehnte“, glaubt Berg. „Für die Wirtschaft bedeutet KI eine neue Stunde null. Es muss uns gelingen, die vielfältigen Chancen der KI für alle Lebensbereiche nutzbar zu machen – von der Medizin über die Mobilität bis zur Bildung.“

Mit Blick auf die Mitte November vorgelegte KI-Strategie der Bundesregierung mahnte Berg weitere Konkretisierungen und ein hohes Tempo an: „Um eine Führungsrolle bei der Künstlichen Intelligenz einzunehmen, bleibt uns nicht viel Zeit. Die KI-Strategie der Bundesregierung ist ein Aufbruchssignal, jetzt müssen wir an die Arbeit gehen.“

An der Bedeutung von KI für den Standort Deutschland zweifeln die Bundesbürger laut Berg nicht. Sieben von zehn (71 Prozent) seien sich sicher, dass KI als Technologie entscheidend dafür ist, ob deutsche Unternehmen künftig weltweit erfolgreich sind. Jeder Zweite (53 Prozent) gehe davon aus, dass KI die Welt so grundlegend verändern wird wie die Erfindung des Verbrennungsmotors oder die Elektrifizierung. Aber ebenfalls jeder Zweite (54 Prozent) sei zugleich besorgt, dass künftig derjenige, der die Künstliche Intelligenz kontrolliert, auch die Menschen kontrolliert. „All das sind gute Gründe, dass wir in Deutschland nicht nur KI-Produkte von anderen kaufen und nutzen, sondern KI hierzulande entwickeln und gestalten“, sagte Berg.

Ein Aufbruchsignal – mehr nicht

„Wir müssen von der Strategie zu konkreten Maßnahmen kommen“, forderte Berg. „Und wir brauchen dafür auch einen Zeitplan – und zwar einen sehr ehrgeizigen.“ So seien die vorgesehenen jährlich 500 Mio. Euro aus dem Bundeshaushalt nicht ausreichend, um Deutschland bei KI wirklich an die Weltspitze zu bringen. „In den USA oder China investieren einzelne Tech-Unternehmen in KI-Entwicklung jährlich Milliardenbeträge. Auch wenn man bedenkt, dass 2009 ad hoc 5 Milliarden Euro für eine Pkw-Abwrackprämie zur Verfügung gestellt wurden, relativiert sich die für KI vorgesehene Summe stark“, so Berg. Er forderte pro Jahr 1,5 Mrd. Euro Fördergelder, „mindestens“.

Zudem mahnte Berg eine konsistente Datenpolitik in Deutschland und Europa an: „KI ohne Daten – das ist wie ein Schwimmbad ohne Wasser. Es nützt uns nichts, wenn wir auf der einen Seite eine KI-Strategie formulieren und auf der anderen Seite dann Regeln schaffen, die den darin formulierten Ansprüchen zuwiderlaufen.“

TDM muss möglich sein

Als abschreckendes Beispiel dafür nannte Berg die Urheberrechtsrichtlinie, zu der in Brüssel derzeit die Trilogverhandlungen laufen. Darin geht es unter anderem um den Rechtsrahmen für das Text- und Data-Mining; dieses so genannte TDM gilt als eine der Schlüsseltechnologien für das maschinelle Lernen.

„Es besteht die Gefahr, dass die kommerzielle Nutzung des Text- und Data-Mining untersagt oder mit komplizierten Erlaubnis- und Vergütungsregeln unattraktiv gemacht wird. Das wäre zum Beispiel ein deutlicher Nachteil für innovative Startups, die auf Basis dieser Technologien neue Geschäftsmodelle entwickeln“, befürchtet Berg. „TDM muss möglich sein!“

100 KI-Professoren ja, aber woher?

Ausdrücklich begrüßt Berg das ambitionierte Ziel, mindestens 100 KI-Professuren zu schaffen, auch wenn er nicht weiß, woher diese kurzfristig kommen sollen. Diese Ankündigung müsse daher um konkrete Maßnahmen ergänzt werden. Dabei gehe es nicht nur darum, diese 100 Stellen qualifiziert zu besetzen. Es gehe ebenso darum, wie die ausgebildeten KI-Experten erfolgreich im Land gehalten werden können.

„Niemandem ist geholfen, wenn wir an unseren Hochschulen die klügsten Köpfe rund um KI ausbilden, diese aber mit ihrem Abschluss eine Stelle in den USA oder anderswo antreten“, so Berg. „Wir brauchen attraktive Aufgaben und ebenso attraktive Arbeitsbedingungen für KI-Experten – in Unternehmen, aber auch in Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen, bei Bundesbehörden oder in der öffentlichen Verwaltung.“

Nun sei es auch sehr wichtig, die notwendigen Debatten über ethische Grenzen beim KI-Einsatz zu führen und über entsprechende Regeln zu sprechen, und dabei die Chancen der KI in den Mittelpunkt zu rücken, so Berg weiter: „Es ist gut, dass das Thema KI auf dem Digital-Gipfel der Bundesregierung, der kommende Woche in Nürnberg stattfindet, im Mittelpunkt stehen wird.“

Bildquelle: Bitkom

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Berthold Wesseler IT-Markt DV-Dialog Startseite it-zoom
news-21394 Mon, 26 Nov 2018 19:46:09 +0100 Oracles Support wird immer schlechter http://www.it-zoom.de/dv-dialog/e/oracles-support-wird-immer-schlechter-21394/ Der schon lange kritisierte Support von Oracle ist noch schlechter geworden, wie eine Umfrage der Deutschen Oracle-Anwender-Gruppe jetzt an den Tag brachte. Das ist kein Wunder, auch wenn manch einer das angesichts der gebetsmühlenartig wiederholten Verbesserungsversprechen des Oracle-Managements nicht glauben will. Allein der radikale Stellenabbau im Support liess sich offenkundig nicht auffangen. Vielmehr ist die Zufriedenheit seit dem Jahr 2016 nochmals um 4 Prozentpunkte gesunken. Rund ein Fünftel der befragten 277 DOAG-Mitglieder – 63 mehr als bei der letzten Support-Umfrage 2016 – bewertete den Support mit „Befriedigend“. Insgesamt 66 Prozent bezeichneten sich als weniger oder gar nicht zufrieden. Dies sind 10 Prozentpunkte mehr als bei der letzten Umfrage im Jahr 2016. Diese Ergebnisse stellte Christian Trieb, Leiter des DOAG-Kompentenzzentrums „Support“, gemeinsam mit dem Vorstandsvorsitzenden der DOAG, Stefan Kinnen, vergangene Woche auf der Jahreskonferenz in Nürnberg vor. Weiteres Ergebnis der Umfrage: Die Cloud-Nutzung ist bei den Oracle-Kunden weiterhin gering.

Trieb, Kinnen und das Auditorium diskutierten die Umfrage-Ergebnisse, die das schon seit Jahren beklagenswerte Niveau des Kundendienstes von Oracle durch Zahlen nachdrücklich belegte, mit den anwesenden Oracle-Vertretern Clarissa Rohrmann („Customer Success“-Managerin) und Pravin Anil Sheth (Direktor „Database Supporting“).

Fehlerbehebung dauert zu lange

Im Detail ist mehr als die Hälfte der Teilnehmer insbesondere mit der Dauer bis zur Lösung ihres Problems (77 Prozent), den Abläufen/Prozessen (65 Prozent), der Qualität der angebotenen Problemlösung (58 Prozent) und dem Verständnis für das spezifische Problem (68 Prozent) unzufrieden. Außerdem konstatierten 49 Prozent der Befragten eine weitere Verschlechterung des Service-Niveaus; für 36 Prozent ist die Qualität gleichgeblieben.

Da nur 9 Prozent der erstmals zum Thema Cloud Befragten Oracle Cloud-Produkte nutzen, gab es nur eine geringe Ausgangsbasis von 25 Stimmen für die qualitative Beurteilung und die Häufigkeit der Nutzung des Cloud-Supports von Oracle. Von diesen Cloud-Nutzern nutzen 20 den Cloud-Support – zu insgesamt 45 Prozent regelmäßig und intensiv.

Keine Einzelfälle, sondern ein strukturelles Problem

Die anwesenden Oracle-Vertreter zeigten sich angesichts der überwiegend negativen Ergebnisse unzufrieden und versicherten, sich verbessern zu wollen. Kinnen wies darauf hin, dass viele Support-Tickets aufgrund der schlechten Erfahrungen gar nicht mehr eröffnet werden. Aus dem Auditorium schilderte ein Datenbankadministrator, der eine medizinische Hochschule betreut, seinen aktuellen Fall und beklagte, dass er seit sechs Wochen auf die Lösung seines Problems warte und 100.000 Euro für Oracle Support im Jahr ausgebe. Er äußerte unter großem Beifall des Publikums seine Ansicht, dass „der Anwender keine Fehleranalyse für Oracle machen solle.“

Obgleich die von anwesenden Besuchern geschilderten negativen Support-Erfahrungen einen wichtigen Einblick in die aktuellen Ungereimtheiten im Bereich des Oracle-Supports boten, legten Kinnen und Trieb den Fokus auf die Feststellung, dass es sich nicht um die Summe bedauernswerter Einzelfälle handele. Aufgrund der langjährig zu beobachtenden Tendenzen liege im Gegenteil ein grundlegendes strukturelles Problem vor, welches von Oracle gelöst werden mässe, wozu man „dringend“ aufrufe.

Support aus Rumänien

2016 waren die Support-Zentren in Europa geschlossen und nach Rumänien verlagert worden. DOAG-Geschäftsführer Fried Saacke stellte fest, dass Oracle beim Support zu sehr am Personal spare und fragte, ob Oracle dazu bereit sei, die Support-Mitarbeiter besser zu qualifizieren und dafür mehr Geld auszugeben. Kinnen und Saacke mahnten den Software-Konzern eindringlich, die Kritik am Support ernst zu nehmen. Oracle-Managerin Rohrmann nahm sich das zu Herzen und kündigte an, die Ergebnisse der Umfrage mit dem dem Management zu diskutieren und bis Ende des Jahres eine Reaktion vorzulegen.

Seit 2002 brennt den Kunden die Problematik beim Oracle-Support unter den Nägeln; damals hat die DOAG die erste Umfrage durchgeführt, die seither im Zwei-Jahres-Turnus wiederholt wird. Die gesamten Ergebnisse der Support-Umfrage stehen hier zum Download bereit.

Die DOAG ist die einzige organisierte Interessenvertretung der Anwender von Oracle- Produkten in Deutschland. Sie vertritt über 8.000 Mitglieder, denen sie mehr als 100 Fachveranstaltungen pro Jahr anbietet. Mit mehr als 2.000 Teilnehmern ist die traditionelle Jahreskonferenz die größte dieser Veranstaltungen. Sie fand in diesem Jahr vom 20. bis 23. November im Nürnberger Kongresszentrum NCC statt.

Bildquelle: DOAG

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Berthold Wesseler DV-Dialog IT-Dienstleistung / Outsourcing
news-21374 Thu, 22 Nov 2018 21:07:13 +0100 Speed für die Supply Chain http://www.it-zoom.de/dv-dialog/e/speed-fuer-die-supply-chain-21374/ Erste Ergebnisse des Rossmanns-Projektes zur Supply-Chain-Optimierung mit Relex sind publik geworden. Nach Angaben der Verantwortlichen bei Rossmann wurden die Bestände für Promotionware um 25 Prozent gesenkt, bei gleichzeitiger Erhöhung der Verfügbarkeit. Die Software-Einführung begann 2015. Seit einem Jahr ist das Relex-System komplett ausgerollt; alle 2.100 Filialen sowie die acht Verteilzentren werden darüber disponiert. Das bedeutet jährliche Kalkulationen von Prognosen für 100 Mio. Artikel/Filial-Kombinationen. Zudem bezieht die Software des finnischen Softwarehauses mit Niederlassung in Wiesbaden verschiedene Besonderheiten in die Prognosen mit ein, etwa den Fakt, dass sich der Absatz in den Tagen nach Lohnüberweisungen deutlich erhöht. Auch Logistikkonditionen der Lieferanten und Lkw-Kapazitäten werden berücksichtigt.

Für Promotionsware verzeichnet Rossmann im Vergleich zum Vorjahr 25 Prozent weniger Überbestände bei gleichzeitiger Senkung der Out-of-Stocks um 10 Prozent. Die Out-of-Stock-Quote im Gesamtsortiment sank von früher 1,5 auf unter 1 Prozent – und die Out-of-Stock-Quote in der Weihnachtszeit wurde im Vergleich zum Vorjahr um 17 Prozent reduziert, ohne Erhöhung der Bestände.

Rossmann plant nun zusätzlich die Nutzung der integrierten Category-Management-Software von Relex, um auch die Regalplanung filialspezifisch zu optimieren. So können in Zukunft nicht nur optimale Bestellmengen, sondern auch die richtige Anzahl von Facings und weitere Layouts für jede Filiale kalkuliert werden.

Bildquelle: Rossmann

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DV-Dialog Logistik
news-21364 Thu, 22 Nov 2018 12:38:55 +0100 Warehousing für E-Zigaretten http://www.it-zoom.de/dv-dialog/e/warehousing-fuer-e-zigaretten-21364/ Die Bertelsmann-Tochter Arvato SCM Solutions hat Imperial Tobacco Japan (ITJ) als Neukunden gewonnen und übernimmt die Lagerhaltung und die E-Commerce-Distribution der in diesem Jahr auf dem japanischen Markt eingeführten Marke Myblu. Die nikotinfreien E-Zigaretten-Startersets und Liquidpods mit verschiedenen Geschmacksrichtungen kamen im Juni 2018 auf den Markt. Die neue Marke sorgte für eine hohe Nachfrage: Innerhalb der ersten Woche nach Einführung hat Arvato schon mehr als 10.000 Starter Kits versandt. Die Produkte von Myblu können in ausgewählten Lebensmittelgeschäften in Tokio, Osaka und Fukuoka, Japan, im eigenen Onlineshop, auf Amazon und auf der beliebten japanischen Online-Plattform Rakuten erworben werden.

Arvato in Japan übernimmt für ITJ alle Lagerprozesse vom Wareneingang, über die Lagerung, Pick-to-Order und das Transportmanagement bis hin zur Distribution zu den Endkunden sowie zu den Geschäftsstandorten. Um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, kommt für die Auftragsabwicklung und das Berichtswesen ein auf SAP basierendes Lagermanagementsystem zum Einsatz. „Durch unsere IT-gestützten Prozesse und unsere Qualitätskontrolle bieten wir höchste Qualitätsstandards“, verspricht Arvato-Manager Kenta Asari. „Darüber hinaus legt das Team Wert auf schnelle Durchlaufzeiten, um zu gewährleisten, dass die Endkunden die gewünschten Produkte schon am Folgetag erhalten können.“

Arvato erbringt für ITJ auch Dienstleistungen im Bereich Transportmanagement auf nationaler Ebene und übernimmt z.B. auch die Beschaffung von Verbrauchsmaterialien sowie die Retourenabwicklung inklusive Umverpackung. Die Umsetzung für dieses Projekt dauerte lediglich acht Wochen; um nach der Produkteinführung und dem Start des neuen Vertriebskanals auf der Online-Plattform Rakuten für einen reibungslosen Ablauf zu sorgen, wurde die Versandkapazität im Arvato-Warenlager in Tokio für ITJ innerhalb der ersten Woche nach dem Go-Live um das 20-fache erhöht.

Bildquelle: Imperial Brands PLC

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