Robotik-Markt

87 Milliarden Dollar für Roboter bis 2025

Investitionen fließen jetzt stärker in den Konsumentenmarkt. Haushaltsroboter gelten als zukünftiges Massenprodukt.

Spot Mini von Boston Dynamics

Roboter werden immer besser. Was noch vor wenigen Jahren als problematisch galt, wird nun bewältigt - etwa Treppensteigen oder Türen öffnen. Eine Demonstration aktueller Entwicklungen in der Robotik zeigte das MIT Biomimetics Robotics Lab auf einer Veranstaltung des Blogs TechCrunch. Im Unterschied zu seinen Vorgängerversionen kann der Roboter Cheetah 3 nun auch praktische Aufgaben erfüllen - er ist für Such- und Rettungsmissionen gedacht.

Von außen wirkt der Roboter wie ein alter Bekannter, denn die kommerziellen, vierbeinigen Roboter von Boston Dynamics haben ihren Ursprung ebenfalls im MIT. Doch das ehemals zu Google gehörende Unternehmen ist nicht das einzige Robotik-Startup, das alltagstauglichen Alltags-Roboter bauen will. Die Analysten von CBInsights zählen mehr als 80 größere Robotics-Startups, darunter beispielsweise das chinesische Einhorn UBTECH, das familientaugliche, humanoide Roboter entwickeln will.

Interessant übrigens, dass Haushaltsroboter wohl aus China kommen werden. Denn insgesamt acht chinesische Startups arbeiten an diesem Thema. Auch in anderer Hinsicht sind chinesische Unternehmen stark an Robotik und verwandten Technologien interessiert, siehe den Aufkauf von Segway durch den Transportroboter-Produzenten Ninebot und von KUKA durch den Haushaltsgerätehersteller Midea.

Im Windschatten von zuletzt stärker gehypten Begriffen wie Blockchain oder Machine Learning hat sich das Thema im letzten Jahr enorm entwickelt. Insgesamt sind laut Cbinsights seit 2012 drei Milliarden Dollar in Robotik-Startups geflossen. Das stärkste Wachstum hat der Sektor der Industrieautomation zugelegt, fast die Hälfte der VC-Deals galt diesem Bereich.

Investitionen in „Consumer Robotics“ steigen

Doch auch jenseits von Venture Capital wird fleißig in Robotik investiert. Die Boston Consulting Group (BCG) hat in einer Studie festgestellt, dass sich der Markt in der letzten Zeit stark entwickelt hat. Nach Ansicht von BCG fließen gut 40 Prozent aller weltweiten Robotik-Investitionen in „Consumer Robotics“, wozu allerdings auch die eher simplen Staubsauger- und Rasenmäher-Robots gehören.

Ganz generell scheint der Markt sehr stark zu wachsen, schneller als die Experten vermutet hatten. In einer Studie von 2014 erwartete BCG, dass die Investitionen von großen und kleinen Unternehmen in den Robotikmarkt bis zum Jahre 2025 einen Gesamtwert von 67 Milliarden Dollar erreichen werden. In der aktuellen Studie hat die Unternehmensberatung diese Schätzung auf 87 Milliarden erhöht. Ein großer Teil des Anstiegs geht auf das Konto von Haushaltsrobotik und autonomen Fahrzeugen.

Nach Ansicht der BCG-Analysten ist der Markt bereit für die nächste Runde der Weiterentwicklung. Aktuelle Roboter verfügen häufig über Spracherkennung und Sprachsynthese, können via Internet und Cloud auf enorme Mengen von Daten zugreifen, besitzen Lernfähigkeit und eine größere Mobilität. Hinzu kommt, dass sie durch moderne Sensorik viel besser als ihre Vorfahren mit ihrer Umgebung interagieren können.

Der technische Fortschritt legt nahe, Roboter zu flexiblen und multifunktionalen Haushaltshelfern zu machen. Doch auch Industrieroboter profitieren: Sie müssen in Zukunft nicht mehr umzäunt werden und sind in der Lage, mit Menschen ohne Verletzungsgefahr zusammen zu arbeiten. Doch der Massenmarkt für Robotik liegt nach Ansicht der BCG-Experten im Consumer-Segment.

Sobald mit Haushaltsroboter tatsächlich größere Umsätze erzielt werden können, beginnt nach Analyse der Unternehmensberatung eine Aufwärtsspirale: Roboter werden alltäglicher und ihre Fähigkeiten bekannter, sodass ein zunehmender Bedarf entsteht, die Verkaufszahlen steigen und in der Folge stärker in neue Fähigkeiten der Roboter investiert wird. Allerdings: Die Schwelle zum Massenmarkt ist noch fern, selbst die derzeit besten Roboter wie Spot Mini tun sich mit dem Einräumen der Geschirrspülmaschine noch schwer.

Bildquelle: Boston Dynamics

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