Finanzchef Swan übernimmt Chefposten

Affäre am Arbeitsplatz: Intel-Chef Krzanich tritt zurück

Intel-Chef Brian Krzanich hat seinen Job wegen einer früheren Mitarbeiterbeziehung verloren. Der 58-Jährige reichte seinen Rücktritt ein, nachdem der Chipkonzern von der Affäre erfuhr.

Intel-Chef Brian Krzanich hat seinen Rücktritt eingereicht. ((Foto: Richard Drew/AP))

Intel-Chef Brian Krzanich hat seinen Rücktritt eingereicht. ((Foto: Richard Drew/AP))

Der bisherige Finanzchef Robert Swan übernimmt mit sofortiger Wirkung den Chefposten und den Sitz im Verwaltungsrat, wie Intel im kalifornischen Santa Clara mitteilte. Es sei zunächst eine Übergangslösung.

Eine interne Untersuchung habe zwar ergeben, dass die Beziehung einvernehmlich war, Krzanich habe damit jedoch gegen den Verhaltenskodex verstoßen, hieß es. Der 58-Jährige ist seit 1982 für Intel tätig, 2015 war er zum Vorstandschef ernannt worden. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Krzanich hatte sich auf die Fahnen geschrieben, die Abhängigkeit Intels vom seit Jahren schrumpfenden PC-Markt zu verringern. Es gelang ihm jedoch nicht, Intel-Chips doch noch in Smartphones und Tablet-Computer zu bringen – dieses lukrative Geschäft beherrscht Technologie des Chipdesigners ARM. Auch die Wette auf die sogenannten Wearables – tragbare Computer wie Smartwatches – schlug fehl. Intel macht aber gute Geschäfte mit Chips für Rechenzentren und drängt auch ins Cloud-Geschäft. Mit dem Kauf des Autozulieferers Mobileye will sich Intel zudem groß bei der Entwicklung selbstfahrender Autos mitspielen und arbeitet u.a. an den Roboterwagen von BMW mit.

Vertuschung durch falsche Abrechnungen


In die Kritik geriet Krzanich Anfang des Jahres als die schwerwiegenden Sicherheitslücken in der Prozessorarchitektur bei Intel und anderen Anbietern öffentlich wurden. Intel wurde bereits im Sommer 2017 über die Schwachstelle informiert und arbeitete mit IT-Sicherheitsforschern an einer Lösung. Krzanich verkaufte aber noch im Herbst ein Paket von Intel-Aktien – und die Anmeldung dafür erfolgte nachdem der Konzern von der Schwachstelle erfuhr. Der Aktienverkauf wurde kritisiert, weil die Intel-Aktie nach Bekanntwerden der Schwachstelle absackte.

Krzanich ist nicht der erste US-Konzernchef, der über eine Beziehung am Arbeitsplatz stürzt. Bei Boeing wurde Harry Stonecifer 2005 zum Rücktritt gedrängt, nachdem eine Affäre mit einer Mitarbeiterin bekannt wurde. Mark Hurd verlor 2010 den Chefposten beim Computerkonzern Hewlett-Packard, weil der Verwaltungsrat zu dem Schluss kam, dass er Kontakte zu einer externen Mitarbeiterin u.a. durch falsche Abrechnungen vertuschen wollte.

dpa/ls

©2018Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok