Verbessertes Stammdatenmanagement

Abschied von manuellen Datenprozessen

Die Klingel-Gruppe, ein 1923 in Pforzheim als Textilversandhändler gegründeter Omnichannel-Anbieter, treibt die Digitale Transformation mit einem KI-gestützten System für das Datenmanagement voran.

  • Gebäude der Klingel Group

    Zur Klingel Group gehören insgesamt 15 Marken und 2.500 Mitarbeiter.

  • Gebäude der Klingel Group

    Dem Unternehmen gelang der Wandel vom traditionellen Versandhandelsunternehmen zu einem konkurrenzfähigen europäischen Omnichannel-Player.

Ziel des Versandhändlers war eine zentral verwaltete, aber dennoch agile IT-Infrastruktur, die auf einer Master-Data-Management-Lösung (MDM) basiert. Das klassische Geschäft generiert Klingel im Online-­Handel: Mode, Schmuck, Schuhe, Lifestyle-Artikel, Heimtextilien und Möbel, Accessoires und Elektro­geräte werden über einen Printkatalog und eine wachsende Zahl von mittlerweile 60 Webshops und Plattformen sowie über diverse Online-Kanäle vertrieben. Kunden in ganz Europa können die Produkte über die verschiedenen Kanäle bestellen. Um auch den An­forderungen im Hinblick auf mobile Bestellmöglich­keiten gerecht zu werden, leitete Klingel bereits 2010 die Transformation vom traditionellen Versandhaus zum Omnichannel-Händler ein. Das Unternehmen ­bearbeitet mehrere Millionen Bestellungen für zwölf europäische Märkte jährlich – und muss die dazuge­hörige Vielzahl an ­Daten sicher und nachvollziehbar speichern. Klingel benötigte daher bessere Produkt­daten und effiziente Prozesse. Die Lösung war ein Master-Data-Management-System, die Implementierung einer einzigen, über­geordneten Anwendung, in der alle kritischen Geschäftsdaten und Prozesse zusammenlaufen. Kombiniert mit Analyse-Tools und ­einer auf Machine Learning basierten Prozessauto­matisierung ermöglicht MDM ein verbessertes Datenmanagement.

Die Klingel-Gruppe ...
... ist ein traditionsreiches Familienunternehmen, das seit vielen Jahren im Multichannel-Distanzhandel tätig ist. In mehr als 60 verschiedenen Webshops bietet der Händler seinen Kunden Mode, Schmuck, Schuhe und Lifestyle-Artikel an. Zu dem Konzern gehören 15 Marken und 2.500 Mitarbeiter, die sowohl in Deutschland als auch im Ausland vertreten sind.

Nach einem dreimonatigen Evaluierungsprozess mit mehreren konkurrierenden Lösungen hat sich Klingel mit Unterstützung von Parsionate, einem Informatica-Partner, für die Informatica-MDM-Lösung entschieden. „Die Lösung ist flexibel und erstellt einen sogenannten Golden Record. Doubletten werden außerdem automatisch abgeglichen und gelöscht. Das Ergebnis ist eine belastbare Datenbank, mit deren Hilfe wir besser als zuvor Entscheidungen hinsichtlich neuer Produkte oder Services treffen können. Wir wissen somit endlich, was unsere Kunden wirklich wollen“, erläutert Sascha Fritsch, Teamleiter bei Klingel und verantwortlich für die Implementierung.

Zähes Stammdatenmanagement

In früheren Jahren erschien zunächst der Printkatalog, dann wurde eine lokale Agentur damit beauftragt, die neuen Produkte und Informationen manuell in ein bestehendes System für Product Information Management (PIM) einzugeben. Das Bereitstellen dieser Daten dauerte mehrere Wochen, einige Produkte und Informationen schafften es sogar überhaupt nicht „online“, was sich wiederum negativ auf den Umsatz auswirkte. „Bei den bisherigen manuellen Prozessen hatten wir keinen Einblick, wann oder warum Produkte oder Produktbeschreibungen online waren oder nicht“, erklärt Sascha Fritsch. „Früher konnten wir erst Wochen, nachdem die Produkte aus unserem Printkatalog bereits verfügbar waren, Einnahmen über unsere Online-Kanäle erzielen. Wir wollten eine schnelle, analytische, automatisierte Methode zum Importieren, Exportieren und Verwalten komplexer Daten.“

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 10/2019. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Dank der neuen Lösung ließen sich die Verfügbarkeit und Bereitstellungsgeschwindigkeit umfassender Produktdaten und Informationen optimieren – damit verbesserte sich auch die Zufriedenheit der Kunden. Dies reduzierte die Anzahl der Kunden- und Service-Anfragen und senkte das Retourenaufkommen signifikant. Auch mehr als drei Millionen verschiedene Stock Keeping Units (SKU) sowie über 90 Terabyte an Produktbildern mussten effizient verwaltet werden. Das alte System war nicht in der Lage, diese Datenmengen zu bewältigen. Daher entschied sich Klingel auch hier für den Einsatz der modernen MDM-Lösung. Es war nun möglich, alle Produktdaten mit automatisierten Prozessen anstelle einer manuellen Dateneingabe zu integrieren und zu verwalten. Die Lösung ermöglicht es auch, spezielle Formate und komplexe Produktdaten wie Bilder, Grafiken, Dokumente, Audiodateien und Videos zu nutzen, die von verschiedenen Lieferanten bereitgestellt werden. „Wir verfügen nun über leistungsstarke Import- und Exportfunktionen sowie vielfältige Funktionalitäten, die es uns ermöglichen, ungenutzte Potenziale schnell zu erkennen und auszuschöpfen“, so Sebastian Klumpp, Leiter des Produktdatenmanagements bei Klingel.

Mit einem Klick zur Produktbeschreibung

Alle Produkte und deren Attribute beim Printkatalog sind nun auch online verfügbar. Die Time-To-Market für Produktneuheiten beträgt mittlerweile nur noch ein bis maximal zwei Tage – und dies über alle Vertriebskanäle hinweg, mit einem umfangreichen Satz an Produktinformationen und komplett mehrsprachig. Das Datenmanagement-Team muss nicht mehr auf die Veröffentlichung des Printkatalogs warten, um Produktinformationen und Bilder über seine Online-Kanäle zu veröffentlichen. „Zum ersten Mal können wir jetzt jede Produktbeschreibung in jeder Sprache mit KI-Unterstützung schreiben, sodass wir für mehr als drei Millionen Artikel mit einem Klick genaue und vollständige Produktbeschreibungen für alle 15 Marken erstellen können. Wir haben damit perfekte Transparenz. Jeder im Unternehmen sieht auf einen Blick, welche Produkte in welchen Kanälen gelistet sind und warum. Dies ermöglicht eine höhere Zahl an Omnichannel-Verkäufen und reduziert gleichzeitig die Retouren. Die optimierte Positionierung hilft uns auch dabei, unsere Marken auf digitalen Marktplätzen wie Amazon, Ebay und Otto besser zu verkaufen“, resümiert Sebastian Klumpp. So gelang der Wandel vom traditionellen Versandhandelsunternehmen zu einem konkurrenzfähigen europäischen Omnichannel-Player. Die deutlich höhere Sichtbarkeit der Produkte und die insgesamt optimierten Informationen sorgten für eine deutlich verbesserte Kundenzufriedenheit. Weitere Gründe dafür waren ein effektives Datenmanagement über alle Kanäle hinweg sowie der Einsatz moderner Analysetools. Klingel konnte damit nicht nur die Betriebskosten reduzieren, sondern ist mit dem neuen MDM-System auch bestens für die Zukunft gerüstet.

*Der Autor Oliver Schröder ist Geschäftsführer EMEA Central bei Informatica.

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