Tipps und Tricks: ERP-Funktionen

10 Auswahlkriterien für das ERP-System

ERP-System ist nicht gleich ERP-System: Bei der Auswahl einer neuen ERP-Lösung sollten die IT-Verantwortlichen ungedingt einige wichtige ERP-Funktionen berücksichtigen. Im Folgenden werden verschiedene Tipps und Tricks aufgezeigt.

Schweizer Taschenmesser

Funktionsvielfalt ist gefragt: Bei der Auswahl eines neuen ERP-Systems sollten wichtige Funktionen nicht außen vor bleiben.

Jedes zweite Unternehmen der Fertigungsindustrie in Deutschland fürchtet, dass seine IT-Systeme schon in ein bis zwei Jahren veraltet sein werden – so lautet ein Ergebnisse der KPMG-Umfrage „Global Manufacturing Outlook 2014“. Was häufig fehlt, ist Transparenz in der Wertschöpfungskette: 40 Prozent sehen hier deutliche Defizite.

Ein Thema, das in der Fertigungsindustrie vor allem ERP-Lösungen betrifft. Schließlich sind sie in der einen oder anderen Form bei faktisch allen installiert und bestimmen den Taktschlag der Prozesse. Und dieser Takt ist wohl bei manchen etwas holprig, wie eine globale ERP-Studie des Software-Anbieters Epicor zeigt. Demnach ist bei 80 Prozent der Befragten aus Deutschland das ERP-System für ihr Unternehmen von kritischer Bedeutung, doch rund die Hälfte bewertete die Leistung ihres aktuellen Systems nur mit adäquater oder Basisleistung. Geht es um neue ERP-Lösungen, gehören Schnelligkeit und Skalierbarkeit zu den wichtigsten Aspekten bei der Implementierung sowie an zweiter Stelle die einfache Bereitstellung mit dem Ziel, Wachstum und Dynamik in den Geschäftsprozessen zu fördern. Mit 30 Prozent Zustimmung ist es aus deutscher Unternehmersicht genauso wichtig, über ERP die Zusammenarbeit mit Kunden, Zulieferern und Kollegen für schnellere Entscheidungsfindung zu unterstützen.

Ergebnisse, die Epicor-Projektexperten aus der Projektpraxis bestätigen: „Gut ist nicht genug – es muss auch schnell sein“, sagt Hermann Stehlik, Regional Vice President Zentraleuropa bei dem Softwarehaus. „Der Schlüssel zu beschleunigter Reaktionsfähigkeit liegt allerdings nicht in oberflächlicher ERP-Funktionsvielfalt. Vielmehr geht es um die Frage, auf welche Weise Daten verarbeitet, in Kontext gesetzt und zur Verfügung gestellt werden. Die Antwort darauf liegt im durchdachten Einsatz moderner Technologie.“ Als ERP-Leitlinien für beschleunigte Reaktionsfähigkeit kann man daher folgende Kriterien identifizieren:

Soziales ERP: Im ERP integrierte Social-Media-Technologien beschleunigen den Austausch mit Kollegen, externen Partnern sowie Zulieferern und Kunden. Entscheidend sind dabei zwei Dinge: Zum einen muss Social ERP automatisiert mit den Unternehmensdaten in Kontext gesetzt werden, um daraus nachhaltig Wissen zu generieren und den Zugriff darauf über Enterprise Search-Funktionen zu ermöglichen. Zum anderen sollte Social ERP – eingebunden in die übergreifende IT-Security – über Browser auch für Nicht-ERP-Anwender zugänglich sein, um jederzeit Fachleute hinzuziehen zu können.  

Mobiles ERP: Wer auch über Tablets komplett auf ERP-Daten zugreifen kann und selbst mit Smartphones über die wichtigsten ERP-Informationen verfügt, hat bei Meetings, Verhandlungen und Vor-Ort-Services einen klaren Zeit- und Produktivitätsvorteil.

Automatisches ERP:
Statt Informationen im ERP suchen zu müssen, sollten sie über automatisierte Suchabfragen schlicht parat sein. Sind Abfragen bzw. Business Activity Queries (BAQ) einfach zu erstellen, kann damit jeder ERP-Anwender ohne Hilfe der IT-Abteilung die individuell relevanten Vorgänge im Blick behalten, in Echtzeit nachverfolgen und Alarme beim Eintreten bestimmter Ereignisse definieren.

Analytisches ERP:
Zentrale Datenhaltung und im ERP integriertes Business Intelligence beschleunigen über alle Unternehmensdaten hinweg Analysen, um Wertbeiträge von Prozessen analysieren zu können und Schwachstellen aufzudecken.

Komfortables ERP: Trends und kritische Zahlen im Überblick zu behalten gelingt am besten mit Dashboards, die jederzeit auf persönliche Anforderungen anpassbar sind. Unterwegs oder am Arbeitsplatz vereinfachen Dashboards die Sicht auf Zusammenhänge und beschleunigen die Entscheidungsfindung.

Integriertes ERP: Für beschleunigte Optimierungen und Fehleranalysen ist für die Fertigungsindustrie entscheidend, das Unternehmensmanagement eng mit der Produktion zu verzahnen. Für Echtzeitanalysen ist daher eine Integration von ERP mit Manufacturing Execution Systems (MES) unverzichtbar, um strategische Ziele mit den Zwängen der Fertigung direkt abzustimmen.

Vertriebsorientiertes ERP: Moderne ERP-Lösungen sollten für eine schnelle Echtzeit-Integration mit E-Commerce-Plattformen vorbereitet sein. Dies beschleunigt die Auftragsabwicklung und die Umsetzung von Strategien im Multi-Channel-Commerce.

Flexibles ERP: Mit service-orientierten Software-Architekturen (SOA) lassen sich individuelle Geschäftsmodelle schneller abbilden und verändern, ohne spätere Release-Wechsel zu beeinträchtigen.

Anpassungsfähiges ERP: Ein hoher Automatisierungsgrad ist zwar wünschenswert, doch nur wenn sich Prozesse sich auch schnell wieder verändern lassen, ist Automatismus ein Vorteil und wird nicht zum starren Korsett. Daher sollten es Funktionen für Business Process Management (BPM) erlauben, Workflows einfach über eine grafische Oberfläche zu gestalten und regelbasiert ablaufen zu lassen.

Variables ERP: Ob im eigenen Rechenzentrum, in der Cloud oder als Hosted-Service: ERP-Lösungen sollten in jeder Variante oder einer Kombination davon installiert werden können und dabei immer ein einheitliches System bilden. So lassen sich auch dezentrale Standorte wirtschaftlich integrieren und Cloud-Strategien individuell umsetzen.

Bildquelle: Thinkstock/Liquidlibrary

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