Automatisierung auf breiter Front

4 Strategien für moderne Rechenzentren

Wenn immer weniger Mitarbeiter immer komplexere Aufgaben in einem Rechenzentrum (RZ) übernehmen müssen, scheint der nächste logische Schritt eine Automatisierung auf breiter Front zu sein.

Data Center

Die Unternehmen sind praktisch gezwungen, immer mehr IT-Leistung aus der Cloud zu beziehen.

Rechenzentren müssen im Rahmen zahlreicher gesetzlicher Datenschutzregelungen in Sachen Sicherheit aufrüsten. Gleichzeitig setzt die unternehmensweite Digitalisierungsstrategie den intelligenten Einsatz ­moderner Technologien voraus. Dabei zählen insbesondere Flexibilität und Schnelligkeit. Vier Lösungselemente – vom Software-defined Data Center (SDDC) bis hin zur Plattformlösung – können helfen, diese Aufgabe zu erleichtern.

Virtualisierung im Software-defined Data Center


In Unternehmen geht der Trend zur Virtualisierung und hat nicht nur Compute-Ressourcen, sondern längst auch Storage und Netzwerk erfasst: Infrastrukturvirtualisierung schafft eine logische, sicherheitsüberwachte Laufzeitumgebung und entkoppelt die Anwendungen von der darunterliegenden Hardware. Die Provisionierung, Konfiguration und der Betrieb der Infrastruktur lassen sich so vollständig über Software steuern, überwachen und automatisieren.

Virtualisierung steigert zudem die Effizienz. Ein Beispiel: Laut den Analysten von IDC erreichen die Kunden mit Veeam-Verfügbarkeitslösungen eine Steigerung der SLA-Compliance um 20 Prozent. Weitere Vorteile eines SDDC sind beispielsweise höhere Ausfallsicherheit, höhere Rentabilität im Vergleich zu konventionellen Ansätzen sowie einfachere Einbindung von Private-, Public- und hybriden Clouds und Multi-Cloud-Managementfähigkeiten.

IT-Verantwortliche müssen sich mit neuen Betriebsmodellen beschäftigen und Voraussetzungen für den Betrieb einer Multi-Cloud-Umgebung schaffen. Ob nur einzelne Anwendungen oder komplette Plattformen – der Trend geht zum „Data Center as a Service“-Modell, bei dem Unternehmen ganz unterschiedliche Dienste aus der Cloud beziehen, um die bestehende IT-Landschaft gezielt auszubauen. Bestimmte Geschäftsanwendungen, aber auch Administrationsaufgaben lassen sich immer einfacher aus der Cloud einkaufen. Externe Dienstleister werden aber häufig auch beauftragt, um SLAs besser einzuhalten. Das lohnt sich beispielsweise bei Backup und Disaster Recovery. Angebote wie Backup as a Service (BaaS) und Disaster Recovery as a Service (DRaaS) verzeichnen daher eine steigende Nachfrage. Die Fachabteilungen sollten hier unbedingt in die Lösungsauswahl einbezogen werden, da sie am besten die Wichtigkeit ihrer unterschiedlichen Daten sowie die erforderlichen Recovery Time Objectives (RTO) und Recovery Point Objectives (RPO) einschätzen können.

Ein weiterer Grund für den Einsatz von Cloud-Lösungen sind fehlende Ressourcen. In vielen Unternehmen ist die Situation kritisch: Häufig fehlt es nicht nur an IT-Experten, sondern auch am notwendigen Kapital, um mit dem technologischen Wandel und den Anforderungen der Digitalisierung mithalten zu können. In Deutschland fehlen laut Bitkom rund 55.000 IT-Fachkräfte. Gerade die Arbeit in Rechenzentren gilt als stressig und unsexy, denn IT-Profis müssen immer verfügbar sein. Die Folge: Die Unternehmen sind praktisch gezwungen, immer mehr IT-Leistung aus der Cloud zu beziehen.

Automatisierung und Self-Services für Anwender


Wenn immer weniger Personal immer komplexere Aufgaben im Rechenzentrum übernehmen muss, ist der nächste logische Schritt eine Automatisierung auf breiter Front. Fachabteilungen und Unternehmensleitung erwarten von ihrer IT immer mehr Leistung und schnelle Umsetzung. Im Zuge der Digitalisierung müssen Anwender daher mehr Eigenverantwortung übernehmen, nicht nur für ihre mobilen Endgeräte. Wenn IT-Abteilungen ihnen Self-Services, etwa für Datensicherung, sowie die entsprechende Aufklärung und Ausbildung anbieten, entlasten sie langfristig das eigene Personal. Prozesse in der Datensicherung und Disaster Recovery zu automatisieren, reduziert zudem Routineaufgaben, verbessert Bedienerfreundlichkeit, Widerstandsfähigkeit und Compliance. Automatisierung ermöglicht darüber hinaus nicht nur die Einbindung der Anwender, sondern auch den Einsatz weniger erfahrener IT-Fachkräfte. Den Trend zu Anwender-Self-Services sollte die IT-Abteilung als Chance sehen, ihre Ressourcen anderweitig und effizienter einzusetzen.

Automatisierung bedeutet nicht Kontrollverlust – im Gegenteil werden IT-Infrastrukturen dadurch robuster und widerstandfähiger. Dies gelingt aber nur, wenn Monitoring, Kontrolle und im Fehlerfall auch die Alarme funktionieren. Voraussetzung ist eine systematische, durch Software gestützte Steuerung der Infrastruktur, um neue Services und Applikationen schnell und einfach einzubinden. Ohne Virtualisierung wird eine Automatisierung nicht funktionieren. Nur so lässt sich Software für eine einfache und effiziente Steuerung der IT nutzen. Virtualisierung und weitgehende Automatisierung helfen, Kosten bei höchstmöglicher Effizienz vergleichsweise gering zu halten. IT-Budgets steigen zwar – und das nicht unerheblich –, aber immer weniger davon fließt in Innovationen. Laut IDC wandern fast 50 Prozent der IT-Ausgaben in Aufgaben, die den reibungslosen Geschäftsbetrieb gewährleisten. Indem Basisaufgaben wie etwa Backup und Recovery aus der Cloud über eine nutzungsbasierte Abrechnung bezogen werden, setzen Unternehmen wichtige Ressourcen für strategische IT-Projekte frei.

IT-Infrastrukturen werden mit der zunehmenden Adaption von privaten, hybriden, Public und Managed Clouds immer heterogener und komplexer. Um in diesen hybriden Strukturen die Verfügbarkeit von Daten und Anwendungen sicherzustellen, ist eine gleichförmige Backup- und Recovery-Lösung über alle Plattformen hinweg erforderlich.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 01-02/2018. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Das gilt für die geschützte Dateninsel mit Entwicklungsdaten bis hin zur Public-Cloud-Anwendung für Office-Anwender. Integriert in eine Plattform können Datensicherungsmechanismen zentral gesteuert und überwacht werden. So schaffen Organisationen die Basis für einen erfolgreichen digitalen Wandel, bringen ihre Infrastruktur auf den aktuellen Stand und sorgen für Effizienz in der IT.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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