Entwicklungsprojekte

Agil zum Ziel

Innovationen sind unabdingbar für den Erfolg vieler Unternehmen. Solche, die ohne Software und Systeme realisiert werden können, scheinen heute keine Rolle mehr zu spielen: Software treibt die Mehrzahl der Geräte, mit denen wir täglich umgehen.

Radfahrer, Bildquelle: iStockphoto.com/ElChoclo

Die Entwicklungsprojekte, welche diese Innovationen möglich machen, sind höchst anspruchsvoll und mit unterschiedlichen Risiken behaftet. Die Ursachen hierfür sind vielfältig. Sie können unter anderem im technischen Bereich liegen, aber auch in Teamstrukturen wie geografische oder interdisziplinäre Verteilung oder in den eingesetzten Prozessen. Viele Risiken mit hohem Verlustpotential verstecken sich auch in den Schnittstellen zwischen den Expertenteams, Produktmanagement, Projektmanagement und anderen Beteiligten.

Zu diesen Risiken trägt, neben der teilweise unzureichenden Kommunikation zwischen den verschiedenen Teams und Funktionsdomänen, vor allem die isolierte Verwendung von Werkzeugen bei, die sich nicht zu einer gemeinsamen Plattform verbinden lassen. Proprietäre Formate verhindern die leichte Austauschbarkeit der Resultate und der Prozesskontext fehlt. Mit den Softwarewerkzeugen, die oft unter dem Begriff „Lifecycle Management“ zusammengefasst werden, verbindet man die Projektphasen und die beteiligten Teams über das ganze Unternehmen hinweg und stellt eine Art Infrastruktur für den automatischen Austausch von Informationen, für die Synchronisation von Projektdaten über das gesamte Team und für jederzeit aktuelle Reports über den Status des Projektes zur Verfügung.

Offene Standards

Mit dem Jazz-Framework von IBM ist beispielsweise eine Plattform verfügbar, die Teams und deren Aufgaben über den gesamten Bereitstellungszyklus für Software und Systeme integriert. Organisationen, die dieses Framework verwenden, können einschätzen, wie sich die Änderung einer Anforderung auf Builds auswirkt, und können dadurch noch genauer bestimmen, was durch wen geändert werden muss. Mit dieser Integration in den gesamten Lebenszyklus wird eine werkzeuggestützte Prozessführung erreicht, bei der die Werkzeuge selbst den Entwicklungsprozess verstehen, für den sich das Team entschieden hat.

Diese Technologie ist skalierbar für Entwicklungsumgebungen jeglicher Größe, von sehr kleinen Teams bis zu großen, dezentralen Organisationen. Die Verantwortlichen haben die Möglichkeit, Werkzeuge und Technologien für die Software-Entwicklung und -bereitstellung nach Bedarf zusammenzustellen, um zu jedem Zeitpunkt eine optimale Ausstattung ihrer Entwicklungsumgebungen zu erreichen.

Offene Standards wie die Eclipse-Plattform leisten weitreichende Unterstützung für die Werkzeug- und Prozessintegration. Die Kollaborationsplattform sorgt außerdem für die Einbeziehung des Teams und die Koordination von Best Practices und prozessbedingten Abläufen – über die lokale Integration auf der Workstation hinaus.

In dieser automatisierten Prozessumgebung werden Arbeitspakete zugeordnet und verwaltet – mit einer weitgehend automatisierten Versionskontrolle und Konfigurationsmanagement sowie einer auf Software-Entwicklung abgestimmten Projektmanagementfunktionalität. Basisfunktionen für Änderungsmanagement und Fehlerverfolgung sind ebenfalls enthalten.

Formale oder agile Entwicklung?

Eine Entscheidung über die Entwicklungsmethode ist mit dem Einsatz einer solchen Plattform jedoch nicht vorweggenommen: Wie soll also heute Software entwickelt werden ? Agil oder Wasserfall? Nach Scrum oder nach XP? Nach dem Team Software Process, dem Eclipse Way, OpenUP oder RUP? Ein dogmatischer Methodenstreit hilft hier nicht weiter; vielmehr geht es um die pragmatische Auswahl aus Best Practices und deren Anpassung an die Randbedingungen, unter denen die Software-Entwicklung stattfindet.

Viele der Widersprüche, die sich aus der Forderung nach Agilität im Kontext der geografischen Gegebenheiten und der unvermeidlichen Bürokratie ergeben, können durch den sinnvollen Einsatz geeigneter Entwicklungswerkzeuge gemildert werden: Das Web macht uns vor, wie man auch über räumliche Distanzen und viele Zeitzonen hinweg eng zusammenarbeiten kann. Und viele manuelle Tätigkeiten zur Erfüllung der notwendigen Prozessbürokratie können ebenfalls automatisiert werden. Wenn Kollaboration und Prozessautomatisierung direkt in die Entwicklungswerkzeuge integriert sind, kann sich der Entwickler auf seine kreativen Kernaufgaben konzentrieren und in einem verteilten Team agil im Sinne von sehr selbstorganisiert arbeiten. Er wird entlastet von vielen Nachweispflichten, da diese Daten von dem integrierten Werkzeug automatisch erfasst werden, natürlich mit der gebotenen Einhaltung datenschutzrechtlicher Bestimmungen und einschlägiger betrieblicher Vereinbarungen.

Eine Kollaborationsplattform wie Jazz ist geeignet, diesen Ansprüchen moderner Software-Entwicklung gerecht zu werden. Sie ermöglicht die Realisierung einer durchgängigen, prozessgestützten Entwicklungsumgebung, die alle Aspekte einer Produktentwicklung adressiert. Alle Entwicklungsartefakte werden durchgängig verknüpft und konsistent, ohne Medienbrüche, von den ersten Anforderungen und Konzeptbeschreibungen eines Systems über die Detailumsetzung bis zur Testphase weitergereicht. Dies ermöglicht eine umfassende Traceability.

Auf der Plattform kommen talentierte Entwickler zusammen mit Experten anderer Unternehmensbereiche sowie Best-in-Class-Werkzeugen und erprobten Best Practices – eine Kombination, die alle Voraussetzungen für erfolgreiche Entwicklung und Bereitstellung von Software erfüllt. Das Team wird in der Ausführung der Prozesse transparent unterstützt und der Austausch projektrelevanter Informationen wird über die gemeinsamen Datenstrukturen sichergestellt. Die Kreativität im Team bleibt weitgehend unbeeinflusst. Vordefinierte Prozesse (z.B. Eclipse Way, Scrum, Open Up) werden mitgeliefert, die flexibel auf die konkrete Projektsituation abgestimmt werden können und die Differenzierung nach Arbeitsgruppen innerhalb eines Teams erlauben.

Bildquelle: iStockphoto.com/ElChoclo

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