ITIL4 kommt

Agility Training für IT-Services

Methoden wie Scrum oder DevOps sind weit verbreitet. Jetzt reagiert auch die ITIL-Szene: Die neue Version des Frameworks kann auch „Agile“.

Laptop mit Geschäftsgrafik

Agility für ITIL 4.0

Lean, Agile, Scrum, DevOps – die Vorgehensweisen in der IT-Branche haben sich in den letzten Jahren erheblich verändert. Ein sehr plakatives Beispiel ist der Wandel von Microsoft: Früher erschienen vom Hauptprodukt Office neue Versionen in großen Abständen, mit jeweils fundamentalen Änderungen. Doch seit einigen Jahren werden neue Funktionen in kurzen Abständen per OTA-Update eingeführt. Diese stark verkürzten Release-Zyklen sind ein Beispiel für agile Vorgehensweisen bei der Software-Entwicklung.

Das hat natürlich Folgen für den Betrieb von IT-Infrastrukturen in den Unternehmen. Admins sind mit einem permanenten Strom aus Releases konfrontiert. Neue Funktionen müssen in kürzester Frist integriert werden, ohne dass es zu Seiteneffekten und Inkompatibilitäten kommt. Keine leichte Aufgabe, denn traditionell ist IT-Servicemanagement anders ausgerichtet. Es gilt die Devise: Plane einmal perfekt, führe anschließend immer wieder penibel aus. Der dominante ITSM-Ansatz ITIL liefert dafür die standardisierte Vorlage, die industrielle Wiederholbarkeit und Automatisierung in den Vordergrund stellt.

Die in den 1990er Jahren entwickelte Prozessbibliothek ITIL basiert auf den Erfahrungen erfolgreicher IT-Dienstleister. Sie systematisierte sie und goss sie in eine anfangs noch recht überschaubare Anzahl von Prozessen. Am bekanntesten ist die Incident/Change/Release-Schleife, die von Anwendern gemeldete Probleme in die Weiterentwicklung der Software einspeist. Auch wenn es einen gewissen Trend zu ITIL-Bürokratie in den Unternehmen gib, in diesen Kernprozessen zeigt sich eine der Grundaussagen von IT-Servicemanagement: Du arbeitest für den Anwender.

ITIL mit Agile und Lean vermählen

Diese Auffassung ist auch der Kern agiler Entwicklungsmethoden von Design Thinking bis Scrum. So liegt eine Vermählung der klassischen ITIL-Prozesse und neuartiger agiler Methoden nahe. Die Gemeinsamkeiten sind unschwer zu erkennen: Beide propagieren eine starke Kundenzentrierung, beide sind Werkzeugsammlungen für Entwickler und Admins. So liegt also eine „Agilisierung“ der ITIL-Prozesse nahe. Das sieht auch das britische Unternehmen Axelos so: Der Rechteinhaber der ITIL-Standards arbeitet bereits seit einem Jahr an der Version 4 der Bibliothek, die Anfang des nächsten Jahres erscheinen soll.

Die neue Version baut auf dem bewährten Kern der Best Practices in den bestehenden ITIL-Büchern auf. Sie bietet allerdings neue Inhalte, die sich auf die optimale Integration von ITIL mit Verfahren wie DevOps, Agile und Lean konzentrieren. Die neue Version soll auf jeden Fall abwärtskompatibel sein, sodass Unternehmen nicht mit völlig neuen Prozessen konfrontiert sind.

Auch zertifizierte ITIL-Experten werden ihren bisherigen Status nicht verlieren. Allerdings wird es in Zukunft zusätzliche Trainingsmodule und entsprechende Zertifizierungen geben, um die Beherrschung der neuen Inhalte nachweisen zu können. Besonders viele Informationen zu den Neuerungen in den ITIL-Büchern gibt es allerdings bisher noch nicht. Lediglich in einem kurzen YouTube-Video gibt es ein paar Infos vom Führungsteam der ITIL-Überarbeitung. Wer sich für weitere Angaben interessiert, sollte regelmäßig die ITIL-Microsite von Axelos besuchen.

Bildquelle: Thinkstock

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