An persönliche Bedürfnisse angepasst

Alarmserver mit Schnittstellen

Interview mit Hanno Heeskens, Geschäftsführer der Cubos Internet GmbH, über die Verwendung von Alarmservern und wie mit Fehlalarmen umgegangen wird

Hanno Heeskens, Cubos

„Wir haben die Möglichkeit, Alarme, die per App verschickt werden, mit einem PIN zu schützen“, bemerkt Hanno Heeskens von Cubos.

IT-DIRECTOR: Herr Heeskens, welche Branchen sind besonders auf eine funktionierende Krisenkommunikation angewiesen?
H. Heeskens:
Überall dort, wo es auf schnelle Reaktionen ankommt – also z.B. in der Chemiebranche, wo ein Vorfall auch eine gewisse Außenwirkung hat und die Bevölkerung schnell und umfassend informiert werden muss. Wenn das Unternehmen einen Ruf zu verlieren hat und sehr in der Öffentlichkeit steht, sind bei Störfällen oder Unfällen schnelle Informationsflüsse notwendig.

IT-DIRECTOR: Inwieweit befassen sich Großunternehmen konkret mit dem Thema „Alarmmanagement“ und welche Rolle spielen hierbei Alarmserver?
H. Heeskens:
Viele Unternehmen haben noch Telefonlisten in Schubladen, die bei einem Vorfall abtelefoniert werden. Immer dann, wenn das zu lange dauert, weil z.B. einzelne Teilnehmer nicht erreicht werden, wird über Alternativen nachgedacht. Der Alarmserver kann hier wesentlich schneller die Teilnehmer zeitgleich benachrichtigen und spart dadurch viel Zeit. Er übernimmt mehrfache Versuche, Teilnehmer zu erreichen, auch auf unterschiedlichen vorher konfigurierten Nummern oder Alarmmitteln (SMS/Telefon/…).

IT-DIRECTOR: Was sind typische Gefahrenmeldesysteme, die mit dem Alarmserver gekoppelt werden können, und über welche Kommunikationswege/Empfangsgeräte werden die Betroffenen i.d.R. informiert?
H. Heeskens:
Das reicht vom einfachen IT-System über Brandmeldeanlagen bis hin zu Handys mit Personenortung. Einmal ausgelöst, alarmiert der Alarmserver vorgegebene Gruppen per SMS/Anruf auf Mobilgerät oder Festnetz, via Fax, E-Mail, Pager oder App. Die Kommunikationswege sind hier für jede Person einzeln individuell festzulegen und an dessen persönlichene Bedürfnisse anzupassen.

IT-DIRECTOR: Wie gestaltet sich die Installation eines Alarmservers sowie dessen Integration ins Telekommunikationssystem (TK) eines Großunternehmens – insbesondere wenn verschiedene Kommunikationslösungen von unterschiedlichen Herstellern zum Einsatz kommen?
H. Heeskens:
Der Alarmserver ist webbasiert, läuft also nicht mit Infrastruktur vor Ort. Das entkoppelt ihn gleichzeitig von lokalen Störungen in den Netzen. Ausgelöst wird er von zentralen Komponenten, die entweder über eine Programmiersprache verfügen und den Alarmserver ansteuern können, oder aber es reicht auch aus, eine speziell formatierte SMS oder einen Anruf an den Alarmserver zu richten, um eine vorabdefinierte Alarmvorlage auszulösen.

IT-DIRECTOR: Gibt es an dieser Stelle bereits Standards für die Kopplung von Alarmserver und TK-Netz?
H. Heeskens:
Der Alarmserver stellt fertige Schnittstellen zur Fernauslösung zur Verfügung, die neben der reinen webbasierten Auslösung verwendet werden können.

IT-DIRECTOR: Mit welchem Aufwand ist die Installation und Integration für den Anwender verbunden (zeitlich, kostentechnisch, personell)?
H. Heeskens:
Wir planen das System inkl. Schulung individuell meist an zwei bis drei Tagen durch. Die Erstellung eines Accounts sowie das Einpflegen des Personals ist dank Importfunktionen auch meist eine Sache von ein bis zwei Tagen. Dies kann von einer Person im Unternehmen zusammen mit uns geleistet werden. Die Kosten staffeln sich nach hinterlegten Teilnehmern und nach Verwendung der Schnittstellen etc. – in der einfachsten Variante beginnt der Service bei knapp 50 Euro für 50 Teilnehmer.

IT-DIRECTOR: Was sind typische Stolpersteine bei der Eingliederung ins Telekommunikationsnetz?
H. Heeskens:
Wenn das System z.B. für Evakuierungen eingesetzt wird und in einer Firma alle Telefonanschlüsse eine Durchsage erhalten sollen, reicht manchmal die Kapazität der Telefonanlage nicht aus, so viele Anrufe zeitgleich zu verarbeiten. Der Alarmserver erhält dann praktisch ein Besetztzeichen.

IT-DIRECTOR: Wie lässt sich die Sicherheit der über das TK-Netzwerk verteilten (Alarm-)Informationen gewährleisten?
H. Heeskens:
Wir haben die Möglichkeit, Alarme, die per App verschickt werden, mit einem PIN zu schützen. Bei der reinen SMS ist kein Schutz möglich, Wenn hier ein Dritter an das Handy gelangt, kann er die Informationen einsehen. Bei Sprachanrufen ist es möglich, dass der Teilnehmer erst einen PIN eingeben muss, bevor er die Nachricht vorgelesen bekommt. Serverseitig haben wir durch redundante Server und von der Applikation unabhängige Datenbanken eine größtmögliche Sicherheit der gespeicherten persönlichen Daten erreicht. Alle Datenverbindungen laufen über verschlüsselte Kanäle.

IT-DIRECTOR: Inwiefern ist eine direkte Verbindung zu Notfallämtern möglich?
H. Heeskens:
Wir sind bereits integriert in verschiedene Leitstellensoftware, vor allem im Bereich der Feuerwehr. Zeitgleich mit dem Alarm auf den Melder erhält der Alarmserver den Auftrag, die hinterlegten Nummern per SMS zu alarmieren. Je nach Software im entsprechenden Notfallamt ist eine Integration über die bereits bestehenden Schnittstellen problemlos möglich.

IT-DIRECTOR: Was geschieht, wenn der Alarmserver einmal ausfällt oder eine Störung im Telekommunikationsnetz vorliegt? Wie kann dem entgegengewirkt werden? Und wie wird mit Fehlalarmen umgegangen?
H. Heeskens:
Durch eine größtmögliche Redundanz bei allen SMS-Anbietern und Telefonie-Anbietern sowie durch die Verwendung von mehreren Rechenzentren verteilen wir die Plattform so, dass auch der Ausfall eines einzelnen Knotens keine Auswirkung auf die Gesamtstruktur hat. Fehlalarme stammen entweder vom Benutzer selber oder von dem auslösenden Gerät und müssen entsprechend händisch zurückgenommen werden bzw. korrigiert werden. Es ist nur eingeschränkt möglich, dem Alarmserver beim Alarmierungsvorgang zu stoppen, da die meisten Anrufe und SMS schon direkt nach der Auslösung verschickt werden.

IT-DIRECTOR: Welche Abrechnungsmodelle sind beim Einsatz eines Alarmservers in Verbindung mit dem TK-Netz üblich – insbesondere auch, wenn mobile Endgeräte eingebunden werden?
H. Heeskens:
Wir rechnen eine Grundgebühr ab, die abhängig von dem gewählten Funktionsumfang und den eingepflegten Teilnehmern ist. Dazu kommen die tatsächlich angefallen Kommunikationskosten, z.B. eine SMS zu 11 Cent oder ein Anruf in das Mobilfunknetz zu 25 Cent/Minute.

IT-DIRECTOR: Worauf sollten Großunternehmen grundsätzlich achten, wenn es um die Auswahl eines Anbieters mit entsprechender Alarmserverlösung geht?
H. Heeskens:
Es sollte ein Anbieter gewählt werden, der sich auf eigene Infrastruktur verlässt und auch schon Erfahrungen mit einem Großaufkommen von Alarmen hat. Es gibt viele kleine Anbieter, die Alarmierung per App über Google oder Amazon anbieten – im Fehlerfalle kann man hier aber wenig nachvollziehen und begibt sich in eine große Abhängigkeit. Da auf den Servern auch Namen und Rufnummern gespeichert werden, empfehlen wir die Verwendung eines Anbieters, der alle Server in Deutschland hostet und auch nur mit deutschen Unternehmen zusammenarbeitet. Die Integration in die eigene Unternehmenswelt ist wichtig, so z.B. Importvorgänge für die Teilnehmerdaten, damit langfristig nicht an mehreren Stellen die Daten gepflegt werden müssen und im Falle eines Falles dann eben doch wieder eine falsche Telefonnummer vorliegt.

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