Automatisierung kann helfen

5 Voraussetzungen für erfolgreiches DevOps

Oft führen DevOps-Projekte nicht zum gewünschten Erfolg oder scheitern sogar. Fünf zentrale Prämissen für eine erfolgreiche DevOps-Einführung nennt der Münchner IT-Full-Service-Provider Consol.

Software-Code

Mit agilen Methoden wie Scrum oder Extreme Programming stehen zwar geeignete Mittel zur schnellen Software-Entwicklung zur Verfügung, doch der damit erzielte Geschwindigkeitsgewinn wird häufig vom schleppenden Übergang in den Betrieb wieder verworfen.

DevOps-Ansätze reichen bis in die späten 1990er Jahre zurück, sie sind also prinzipiell nichts Neues. Dennoch führen viele Projekte nach wie vor nicht zum gewünschten Ergebnis. Fünf Punkte sollten in DevOps-Kundenprojekten deshalb auf jeden Fall beachtet werden:

1. Kulturwandel aktiv angehen


Klar ist, dass zwischen Entwicklung und Betrieb zunächst einmal ein Interessenkonflikt besteht. Sind für den Entwickler Kreativität und Flexibilität wichtig, so kommt es im IT-Betrieb vor allem auf die Kriterien „Stabilität“ und „Verfügbarkeit“ an. Arbeiten im Rahmen einer DevOps-Strategie nun Entwickler und Verantwortliche für den IT-Betrieb gemeinsam in Teams an Konzeption, Entwicklung, Test und Betrieb von Applikationen, erfordert dies neben organisatorischen Veränderungen auch einen Kulturwandel. Das bedeutet z.B. auch, dass sich die Teammitglieder mit den jeweiligen Anforderungen und Prozessen sowohl von Entwicklung als auch Betrieb auseinandersetzen müssen. Das Thema „Wandel in der Unternehmenskultur“ muss unter Einbindung des Managements bei DevOps-Projektstart aktiv angegangen werden, um künftige Reibungsverluste in den interdisziplinären Teams zuverlässig auszuschließen.

2. Investitionsvolumen berücksichtigen


Klar ist, dass erfolgreich durchgeführte DevOps-Projekte mittel- und langfristig Vorteile mit sich bringen: von einer höheren Qualität und Flexibilität, über schnellere Software-Release-Zyklen bis hin zu Kosteneinsparungen. Zu erreichen ist dies aber nur, wenn die erforderlichen Anfangsinvestitionen getätigt werden. Dies ist oft nicht der Fall. Jedem Unternehmen muss bewusst sein, dass die DevOps-Einführung zunächst immer mit einer Kostensteigerung im IT-Bereich verbunden ist. Die Leitungsebene des Unternehmens muss deshalb von Anfang an in DevOps-Projekte eingebunden werden und alle erforderlichen Investitionsentscheidungen nachhaltig unterstützen.

3. Simulationsumgebung nutzen


Die Prozesse in der Entwicklung und Produktion unterscheiden sich erheblich. So sind z.B. Applikationen in der Produktion immer in eine größere Systemumgebung eingebunden. Der Entwickler arbeitet hingegen oft völlig autark an einer Software auf seinem Desktop-PC oder Notebook, ohne dass diese beispielsweise die erforderliche Verbindung zu einem SAP-System hat. Dem Entwickler in einem solchen Fall eine SAP-Einzelplatzlizenz bereitzustellen, ist allein schon aus Kostengründen meistens kein gangbarer Weg, also wird es in der Regel unterlassen und Fehler in der Software sind damit quasi vorprogrammiert. Die Alternative lautet: die Nutzung einer Simulationsumgebung. Dies wird von vielen Unternehmen aber nach wie vor unterlassen, obwohl es nicht zwangsläufig mit hohen Kosten verbunden ist. Es gibt hier durchaus auch kostengünstige Open-Source-Produkte.

4. Manuelle Prozessschritte eliminieren


Um die vollen DevOps-Vorteile nutzen zu können, müssen natürlich möglichst auch alle Prozesse automatisiert ablaufen. Manuelle Tätigkeiten sind aber vor allem im Bereich „Testing“ noch häufig an der Tagesordnung. So ist es kein Einzelfall, dass Fachabteilungen die funktionale Integrität einer Applikation händisch und damit arbeitsintensiv überprüfen. Dem DevOps-Ansatz, der zu einer schnelleren Bereitstellung von Software beitragen soll, widerspricht dies aber. Manche Unternehmen bleiben der manuellen Vorgehensweise auch deshalb treu, da etliche Testing-Tools durchaus auch mit nicht unerheblichen Kosten verbunden sind. Doch dies greift eindeutig zu kurz, da es auch in diesem Bereich Open-Source-Lösungen gibt, die eine umfassende Testing-Funktionalität bieten: von Funktions-, über Last- und Performance-Tests bis zu End-to-End-Tests.

5. Systembrüche reduzieren


Auch in DevOps-Strukturen werden Entwicklungs-, Integrations- und Produktionsumgebung oft isoliert betrachtet. In jedem Bereich werden eigene Tools eingesetzt, die aber als Insellösungen nicht miteinander verknüpft werden. Dies entspricht ebenfalls nicht dem eigentlich integrativen DevOps-Konzept. Ziel muss es sein, eine zentrale Vernetzung sicherzustellen. Auch hier sehen etliche Unternehmen – oft aus Unkenntnis – keine Möglichkeiten. Es handelt sich aber ebenso um einen Trugschluss, man muss nur an Tools im Umfeld von Openshift oder Ansible denken.

Das zur CXP Group gehörende Marktanalyse- und Beratungsunternehmen Pierre Audoin Consultants (PAC) mahnt auch vor dem Hintergrund wachsender Anforderungen an Flexibilität, Agilität und Schnelligkeit im Geschäftsumfeld zu einer engeren Verzahnung von Software-Entwicklung und IT-Betrieb. Joachim Hackmann, Principal Consultant Software & Related Services, führt aus: „Im Zuge der Digitalisierung werden kurze Innovationszyklen zu einem wettbewerbskritischen Faktor. Mit agilen Methoden wie Scrum oder Extreme Programming stehen zwar geeignete Mittel zur schnellen Software-Entwicklung zur Verfügung, doch der damit erzielte Geschwindigkeitsgewinn wird häufig vom schleppenden Übergang in den Betrieb wieder verworfen. Knapp 30 Prozent der von uns im Rahmen einer aktuellen DevOps-Studie befragten IT-Verantwortlichen beklagten beispielsweise Reibungsverluste, weil Test- und Zielumgebung nicht aufeinander abgestimmt sind. Hier kann eine verbesserte Automatisierung helfen. In der Tat planen oder diskutieren 58 Prozent der Nutzer mit DevOps-Erfahrungen Investitionen in Tools und Plattformen, die etwa das Testing verbessern.“

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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