Corporate Performance Management

Alle Daten im Griff

Unternehmen müssen sich mit immer größeren Datenfluten auseinandersetzen. Corporate Performance Management hilft, die Datenmengen sinnvoll zu managen und zum Vorteil der Firma einzusetzen.

Im Zeitalter von Big Data fallen bei jedem Unternehmen Unmengen von Daten an. Diese müssen systematisch gesammelt und validiert werden. Ohne Corporate Performance Management (CPM) funktioniert das nicht.

CPM kombiniert in diesem Zusammenhang sämtliche Prozesse der Strategieentwicklung, der Planung, des Forecastings und der Finanzkonsolidierung. Technologisches Ziel dieses Verfahrens ist es, die Performance des Unternehmens zu steigern. In der Praxis bedeutet dies vor allem, auf Basis der gewonnen Daten Kostensenkungspotentiale zu ermitteln sowie Prozessoptimierungen umzusetzen.

Schon im Jahre 2011 hat der weltweite Markt für Business-Intelligence-Lösungen, Analytik- und Performance-Management-Software die Grenze von 12 Milliarden Dollar überschritten. Das zeigt die Bedeutung von Corporate Performance Management (CPM). Im deutschsprachigen Raum wird der Begriff CPM noch uneinheitlich gesehen. Hier bewegt man sich in einem Geflecht aus Betriebswirtschaftslehre, Business Intelligence (BI) und Prozess-Management. Dementsprechend vielfältig sind die unterschiedlichen Betrachtungsweisen. Fest steht jedoch, dass es unter dem Aspekt der polystrukturierten Datenquellen und Big Data an Bedeutung gewinnt.

Ungeheure Datenvolumina

In den hart umkämpften globalen Märkten müssen Unternehmen auf Veränderungen des Umfeldes sofort und richtig reagieren. Entscheidungen fallen dabei auf der Basis der großen Datenmengen. Diese stammen unter anderem aus unsynchronisierten Datenquellen und müssen mit entsprechenden Business-Intelligence-Lösungen konsistent aufbereitet und ausgewertet werden. So lassen sich unternehmerische Fehlentscheidungen mit weitreichenden Auswirkungen verhindern.

Das Konzept des Corporate Performance Managements entstand nach der Jahrtausendwende als Weiterentwicklung des Begriffs Business Intelligence (BI). Nach vorherrschender Meinung wurde der Begriff vor allem durch das Marktforschungs- und Analyseunternehmen Gartner geprägt. Ähnliche Begriffe sind Enterprise Performance Management und Business Performance Management, die sich jedoch nicht durchsetzen konnten.

Ganzheitlicher Ansatz zur Unternehmensführung

Die Gartner Group hebt in ihrer Definition besonders den Prozessgedanken des CPM-Konzepts hervor. Demnach handelt es sich nicht um ein rein technologisches Instrument, sondern bildet einen ganzheitlichen Ansatz der Unternehmensführung. CPM fasst somit alle Verfahren, Metriken und Methoden zusammen, die dazu dienen, die wirtschaftlichen Leistungen und Ergebnisse gemäß der festgelegten Unternehmensstrategie zu beeinflussen. Informationen mit strategischem Charakter werden in operationale Pläne umgewandelt. Die realisierten Geschäftsprozesse werden nach ihrer Zielerreichung gebündelt und bewertet. Eine Messung der Unternehmensleistung erfolgt mittels so genannter Key-Performance-Indikatoren.

Nach Gartner ist CPM ein entscheidender Bestandteil im Planungs- und Kontrollprozess jedes Unternehmens. Ziel des Prozesses ist es, die einzelnen Unternehmensaktivitäten genauer aufeinander abzustimmen und so zu einer höheren Wettbewerbsfähigkeit zu gelangen. Die Sammlung, Darstellung und Validierung der Daten erfolgt über entsprechende Analyse-Tools im Rahmen von Business-Intelligence-Lösungen.

CPM im engeren und im weiteren Sinne

Einen weiteren Ansatz zur Einordnung des Begriffs wählt das Business Application Research Center (BARC). Hier wird der gesamte BI-Markt betrachtet und das Corporate Performance Management als Teilbereich des Frontends eingeordnet. Demnach umfasst ein BI alle Bereiche im Rahmen der Endnutzeranwendungen (Frontend) und des Daten-Managements (Backend).

Einen weiteren Teilbereich der Endnutzeranwendungen bilden die Prozesse Planung und Konsolidierung. Diese beiden Aspekte lassen sich als CPM im engeren Sinne definieren. Gemeinsam mit den beiden Endnutzeranwendungen GRC (Governance, Risk und Compliance) und Strategie-Management ergibt sich die CPM-Definition im weiteren Sinne.

Zur weiteren Abgrenzung von Corporate Performance Management und Business Intelligence wird in der fachlichen Diskussion häufig die Dimension des betrachteten Zeithorizonts hinzugezogen.

So ist Business Intelligence darauf ausgerichtet, vergangene und gegenwärtige Ereignisse, die bis in die nahe Zukunft reichen können, zu analysieren. Das Corporate Performance Management hingegen betrachtet den gesamten Zeithorizont, beginnend bei der Vergangenheit, und erweitert den Blick auf die entfernte Zukunft. Hier geht es in der Analyse der Daten also vor allem um die Ableitung strategischer Ansätze. Diese ergeben sich vornehmlich aus Prognosen und Szenarien.

CPM vereint als managementgeprägtes Instrument der Unternehmensführung eine betriebswirtschaftliche sowie eine technologische Ebene. Die Prozesse, Methoden und Metriken des CPM-Prozesses können der Betriebswirtschaftslehre zugeordnet werden. Hier geht es vor allem darum, Geschäftsprozesse zu entwickeln, die auf die Realisierung der unternehmerischen Gesamtstrategie fokussiert sind.

Weiterhin sind entsprechende Methoden zu integrieren, die eine Messung der angestrebten Ziele ermöglichen. Dafür müssen relevante Kennzahlen definiert werden, die den Maßnahmeerfolg widerspiegeln. Die technologische Grundlage für CPM liefert Business Intelligence. BI wird in diesem Zusammenhang als das entscheidende technologische Werkzeug des CPM betrachtet und soll der betrieblichen Entscheidungsunterstützung dienen.

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Bildquelle: Thinkstock/ iStockphoto

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